Für 2-3 Personen

Als wir beim letzten Besuch auf Gretes Gemüsehof diesen wunderschönen Brokkoli entdeckt haben, mussten wir direkt an die Bärlauchgnocchi mit Rosenkohlschossen aus unserem Kochbuch denken und haben das Rezept in abgewandelter Form zubereitet. Die Gnocchi haben wir aus der perfekt geeigneten Sorte Adretta gemacht, auf die Grete für Stampf und Kartoffeltaler schwört. Es ist eine sehr mehlig kochende Sorte. Bei Gnocchi kann die Grieß- und Mehlmenge immer etwas variieren, je nachdem welche Kartoffelsorte ihr verwendet. Wir fangen immer erst einmal mit weniger Grieß an und schmeißen ein Kartoffelklößchen zum Testen ins siedende Wasser. Bei Bedarf kneten wir noch etwas mehr Grieß unter, wenn uns die Masse noch zu weich ist. Bei Gnocchi hat jeder seine eigenen Vorlieben, der eine mag sie eher weich wie Kartoffelklöße, der andere mit mehr biss. Da wir unsere Gnocchi gerne noch einmal in der Pfanne braten, sind sie bei uns etwas fester.

Die ungeschälten Kartoffeln in ca. 20 Minuten weich kochen. In der Zwischenzeit die Sonnenblumenkerne in einer Pfanne ohne Öl rösten, bis sie anfangen zu duften und anschließend abkühlen lassen. Den Knoblauch und die Petersilie, samt Stielen, grob hacken. Petersilie, Sonnenblumenkernen, Knoblauch, Rapsöl und Kapern im Mixer oder mit dem Pürierstab zu einem Pesto verarbeiten und mit Salz abschmecken.
Die Kartoffeln abgießen, etwas abkühlen lassen und pellen. Die Kartoffeln noch heiß durch die Kartoffelpresse drücken. Die Masse mit Salz und Muskatnuss würzen und mit 130 g Grieß und 50 g Mehl verkneten. Der Teig soll glatt sein und nicht mehr kleben; falls nötig noch etwas Grieß und Mehl zugeben. Den Kartoffelteig auf reichlich Hartweizengrieß portionsweise ausrollen, und mit einem Messer in Stücke schneiden.
Reichlich Salzwasser in einem großen Topf zum Kochen bringen. Den Brokkoli in mundgerechte Stücke zerteilen, im Salzwasser blanchieren, mit einem Schaumlöffel abschöpfen und beiseite stellen. Anschließend die Gnocchi im siedenden Salzwasser garen, bis sie an der Wasseroberfläche schwimmen.
Eine beschichtete Pfanne mit Olivenöl erhitzen. Die fertigen Gnocchi mit einem Schaumlöffel abschöpfen und direkt in die Pfanne geben. Die Gnocchi etwas anbraten, anschließend den Brokkoli hinzugeben und kurz mitbraten. Zum Schluss das Pesto unterrühren und mit Meersalz abschmecken. Wir haben unsere Gnocchi noch mit Kräuterblüten und Sonnenblumenkernen garniert.

Es hatte leider etwas länger als gehofft gedauert, bis wir wieder ein paar Tage Zeit gefunden haben um auf Gretes Hof vorbeizuschauen. Umso krasser war natürlich die Verwandlung. Bei unserem letzten Besuch im Frühling waren die Gewächshäuser voll mit Setzlingen und die Felder standen größtenteils leer, auch wenn die Samen unter der Erde schon langsam keimten.

Im Juli war dann alles zu voller Pracht ausgewachsen. Die Tomatenpflanzen, die wir Anfang des Jahres pikiert hatten, waren mit leuchtend roten und prallen Früchten behangen. Auberginen, Gurken, Zucchini, Rote Bete, Schwarz- und Rotkohl, Johannisbeeren, neue Kartoffeln, Kräuter mit bunten Blüten, Mangold, zarte Möhren, Zwiebeln und allerhand anderes köstliches Gemüse landete in den Kisten für den Markt oder die Solidargruppe. Welche heimischen Obst- und Gemüsesorten gerade Saison haben, könnt ihr übrigens in unserem Saisonkalender nachlesen.

Neben dem Ernten und heimlichen Naschen ähm…nennen wir es einfach sorgfältige Prüfung der Ware, stand Unkraut jäten ganz oben auf der Aufgabenliste. Wir sind eigentlich keine Ordnungsfanatiker aber die Gewächshäuser nach stundenlangem herumrobben auf den Knien vom Unkraut befreit zu sehen war schon ein sehr zufriedenstellendes Gefühl.

