Die Gartensaison neigt sich so langsam dem Ende zu. Die ersten Tomatenpflanzen im Gewächshaus sind abgeerntet, die Beeren produzieren ihre letzten Früchte, die Kartoffeln sind alle aus dem Boden und die Walnüsse fallen vom Baum. 

Wenn wir auf die letzten Monate zurückschauen, können wir gar nicht richtig fassen, wie viele prall gefüllte Erntekörbe wir in die Küche getragen haben. Seit Juni konnten wir die Früchte der harten Arbeit im Frühjahr, als wir unseren Nutzgarten komplett neu angelegt haben, ernten. Nun wachsen noch Rot- und Weißkohle, Brokkoli, Schwarzkohl, Bohnen, Lauch, Sellerie, Topinambur, Süßkartoffeln, Zucchini, Kürbisse, Tomaten, Auberginen, Paprika, Gurken, Beten, ein paar andere Sorten und jede Menge Kräuter im Garten. Wir werden uns also noch einige Wochen mit der frischen Ernte und unseren eingelagerten und haltbar gemachten Lebensmitteln versorgen können.

Es fühlt sich so gut an mit dem kochen zu können, was wir selbst angebaut haben. Wir wissen ganz genau, was drinsteckt, nämlich nur Natur. Aber auch wie viel Arbeit und welche Ressourcen wir aufgewendet haben, um das Gemüse heranzuziehen. Wenn die Lebensgrundlage, Nahrung, aus dem eigenen Garten kommt, gibt das nicht nur eine enorme Wertschätzung und einen direkten Bezug zu dem, was auf dem Teller landet, sondern auch eine unglaubliche Zufriedenheit. 

 

Komplett Selbstversorger zu sein, das ganze Jahr über, können wir uns aktuell dennoch nicht vorstellen. An dieser Stelle macht es vielleicht Sinn den Begriff, die möglichen Abstufungen und unsere Auffassung dazu kurz zu erläutern. Selbstversorgung bezeichnet ein autonomes Leben und zwar in möglichst allen Bereichen. Man schafft seine Lebensgrundlage durch die eigene Produktion von Lebens- und Nahrungsmitteln aber auch von anderen notwendigen Produkten wie Kleidung, Medizin o.ä.

Wenn wir von einer kompletten Selbstversorgung sprechen, dann geht es uns persönlich um den Anbau von Nahrungsmitteln. Obst und Gemüse, Nüsse und Kerne, aber auch Grundnahrungsmittel wie Getreide und Kartoffeln, eine Eigenproduktion von Öl, Würzmitteln und, bei Bedarf, tierischen Produkten wie Eiern. Dass einer von uns abends am Spinnrad sitzt und der andere Holzteller schnitzt, könnte zur Abwechslung mal ganz lustig sein. Als tägliche Routine liegt uns diese Art zu leben aber fern.

 

Wir werden oft gefragt, ob wir ganz von unserem Eigenanbau an Gemüse leben können. Die Antwort lautet ganz klar: nein. Vielen von uns, und da schließen wir uns selbst mit ein, ist gar nicht bewusst, welche Mengen an Lebensmitteln wir im Jahr verbrauchen.

Allein der pro Kopf Verbrauch an Kartoffeln liegt bei knapp 60 Kilogramm. Das dürfte gerade einmal der Gesamtmenge entsprechen, die wir dieses Jahr von etwa 100 gesteckten Kartoffeln auf 8 x 8 Metern Beetfläche ernten konnten.

