Nun ist es schon Ende Mai und endlich kommt in unserem neu angelegten Gemüsegarten alles zusammen. In den Wochen nach unserem letzten Bericht hat sich einiges getan. Die Beetflächen wurden fertig umrandet und für die Bepflanzung vorbereitet. Dabei sind wir noch auf einige Überraschungen gestoßen, die uns viele Stunden, ach Tage, an Arbeit gekostet haben. Von den Nerven ganz zu schweigen. Aber wir ersparen euch die leidigen Geschichten und uns die Erinnerung daran. Viel schöner ist es doch zu berichten, dass ein Großteil der Pflanzen nun im Boden ist und sich prächtig entwickelt. Diverse Kräuter, Fenchel, Radieschen und Spinat werden schon in Mengen geerntet. Die Erbsen ranken sich an ihrer neuen Kletterhilfe empor und Stück für Stück wandern auch die späteren Gemüsesorten in die Beete. Über 150 verschiedene Sorten sind es dieses Jahr geworden. Darunter allein 12 Tomatenvariationen und 8 Kartoffelsorten. Besonderen Wert bei der Auswahl unserer Sorten legen wir auf alte, selten gewordene, samenfeste Kulturpflanzen. Optimal ist es, wenn das Saatgut in der Region gewonnen wird. So sind die Pflanzen am besten an das Klima hier in Mecklenburg angepasst. 

Neben den vielen verschiedenen Gemüsesorten, haben wir auf über 40 Quadratmetern, rund um unser Gewächshaus, eine Vielzahl an essbaren Stauden angepflanzt. 360 Pflanzen sind es an der Zahl, darunter Sorten wie Wiesenknöterich, Taglilie, Echinacea, Lavendel, Anis-Ysop, Malven, Glockenblumen, Frauenmantel, Süßdolde, Duft- und Horn-Veilchen, um nur einige zu nennen. Die Stauden sind so aufeinander abgestimmt, dass wir das ganze Jahr über essbare Blüten, Blätter oder Samen ernten können. Die unterschiedlichen Pflanzen ergeben in ihrer Mischung aus Blattformen und Wuchshöhen nicht nur optisch ein schönes Bild, sondern vertragen sich auch wunderbar als Nachbarn. Sie werden eine tolle Bereicherung unserer Küche sein, aber auch die Wirkung unseres Gartens prägen. Schließlich werden die Staudenbeete nicht, wie unsere Gemüsebeete, jedes Jahr aufs neue geplant und bepflanzt, sondern sind im besten Fall auf viele Jahre angelegt und entfalten immer wieder aufs neue ihre Pracht. Die versetzte und dadurch lang anhaltende Blühdauer wird nicht nur uns Freude bringen, sondern auch den vielen Wildbienenarten, die wir hier beobachten können. In Deutschland gibt es über 500 verschiedene Arten von ihnen. Wahnsinn oder? Jedoch ist, wie ihr sicher wisst, ein Großteil der Arten gefährdet oder sogar schon vom Aussterben bedroht. Das liegt vorrangig daran, dass ihre Futterquellen ganz spezifische Pflanzen sind, auf die die Insekten sich im Laufe der Evolution eingestellt haben. Die meisten Wildbienen sind auch bei der Wahl des Nistplatzes und des Bau­materials spezialisiert auf bestimmte Begebenheiten, die leider immer mehr verschwinden.

Statt Artenvielfalt finden die Bienen eine Intensivlandwirtschaft in Monokultur vor. Wir können den gerade satt blühenden, gelben Rapsfeldern auch eine gewisse Schönheit abgewinnen. Mit Natur haben sie jedoch wenig zu tun, sondern tragen sogar zur Zerstörung eben dieser bei. Von Gentechnik, chemischen Düngern und Pestiziden fangen wir lieber gar nicht erst an. Wir möchten es, in unserem eigenen kleinen Kosmos, anders machen. Wir möchten selbst erfahren, was es bedeutet, die Natur im Rahmen unserer Möglichkeiten zu bereichern, anstatt sie nur auszubeuten. Manchmal ist das nicht leicht. Besonders, da wir uns für ein möglichst nachhaltiges Handeln erst einmal ganz viel Wissen und auch Erfahrungswerte aneignen müssen.