Im Sommer beginnt aber auch schon die Vorarbeit für die neue Saison. Grete betreibt nicht nur einen Gemüse- sondern vor allem Samenbau und hat unzählige ungewöhnliche Sorten in ihrer alten Mühle versammelt, die auch in den Verkauf gehen. Diese müssen natürlich geerntet und getrocknet werden.

Es gibt einige Gemüsesorten, die nur für die neue Saatgewinnung angebaut werden, bei anderen werden die Pflanzen länger auf dem Feld gelassen, damit sie schießen, blühen und Samen hervorbringen. Manche Pflanzen sehen nach der Blüte ziemlich abgefahren aus. Den Blattsalat oder die Radieschen hätten wir fast nicht wiedererkannt! Sowieso haben wir dieses Mal ganz viel Zeit damit verbracht einfach nur die wunderschönen Farben und Formen des Gemüses zu bewundern. Ein bisschen komisch kommt man sich schon dabei vor, so begeistert vor einem Feld zu stehen aber habt ihr schon einmal solche riesigen Kohlköpfe gesehen?! Die Natur kann schon was!

Die Ernte hat viel mit Logistik zu tun. Die Mitarbeiter wissen natürlich genau was alles ansteht, wie viele Kisten gepackt und wie die Bünde geschnürt werden müssen. Nicht nur für den Markt oder die Soli-Gruppe, Spitzenköche in ganz Berlin warten jede Woche auf ihre bestellte Ware, die abgewogen und sortiert werden muss. Darunter auch ganz besondere Zutaten wie junge Lindenblätter. Wir haben uns dieses Mal eher rausgehalten, um den Ablauf nicht zu stören. Dafür haben wir Mittags für die ganze Meute gekocht. Eines der Gerichte möchten wir euch in den nächsten Tagen unbedingt noch vorstellen! Grete hatte auf einem Feld fabelhaften Brokkoli. Allerdings nicht, wie man ihn normalerweise kennt, sondern mit dünnen Stielen und hübschen kleinen Röschen. So lieben wir ihn, denn man kann sowohl die Stiele, als auch die Blätter einfach mitverarbeiten und er sieht wunderschön aus. Kombiniert haben wir ihn mit Gnocchi aus Gretes neuen Kartoffeln. Einfach herrlich!

Für 2 Personen

Frische Erbsen sind eines unserer Highlights im Frühsommer. Alleine wie sie in Reih und Glied in der Schote liegen ist schon schön anzuschauen. Manche noch ganz klein, zart und besonders süß, andere Erbsen so dick, dass sie schon fast quadratisch aneinander gepresst sind. Das Herauslösen der Erbsen aus ihren Schoten hat etwas entspannendes und lässt einen direkt zurück an schöne Sommertage in Omas Garten denken. Wie sie in der bunten Kittelschürze, umgeben von Schüsseln voll mit Erbsen auf einem Hocker sitzt und Erbsen pult.
Aber vor allem geschmacklich liegen Erbsen bei uns ganz weit vorne. Deswegen haben wir bei unserem letzten Besuch in Rothemühl eine große Schüssel Erbsen in Lars und Sylvias Garten geerntet und einen leckeren Stampf daraus zubereitet. Das Rezept eignet sich sowohl als Vorspeise, als auch als leichtes Hauptgericht. Außerdem lassen sich alle Komponenten auch wunderbar auf einem leckeren Sauerteigbrot anrichten.

Alle Zutaten für das Dressing im Mixer fein pürieren. Etwas Rapsöl in einem Topf erhitzen und die Erbsen darin etwa 5 Minuten bei schwacher Hitze dünsten, bis sie gar sind. Die Dillspitzen von den Stielen zupfen und zu den Erbsen geben. Die Erbsen mit einem Pürierstab grob zerkleinern und mit Senf und Salz abschmecken.
Die Pfifferlinge in einer Pfanne in etwas Rapsöl scharf anbraten und mit Salz würzen. Die Radieschen in feine Scheiben schneiden.
Die Pfifferlinge mit dem Dressing und den Radieschenscheiben auf dem Erbsenstampf anrichten. Wir haben unseren Stampf noch mit ein paar Dillblüten und -spitzen garniert.

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