Wir mussten schätzungsweise die Hälfte der Ernte mit den Wühlmäusen teilen. Aber das gehört eben mit dazu und muss einkalkuliert werden. Lange über die Runden werden wir mit unseren eigenen Kartoffeln leider nicht kommen. (Wir lieben Kartoffeln und verspeisen auch gerne einmal mehrere Kilo in einer Woche). Das ist aktuell aber auch gar nicht unser Ziel. Dann würden wir vermutlich schon bei der Auswahl des Saatgutes, oder eben der Setzkartoffeln, anders entscheiden. Wir wählen die Sorten, die wir pflanzen möchten, nach Geschmack und, für unsere Arbeit als Foodfotografen, auch nach Optik aus. Sie sollen uns eine Bereicherung zu dem handelsüblichen Sortiment bieten. Uns geht es nicht darum, die ertragreichste Kartoffel oder Möhre auszuwählen, die uns auch über den Winter bringt. Sortenvielfalt geht bei uns über Ertrag. So sind wir dieses Jahr bei unseren 150 verschiedenen Gemüsesorten gelandet. 

 

Die Nutzfläche von 200 Quadratmetern, plus Kartoffelacker, Erdbeerfeld, Obstbäumen und Beerensträuchern, die wir aktuell bewirtschaften, würde auf jeden Fall für eine Selbstversorgung von zwei Personen übers Jahr ausreichen. Wir müssten uns aber viel besser organisieren, um über einen langen Zeitraum regelmäßige Ernten einzufahren. Das erfordert Erfahrung, aber auch eine gewisse Routine, die uns im zweiten Gartenjahr einfach noch fehlt. Auch wenn hier alles prächtig wächst und wir unheimlich zufrieden mit unserer Ernte sind, darf man nicht vergessen, dass wir erst ganz am Anfang stehen. Da macht Ausprobieren und Dazulernen einen nicht zu verachtenden Teil der Gartenarbeit aus. Immer wieder recherchieren wir, lesen nach, setzen Ideen um, die entweder direkt erfolgreich sind, oder eben nicht. Dann heißt es wieder von vorne beginnen. All das macht uns viel Spaß, erfordert aber auch Zeit, die man investieren muss.

Die aktive Arbeit im Garten hingegen war in den letzten Wochen gar nicht so aufwändig. Wir haben keine Stechuhr und können daher nur schätzen. Wir sind im Schnitt zweimal die Woche durch die Beete gelaufen und haben das erledigt, was uns ins Auge gefallen ist: hier mal eine Freilandtomate hochbinden, da den Lauch anhäufeln, nachsäen, überhand nehmende Beikräuter entfernen, Mulch nachlegen, mit Jauche düngen oder ähnliches. Ab Ende Juni, als der Großteil der Jungpflanzen im Boden und schon soweit herangewachsen war, dass sie nicht mehr so viel Pflege und Aufmerksamkeit brauchten, waren wir wöchentlich nicht mehr als eine oder zwei Stunden im Gemüsegarten beschäftigt. Der Aufwand hält sich also absolut in Grenzen.

Wenn man in Mischkultur anbaut, hat man weniger mit Schädlingen zu kämpfen, durch eine dicke Mulchschicht setzen sich nur wenige Beikräuter durch, man ist nicht so viel mit Gießen beschäftigt und muss den Boden zwischen den Pflanzen nicht lockern. Mit einfachen Mitteln ersparen wir uns viel Arbeit, die noch dazu oft nicht förderlich für ein gesundes Bodenleben ist.

Eine ausschließliche Selbstversorgung mit Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten können wir in dieser Saison lediglich, oder immerhin, über etwa 4 Monate abdecken. In diesem Zeitraum ernten wir nicht nur für den täglichen Bedarf, sondern immer wieder auch große Mengen, die erst einmal verarbeitet werden müssen. Der Arbeitsaufwand hierfür ist nicht zu unterschätzen.

Es stapeln sich schon etliche Gläser mit Vorräten für den Winter: Eingemachtes, Fermentiertes, Gedörrtes, Eingekochtes und Eingelegtes.

Von den fast 60 Kilogramm bisher geernteten Tomaten wurde gut die Hälfte zu Tomatensauce eingekocht. Am Ende sind es dann trotzdem nur ein Duzend Flaschen, die zwar ungemein köstlich sind, ganz sicher aber nicht bis zur nächsten Saison, nicht einmal bis ins nächste Jahr hinein, reichen werden.