Vielleicht erinnert ihr euch noch an unsere ersten Gedanken, vor über einem Jahr, zur Gestaltung des Nutzgartens. Damals war unsere Vorstellung, inspiriert von den Büchern die wir über Permakultur gelesen hatten, jeder Pflanze den passenden Ort auf dem 3.000 Quadatmeter großen Grundstück zuzuweisen und kleine Biotope zu schaffen, in denen Flora und Fauna im Einklang gedeihen und sich gegenseitig bereichern. Bereits im letzten Jahr haben wir uns dann jedoch für den klassischeren Bauerngarten entschieden. Klare, geometrische Formen vereinfachen für uns sowohl den Anbau, als auch die Pflege und Ernte des Gemüses. Abgehakt haben wir die Permakultur natürlich nicht. Im Grunde sehen wir sie eher als eine Philosophie, als eine konkrete Art zu Gärtnern, nach deren Grundsatz wir uns richten möchten: Mit der Natur, statt gegen die Natur. In einem naturnahen Bauerngarten spielen ohnehin viele Aspekte der Permakultur mit. Natürliche Kreisläufe können selbstverständlich auch in geordneten Formen ablaufen. Dazu zählt für uns eine bewusste Fruchtfolge und Mischkultur, sowie eine dicke Schicht Mulch aus Rasenschnitt auf den Beeten, das Ansetzen von natürlichen Mitteln zur Stärkung der Pflanzen wie Jauchen, Brühen und Tees. Das nur kurz, da wir es bereits an anderer Stelle im Blog beschrieben haben. 

Mit der Natur zu arbeiten bedeutet aber auch, Plätze für Nützlinge zu schaffen. Bevor wir es endlich einmal schaffen eine Hängematte im Garten aufzuspannen, wird vermutlich noch das nächste Wildbienenhaus gebaut, Stein- und Holzhaufen aufgeschüttet um Platz für Igel, Insekten, kleine Reptilien und Amphibien zu schaffen. Vielleicht ist all das nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die drastischen Veränderungen unserer Welt können wir damit nicht aufhalten. Aber vielleicht können wir den ein oder anderen dazu inspirieren, es uns gleich zu tun und die Faszination für die Abläufe in der Natur für sich zu entdecken.

Fotografie ist unsere Sprache, darüber haben wir schon mehrfach geschrieben. Gedanken, Gefühle und Erinnerungen über Bilder zu teilen, ist für uns so viel einfacher, als die passenden Worte dafür zu finden.

Selbst vermeintlich banale Dinge, wie Postkarten schreiben, kann regelrecht zur Verzweiflung führen. Schon als Kind habe ich (Susann) nie so recht gewusst, wie ich den daheimgebliebenen kurz und knapp meine Erlebnisse beschreiben kann. Minutenlang saß ich da, mit dem Stift in der Luft schwebend, um dann doch nur ein „schön ist es hier, mir geht es gut“, herauszubringen. Die perfekten Kulissen der Postkartenmotive, die selten etwas mit dem selbst Gesehenen zu tun hatten, machten den unpersönlichen Gruß perfekt. Irgendwann habe ich es dann aufgegeben und jahrelang keine einzige Postkarte mehr geschrieben. Schade eigentlich, denn im Grunde geht es bei Postkarten doch nur darum, die Liebsten wissen zu lassen, dass man auch in der Ferne an sie denkt. 

Durch die instax Sofortbilder habe ich dann doch noch Spaß an den postalischen Urlaubsgrüßen gefunden. Denn sie bieten die wunderbare Möglichkeit ganz persönliche Erlebnisse auch ohne große Worte zu verschicken. Noch dazu geht es viel schneller, als im nächsten Touristenladen die kitschigste Karte auszuwählen.

Mit dem FUJIFILM instax SHARE SP-3 Drucker* können wir jeder Zeit unsere liebsten Urlaubs-Motive ausdrucken, ob mit dem Smartphone aufgenommen, oder mit unserer FUJIFILM X-T3 Systemkamera. Der Printer wird mit einem wieder aufladbaren Akku betrieben und ist damit überall einsatzbereit. Man verbindet einfach das Smartphone oder die Kamera per WLAN mit dem Drucker, wählt über die instax SHARE App die Motive aus und nur wenige Sekunden später kann man schon das fertige Ergebnis in den Händen halten.