Die Apfelernte fiel dieses Jahr, wie schon erwartet, schlechter aus. Nach einer Rekordernte im Vorjahr mussten sich die Bäume erst einmal erholen. Trotzdem haben wir mehr als 100 Kilogramm Äpfel zur Bio-Mosterei gebracht und weitere 20 Kilogramm zu Apfelmus und Apfelkompott verarbeitet. Allein die (kleine) Ernte und die Fahrt zur Mosterei hat fast einen ganzen Tag in Anspruch genommen. Äpfel pflücken, sortieren, für den Transport packen, in der Mosterei wieder umpacken. Ein weiterer Tag ging für die Verarbeitung der übrigen Äpfel drauf. Wie viele Tage man wohl damit verbringen würde Äpfel zu waschen, schälen, schneiden, kochen, in sterile Gläser zu füllen und die Schalen zu dörren, um mit den Vorräten übers Jahr zu kommen?

Und damit ist es ja nicht getan, denn wir wünschen uns natürlich eine bunte Speisekammer, in der die Äpfel nur einen kleinen Bruchteil ausmachen. Da wird das romantische Landleben, in dem man verträumt durch den blühenden Garten wandelt, hier und da etwas pflückt und in den Mund steckt, schnell zum Vollzeit-Job.

 

Da wir uns ohnehin schon viele Jahre saisonal ernähren, wussten wir immerhin, was zu welcher Zeit auf unserem Speiseplan stehen wird, wie wir die Lebensmittel verarbeiten und auch haltbarmachen können. Das war für uns keine große Umstellung. An unserem Speiseplan hat sich nichts geändert. Wir bauen so viele verschiedene Sorten an, dass wir auf nichts verzichten müssen. Ganz im Gegenteil! Es wachsen in unserem Garten wundervolle Gemüsesorten, die man selten auf ausgewählten Bio-Wochenmärkten finden kann, niemals aber im Supermarkt. 

Eine Umstellung und ein unterschätzter Zeitfaktor war für uns tatsächlich das Verarbeiten in großen Mengen. Das erfordert neben dem nötigen Know-How auch erst einmal verschiedene Utensilien, die angeschafft werden müssen. Ein großer Einkochtopf, eine Auswahl an Einmachgläsern für die unterschiedlichen Zwecke.

Bügel-, Twist-Off- oder Weckgläser. Da gibt es kein richtig oder falsch, besser oder schlechter, irgendwie erfüllt jede Technik ihren Zweck.

Um die großen Mengen zu verarbeiten, haben wir uns zum Beispiel ein großes Dörrgerät angeschafft aber auch, bereits im letzten Jahr, mehrstöckige Siebe gebaut, auf denen wir Walnüsse u.a. trocknen können. Kisten zum Lagern mussten her, ein externer zweiter Kühlschrank, in den die Fermente nach einigen Wochen kommen, da wir keinen Keller haben. Auf lange Sicht brauchen wir aber noch mehr Lagermöglichkeiten. Sei es nur eine Erdmiete oder vielleicht sogar ein kleiner Erdkeller. All das beschäftigt uns nun in unserer Freizeit.

 

Wir denken, dass eine vegane Selbstversorgung, über das ganze Jahr hinweg, auch mit relativ geringem Aufwand möglich sein kann. Allerdings erst, wenn man 100% eingespielt ist, ein funktionierendes System für sich gefunden hat und vor allem, wenn man viel Erfahrung gesammelt hat und die Abläufe in der Natur versteht. Bis es soweit ist können vermutlich Jahre vergehen.

Dass wir uns bereits jetzt über einen relativ langen Zeitraum selbst versorgen können, liegt nicht unbedingt nur an einem grünen Daumen, unserem Tatendrang und Wissensdurst, sondern auch daran, dass es bereits einige Schätze auf unserem Grundstück gab.

Eine wichtige Grundlage der Selbstversorgung sind mehrjährige Nutzpflanzen wie Bäume oder zum Beispiel auch Beerensträucher. In unserem Garten steht ein riesiger Walnussbaum, vier Kirschbäume, vier Apfelbäume und ein Pflaumenbaum. Auch wenn sie nicht alle in ihren besten Jahren sind und manche von ihnen nur wenig tragen, sind wir sehr dankbar nicht bei Null anzufangen und erst Jahre warten zu müssen, bis wir von neu gepflanzten Bäumen überhaupt etwas ernten können. Es wuchsen schon Weintrauben, schwarze, weiße und rote Johannisbeeren, Holunder und Himbeeren hier. Sogar Wiesenchampignons sprießen aktuell in Mengen aus dem Boden. All diese Pflanzen bieten bei einem Minimum an Aufwand ein Maximum an Ertrag. Aus diesem Grund möchten wir noch mehr mehrjährige Pflanzen im Garten ansiedeln und haben uns unter diesem Gesichtspunkt auch für unsere essbaren Stauden entschieden. Sie bilden eine nachwachsende Basis an Kräutern, auf die wir immer wieder zurückgreifen können. Das gleiche gilt für mehrjährige Nutzpflanzen wie Erdbeeren, Rhabarber, Artischocken oder Spargel. Einmal gepflanzt, hat man im besten Fall viele Jahre Freude daran.

 

Wir arbeiten daran, uns ein möglichst nachhaltiges System aufzubauen, mit Pflanzenbestand, einem Wissensschatz, Erfahrung und Routine, sodass es uns von Jahr zu Jahr leichter fällt den Zeitraum unserer Selbstversorgung zu verlängern. Immer mit der Prämisse, dass es uns Spaß bringen muss und eine Bereicherung für unser Leben darstellt.

Wir leben in einer globalen Konsumgesellschaft. Wir nutzen und verbrauchen täglich die unterschiedlichsten Konsumgüter, oft über unseren Bedarf und unsere Ressourcen hinaus. Wie können wir es schaffen bewusster und nachhaltiger zu konsumieren und trotzdem nicht im absoluten Verzicht zu leben?

Gemeinsam mit Manufactum* haben wir uns diesem Thema genähert und zu einem Event in unser Siedlerhaus eingeladen. Denn hier spiegeln sich viele unserer Gedanken zu einem bewussten, nachhaltigeren Konsum wieder. Sei es bei der Gestaltung der Räume, dem Umgang mit Ressourcen wie Wasser und Feuerholz oder auch unseren Lebensmitteln.

Mit bewusstem Konsum geht für uns als erstes die Frage einher, was wir in unserem Leben und Alltag überhaupt brauchen. Das können lebensnotwendige Dinge sein, wie Nahrung, Töpfe und Pfannen um diese zuzubereiten, ein Bett zum Schlafen, Kleidung am Körper. Das können aber auch einfach Dinge sein, die uns tagtäglich Freude bringen und das Leben bereichern. Eine schöne gusseiserne Teekanne, eine handgeschmiedete Sichel für die Gartenpflege, eine wunderbar duftende Seife. Produkte, die nicht unbedingt für unser leibliches, sehr wohl aber für das seelische Wohl sorgen. 

Wir haben uns bewusst dazu entschieden unser Siedlerhaus minimalistisch einzurichten. Das Ansammeln von unbenutzten Dingen möchten wir vermeiden, weshalb wir uns Kaufentscheidungen lange durch den Kopf gehen lassen.