Bei einem Kurztrip ans Meer wurde die Idee natürlich direkt ausprobiert. Schon zu Hause haben wir unsere Postkarten vorbereitet. Dafür haben wir dickeres Kraft- oder Aquarellpapier auf eine Größe von A6 zugeschnitten, auf einer Seite die Vorlage für eine Postkarte gezeichnet und auf der anderen Seite bereits vier Klebepunkte doppelseitiges Klebeband, in der Größe der instax Sofortbilder, angebracht. So braucht es vor Ort nur den Drucker, einen Stift und Briefmarken. Selbst die Adressfelder könnte man vorher schon ausfüllen. Sofortbild drucken, Briefmarke drauf und ab in den Briefkasten.

Gut eineinhalb Jahre war unser letzter Rustic & Raw Workshop schon her, bis sich Mitte April erneut sechs Teilnehmer auf den Weg nach Mecklenburg gemacht haben. Für uns ist es immer wieder ein unbeschreibliches Gefühl, dass Menschen aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz anreisen, um Teil dieses Abenteuers zu sein. Denn das sind unsere Rustic & Raw Workshops jedes Mal wieder: ein kleines Abenteuer. Es ist viel mehr als nur ein Fotografie und Foodstyling Workshop. Die vier gemeinsamen Tage sind intensiv, inspirierend, persönlich und leben davon, dass sich jeder ein Stück aus seiner Komfortzone bewegt.

Für uns war dieser Workshop nach der längeren Pause aber noch aus einem anderen Grund ganz besonders. Denn es war der erste in unserem eigenen Haus. Die Teilnehmer waren wieder in der wunderschönen „Alten Schule“, von Christina und Knut vom Gutshaus Rensow, untergebracht aber die meiste Zeit haben wir in unserem Siedlerhaus verbracht. Wie schön ist es doch, den Zauber, den wir hier spüren, mit anderen Menschen zu teilen! In unseren eigenen vier Wänden, die wir gerne unser lebendes Studio nennen, konnten die Teilnehmer ein gutes Gefühl dafür bekommen, wie wir arbeiten. Unter welchen Bedingungen, mit welcher Technik, wie unser Fundus an Untergründen und Utensilien aussieht. So konnten wir unter reellen Bedingungen zeigen, dass es mit Tageslicht und wenigen Mitteln in jedem Raum des Hauses möglich ist, schöne Food Fotos zu kreieren. 

Neben einigen Theorie-Parts zum Thema dokumentarische Fotografie, Fototechnik, Arbeiten mit Tageslicht und Foodstyling,  lassen wir während unserer Rustic & Raw Workshops gerne viel Raum für Kreativität: gemeinsam kochen, fotografisch austoben oder einfach nur, in Gespräche vertieft, zusammensitzen. Es entwickelt sich eine eigene Dynamik und so ist jeder Workshop einzigartig.

Die Workshop-Woche zum Frühlingsbeginn war wettertechnisch etwas ungemütlich, was dazu einlud viel an den Holzöfen zu sitzen. Yannic liess es sich natürlich trotzdem nicht nehmen draußen auf offenem Feuer zu kochen. Und zwar Schwarze-Bohnen-Burger mit Coleslaw, einem scharfen Ketchup und geräucherten Zwiebeln. Damit wir uns bei dem kalten mecklenburgischen Wind nicht die Hintern abfrieren mussten, räumten wir kurzerhand das Gewächshaus leer, dekorierten mit Kerzen und blühenden Zweigen und bestaunten den Sonnenuntergang. Was für ein besonderer Abend!

Es ist immer wieder wundervoll Menschen über unsere beiden Lieblingsthemen, Fotografie und Kochen, zusammenzubringen. Auch wenn es nur vier Tage sind, die wir gemeinsam verbringen, fällt der Abschied doch jedes Mal schwer. Es mag kitschig klingen aber wir verabschieden nicht nur Teilnehmer unseres Workshops, sondern Menschen, die wir ins Herz geschlossen haben. Danke Lisa, Caro, Deniz, Juliane, Angela und Barbara, dass ihr euch darauf eingelassen habt. Und ein riesiges Dankeschön an dich Lisa, dass du uns in den Tagen nicht nur mit deiner Hilfe unterstützt, sondern auch die Gruppe bereichert hast!

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