Der Grund, aus dem wir bei der Entscheidung für bestimmte Produkte dann oft beim „Warenhaus der guten Dinge“ landen ist, dass Manufactum bei der Auswahl für das Sortiment genau die Kriterien am Herzen liegen, die auch uns bei der Anschaffung neuer Dinge wichtig sind. Seit der Gründung vor über 30 Jahren, ist es dem Unternehmen wichtig, als Gegenpol zur Wegwerfgesellschaft, Produkte aufzuspüren, die ressourcenschonend und sozialverträglich hergestellt werden, langlebig und zeitlos sind und dabei in Funktion und Ästhetik überzeugen. Tradition und bewährtes Wissen jener Handwerker, die Produkte meisterhaft zu verarbeiten verstehen, hat dabei einen genauso hohen Stellenwert, wie neue, zukunftsweisende Herstellungsverfahren die unsere knappen Ressourcen schonen. Werte wie Nachhaltigkeit, Innovation und Regionalität stellen für Manufactum wie auch für uns keine ideellen Raritäten dar, sondern sind hochmoderne Qualitätsmerkmale. Es zählt nicht nur, was am Ende beim Verbraucher im Warenkorb landet, sondern der ganze Weg bis dorthin und auch die Menschen dahinter.

Diese Punkte wollten wir in kleiner Runde, an einem entspannten Tag auf dem Land, eingehender betrachten. Einen direkten Bezug zu den Produkten zu bekommen, ist für uns ein wichtiger Schritt zu einem bewussten Konsum. Diesen Bezug haben wir nun unmittelbar im eigenen Garten. Bei einem Rundgang durch den Nutzgarten verdeutlichten wir unsere Ansätze für eine naturnahe Bewirtschaftung anhand von Mischkultur, samenfesten Sorten oder Düngen ohne Chemie. Zu erfahren, wie viele Schritte notwendig sind und wie viel Zeit vom kleinen Samenkorn bis zur Früchte tragenden Pflanze vergeht, hat bei uns ein ganz neues Bewusstsein für Lebensmittel geschaffen. Unsere ohnehin schon vegetarische, regionale und saisonale Küche hat sich durch den eigenen Garten noch einmal gewandelt. Uns lag es am Herzen, diese Wertschätzung mit unseren Gästen zu teilen. Aber auch Vorschläge, wie man den Garten im Herbst für Insekten, Vögel und Kleintiere attraktiver gestalten kann, waren uns  wichtig. 

Zu einem bewussten Konsum gehört für uns auch, nichts zu verschwenden. Wie ihr wisst, konservieren wir unsere überschüssige Ernte durch Einmachen, Fermentieren, Dörren, Einkochen und Einlegen. Statt farblosen Konserven, wie sie sich noch in diversen Kellern stapeln und Staub ansetzen, lagern wir Sauerkraut-Kimchi, Zucchini-Chips, halbgetrocknete Tomaten in Öl, würzige Gurken, leuchtend rote, getrocknete Erdbeeren, Waldfrucht-Marmelade und Co. in unserem Vorratsschrank. Die unterschiedlichen Methoden des Haltbarmachens haben wir unseren Gästen in einem kleinen Workshop näher gebracht. Gemeinsam haben wir unsere Nasen in all die Gläschen mit Fermenten und Getrocknetem gesteckt, natürlich auch verkostet und anschließend ein Gurken-Kimchi und Sauerkraut aus Rotkohl und Äpfeln angesetzt. Alle nötigen Utensilien zum Haltbarmachen wie Dörrgerät, Trockengitter, Einmachgläser, Einkochtopf, Krauthobel etc. haben wir im umfangreichen Sortiment von Manufactum gefunden.

Übrigens war es in den Tagen vor unserem Event richtig ungemütlich hier oben im Norden. Wind peitschte den Regen an die Fenster und man wollte sich am liebsten nur noch im Bett verkriechen. Deswegen sind wir unheimlich dankbar für das großartige Wetter am Event! So konnten wir, wie wir es uns gewünscht hatten, das Abendessen auf dem Feuer zubereiten. In gusseisernen Töpfen brutzelten Kartoffeln neben jungen Möhrchen und gemischten Pilzen. Unsere haltbar gemachten Vorräte waren dabei Teil unserer Rezepte. Wir servierten gebackene Kartoffeln mit Traubenchutney und frittiertem Salbei, Apfel mit Estragonöl und Holunderkapern, gebratene Pilze mit Kräutern, gegrillte Möhren mit fermentiertem Knoblauch und Haselnüssen. Als süßen Abschluss gab es gebratene Birne mit Walnuss-Roggen-Streuseln und einer Sauce aus Eberesche.

Um das Menü garantiert im Trockenen und Warmen genießen zu können, haben wir unseren Schuppen, der über die Jahre viele Schichten Staub und Spinnweben angesetzt hatte, in dem sich Schindeln, Steine und Gerümpel stapelten, in den vorangegangen Tagen in einen gemütlichen Raum für das gemeinsame Abendessen verwandelt. Mit Muskelkraft, Elan, Schaufel und Besen sind wir dem Ganzen entgegengetreten. Die Vorbereitungen auf den Tag liefen aber auch auf vielen anderen Ebenen schon Wochen oder sogar Monate vorher an. Eigens für das Event pflanzten wir bestimmte Blumen in unserem Garten, um die Dekoration dieses Mal auch unter dem Aspekt des bewussten Konsums komplett in eigener Hand zu wissen. Der Energieaufwand für unsere Blumen ging gen Null. Keine Transportwege, keine Kühlung, noch nicht einmal eine regelmäßige Bewässerung der Beete war notwendig. Neben den frischen Blumen wie Dahlien und Sonnenblumen, fingen wir im Sommer an Strohblumen und Gräser zu trocknen. Die Trockensträuße können wir immer wieder verwenden und mit frischen saisonalen Elementen ganz neu zusammenstellen. Es war ein großer Spaß und mit dem Ergebnis, einen neuen Raum dazu gewonnen zu haben, sind wir wahnsinnig glücklich.

Diesen besonderen Tag am Feuer ausklingen zu lassen, war für uns der krönende Abschluss des Events.

Wir möchten uns bei unseren Gästen bedanken, dass sie den Weg hierher auf sich genommen haben, bei Manufactum, dass sie uns erneut ihr Vertrauen geschenkt und diesen Tag damit überhaupt erst ermöglicht haben. Ein ganz großes Dankeschön geht an Ben Donath, der uns wieder in der Küche unterstützt hat und an Lisa Strube für die tatkräftige Hilfe!

Unser Garten steht in voller Blüte oder besser gesagt in voller Frucht. Aufwändig ist aktuell nicht die Pflege der Pflanzen oder das Jäten von Unkraut, sondern die Ernte selbst. Jeden Tag landet etwas im Erntekorb und damit verlagert sich die anfallende Gartenarbeit in die Küche. All das Obst und Gemüse können wir gar nicht frisch aufbrauchen. Ohne Keller oder riesigen Kühlschrank fehlen uns Lagermöglichkeiten sodass wir, je nach Gemüsesorte, die Ausbeute oft schon wenige Tage nach der Ernte verarbeiten müssen. Durch Einmachen, Fermentieren, Einkochen und Einlegen konservieren wir das Obst und Gemüse für die kommenden kalten Monate, in denen es im Garten, bis auf einige wenige Wintergemüse, eher mau aussehen wird. 

 

Eine Methode des Haltbarmachens möchten wir euch näher vorstellen: das Dörren. Vor einigen Jahren sind wir beim Stöbern bei Keimling Naturkost* auf das Dörrgerät Excalibur Mini gestoßen. Für den alltäglichen Gebrauch in unserem Zwei-Personen-Haushalt war es bestens geeignet. Leicht und platzsparend. Darüber sind wir mit unserem Garten und den großen Mengen an Kirschen, Äpfeln, Beeren und allerhand Gemüse nun aber hinausgewachsen. Es musste etwas Größeres her! Das Excalibur EXC10EL Dörrgerät aus Edelstahl stand schon länger auf unserer Wunschliste. Da kam die Anfrage für eine Zusammenarbeit mit Keimling gerade recht. Keimling Naturkost steht für rohköstliche Ernährung, bietet ausschließlich vegane Premium-Qualität an und ist genau die richtige Anlaufstelle für Produkte, die möglichst nachhaltig hergestellt werden und sich perfekt für eine gesunde, vegane Ernährungsweise eignen. An der umfangreichen Produktpalette des Unternehmens schätzen wir besonders die Verarbeitungsgeräte wie zum Beispiel Profimixer, Entsafter und Dörrautomaten. Unser Personal Blender, der Entsafter von Kuvings und der starke Vitamix leisten in unserer Küche schon viele Jahre gute Dienste.

Auch das Profidörrgerät konnten wir nun einige Wochen ausprobieren. Im Gegensatz zum kleinsten Bruder (Keimling bietet unterschiedliche Größen und Modelle von Excalibur und anderen Dörrgeräten an), den wir schnell nach Bedarf ein- und auspacken konnten, hat das neue Gerät nun einen festen Platz in unserer Küche und ist dementsprechend regelmäßig im Einsatz. Noch nie haben wir so viel im Dörrgerät zubereitet wie dieses Jahr!

 

Bevor wir euch noch mehr über das Gerät erzählen, möchten wir auf die Methode an sich eingehen. In einer Zeit, in der Obst und Gemüse das ganze Jahr über im Supermarkt frisch erhältlich ist, denken wohl die wenigsten über die althergebrachte und in den Köpfen etwas verstaubte Methode des Dörrens nach. Dabei ist es auch ohne eigenen Garten eine tolle Möglichkeit saisonale Zutaten für die kälteren Monate haltbar zu machen. Wer saisonal einkauft, kauft nicht nur nachhaltiger und günstiger, sondern wird mit dem bestmöglichen Geschmack und wertvollen Inhaltsstoffen belohnt. Warum also fades Obst und Gemüse aus dem Gewächshaus oder vom anderen Ende der Welt essen, wenn man den Geschmack des Sommers so wunderbar konservieren kann?! 

Dörren ist eine der ältesten und einfachsten Konservierungsmethoden. Durch den Entzug von Wasser in Lebensmitteln, der Dehydration, wird Mikroorganismen die Lebensgrundlage entzogen und die Haltbarkeit der Lebensmittel dadurch verlängert. Die schonende Trocknung sorgt dafür, dass Vitamine und Mineralstoffe enthalten bleiben. Außerdem bekommt das Obst oder Gemüse einen noch intensiveren Geschmack. 

Wer schon einmal gedörrte Erdbeeren gegessen hat, kommt nicht so leicht davon los. Kinder kann man damit ganz besonders begeistern. Yannic kann sich noch gut an das Fruchtleder seiner Mutter erinnern, das er und seine Schwestern als Kinder so sehr geliebt haben. Wir geben gedörrte Früchte, wie Beeren und Kirschen, am liebsten ins selbstgemachte Müsli oder als Pulver über Desserts. Der Geschmack ist unheimlich intensiv und die Optik von Frucht-Pulver einmalig.

Am meisten experimentiert haben wir in dieser Saison jedoch mit herzhaften Dörr-Rezepten. Gekörnte Brühe aus Möhre, Sellerie, Pastinake, Zwiebel, Knoblauch, Petersilie und Liebstöckel als natürliches, selbstgemachtes Würzmittel, sowie verschiedene Salze mit mediterranen Kräutern oder gedörrten Tomaten.

Zwiebeln haben wir in Mehl gewälzt, in der Pfanne gebraten und anschließend getrocknet, sodass wir die Röstzwiebeln nun griffbereit auf Vorrat haben. Zucchini- und Schwarzkohlchips oder würziges Knäckebrot werden zwischendurch schon weggesnackt und schaffen es vermutlich gar nicht erst die nächsten Wochen zu überstehen. Die getrockneten Pilze duften herrlich und auch aus den Gläschen mit getrockneten bunten Blüten mag man die Nase gar nicht mehr herausnehmen. Eine Kräutertee-Mischung haben wir euch bereits im Blog vorgestellt, dazu gesellte sich noch ein Früchtetee mit Hagebutten, Äpfeln und Ringelblumen. Was für ein Aroma!

Die Liste könnte noch ewig weitergehen und die Ideen, was wir im Dörrgerät zubereiten könnten, werden nicht weniger.

 

Das Tolle ist, dass wir ohne Ende ausprobieren können. Trocknen ist sehr platzsparend, da das Volumen des Dörrgutes um ein Vielfaches reduziert wird. Statt Unmengen an Gläsern von einer Sorte Marmelade oder eines Ferments, wird beim Dörren der volle Geschmack auf kleinem Raum konzentriert. Das spart Lagerplatz und gekühlt werden muss es auch nicht. Auch muss man, bis auf das Putzen und Schneiden und gegebenenfalls Würzen von Obst und Gemüse, nichts weiter zum Dörren vorbereiten, was es zu einer sehr zeitsparenden Variante des Haltbachmachens macht. Beachten muss man auch recht wenig, sodass man sich nicht den Kopf darüber zerbrechen muss, ob man alles richtig gemacht hat. Lediglich von schadhaften Stellen sollte man die Lebensmittel befreien und bei niedriger Temperatur trocknen, um möglichst viele Inhaltsstoffe zu erhalten.

 

Nun möchten wir noch ein paar Fakten zum Excalibur EXC10EL Dörrgerät loswerden. Das Gerät hat ein digitales Thermostat von 35°C bis 74° C und einen Timer. Man kann also alles ganz bequem programmieren und ein perfektes Trocknungsergebnis erzielen. Kein Übertrocknen mehr, weil das Gerät über Nacht doch zu lang läuft oder man tagsüber außer Haus ist. Dass das Gerät komplett aus Edelstahl ist, ist trotz des Gewichtes ein großer Pluspunkt für uns. Wir werden aufgrund der robusten Bauweise garantiert die nächsten Jahrzehnte Freude daran haben. Die 10 Einschübe aus Edelstahl bieten eine große Dörrfläche, auf der wir eimerweise Obst und körbeweise Gemüse ohne Probleme verarbeiten können. Durch die transparenten, zweiflügeligen Glastüren hat man jederzeit Einsicht auf das Dörrgut und kann die Einschübe bequem entnehmen und einschieben. Ein Krümelfach erleichtert das Reinigen, spezielle Dörrfolien erlauben das Trocknen von Pürees u.ä. und verhindern ein Ankleben von feuchten Zutaten. 

Zu technisch möchten wir gar nicht werden aber ein paar Besonderheiten an dem Gerät sind definitiv erwähnenswert. Der Excalibur EXC10EL arbeitet mit der Hyperwave Technologie. Die Lufttemperatur bewegt sich dabei um die eingestellte Temperatur. Grund dafür ist, dass die Oberflächenfeuchtigkeit schnell verdunstet, sobald die Lufttemperatur ansteigt, wobei gleichzeitig Verdunstungskälte entsteht. Die fluktuierende Lufttemperatur (Hyperwave Technology) hilft dabei eine konstante Temperatur im Dörrgut zu bewahren. Um das Thema der Verdunstungskälte dreht sich auch der duale Dörrmodus, von dem wir sehr begeistert sind. Er bietet die Möglichkeit zwei verschiedene Temperaturen zu programmieren. Zu Beginn des Dörrens bleibt die Temperatur im Dörrgut selbst durch die Verdunstungskälte niedriger, als die eingestellte Temperatur. Deswegen kann man die ersten zwei Stunden ohne Probleme eine etwa 10 Grad höhere Temperatur wählen und dennoch in Rohkostqualität trocknen um Vitalstoffe im Obst und Gemüse zu erhalten. Anschließend stellt das Gerät automatisch auf die gewählte zweite Temperatur und Zeit um. Der Dörr-Vorgang geht damit natürlich viel schneller.

 

Wir sind wahnsinnig begeistert davon, im Dörrgerät das pure Aroma herauszukitzeln und Obst und Gemüse mit ganz neuen Ideen zu betrachten und zu verarbeiten.

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