Für Ø 26 CM

    Solange hier in Mecklenburg noch der Holunder blüht, wollten wir unbedingt einen Kuchen damit backen. Die frischen Blüten duften so herrlich, dass wir einfach nicht widerstehen konnten.
    Da die Natur hier im hohen Norden etwas langsamer ist, der Holunder aber in den meisten anderen Teilen Deutschlands weitestgehend schon seine Früchte angesetzt hat, könnt ihr das Rezept auch mit Holunderblütensirup zubereiten. Von diesem kochen wir uns gerne einen kleinen Vorrat, um das Aroma das ganze Jahr über zu konservieren. Ein Rezept dazu findet ihr ebenfalls hier im Blog. Wer also keine frischen Blüten zur Hand hat, tauscht einfach den Honig durch die entsprechende Menge Sirup aus.

    Für die Füllung die Zitronen gut waschen, die Schale abreiben und den Saft auspressen. Die Holunderblüten von den Dolden zupfen und mit dem Zitronensaft in einem kleinen Topf aufkochen. Beiseite stellen und ziehen lassen. Je länger die Holunderblüten im Zitronensaft ziehen können, desto mehr ihres besonderen Geschmacks geben sie ab. Wer möchte, kann die Flüssigkeit schon am Vortag ansetzen und über Nacht durchziehen lassen.

    Für den Mürbeteig Mehl, Zucker und Salz in einer Rührschüssel vermischen. Die Butter in kleine Würfel schneiden und zusammen mit dem Ei zur Mehlmischung geben und zu einem glatten Teig verkneten. Den Mürbeteig zu einer Kugel formen und in einer abgedeckten Schüssel für 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.
    Den Backofen auf 175°C (Ober-/ Unterhitze) vorheizen. Die Tarteform fetten. Den Teig auf einer gut bemehlten Arbeitsfläche etwas größer als die Form ausrollen, in die Form legen und einen kleinen Rand von 2-3 cm hochziehen. Überstehenden Teig mit einem Messer abschneiden. Den Boden mehrfach mit einer Gabel einstechen und ca. 15 Minuten vorbacken.

    In der Zwischenzeit den Zitronensaft mit den Blüten durch ein feines Sieb oder Tuch gießen, den Saft auffangen und die zurückbleibenden Holunderblüten gut ausdrücken. Zitronensaft, -abrieb, Honig und Speisestärke in einem Topf verrühren. Unter Rühren mit dem Schneebesen aufkochen lassen, bis die Speisestärke eindickt. Abschmecken und bei Bedarf noch etwas Honig zugeben. Den Topf vom Herd nehmen, die Butter in Stückchen zugeben und verrühren. Den Herd auf mittlere Hitze herunterschalten. Die Eier verquirlen und mit einem Schneebesen unter die Zitronenmasse rühren. Den Topf zurück auf den Herd stellen und die Creme unter ständigem Rühren 3 bis 5 Minuten andicken lassen, bis sie eine puddingähnliche Konsistenz hat. Wichtig ist, dass die Masse nicht kocht, da die Eier sonst stocken.

    Die Zitronencreme auf dem vorgebackenen Mürbeteig verteilen und die Tarte auf unterer Schiene weitere 20 Minuten backen. Vor dem Anschneiden abkühlen lassen.

    Uns reicht es nicht ein Haus zu renovieren und einen Garten anzulegen. Nein, wir müssen auch noch ein Gewächshaus obendrauf setzen, als wäre alles andere nicht schon arbeitsintensiv genug. Wir wollten direkt aufs Ganze gehen und das Landleben voll und ganz auskosten. Am wichtigsten war uns dabei von Beginn an das eigene Gemüse aus dem Garten zu ernten und dazu gehören für uns natürlich auch Tomaten, Auberginen, Gurken und Co., die in der Wärme und bei der Luftfeuchtigkeit im Glashaus einfach noch besser gedeihen. Lange haben wir überlegt und gesucht. Es sollte nicht nur praktisch sein und ausreichend Platz für die vielen verschiedenen Sorten bieten, die wir gerne anbauen möchten, sondern auch noch optisch eine Einheit mit dem Garten bilden. Fündig wurden wir dann auf der Website von BAUHAUS*, als wir eigentlich etwas ganz anderes suchten. Unser Traumhaus aus Glas sollte das Juliana Gärtner werden, mit stolzen 18,8 Quadratmetern Grundfläche. Als treue Kunden haben wir uns riesig gefreut dieses Projekt mit der Unterstützung von BAUHAUS umsetzen zu können. Gerade jetzt, während der Renovierungsphase, findet man uns häufig in einem der Märkte. Die Auswahl ist riesig und was uns besonders gefällt ist, dass das Unternehmen nicht nur hochwertige, sondern auch möglichst umweltverträgliche Produkte anbietet. Diese erkennt man an entsprechenden Siegeln wie „Pro Planet“. 

    Bevor wir vom Gewächshaus selbst schwärmen, wollten wir euch über den Weg dorthin berichten. Los ging die Vorarbeit schon im Februar, als wir die ersten Samen in die Anzuchttöpfchen steckten. Wochenlang hegten und pflegten wir unsere Babies. Täglich trugen wir sie von drinnen nach draußen, damit ihnen Nachts nicht zu kalt wurde. Wir haben gebangt, ob sie auch 3 Tage ohne uns klar kämen. Ja, als Eltern von Jungpflanzen geht einem schon so manches durch den Kopf. Aber die Pflege der Kleinen war noch die einfachste Aufgabe. Der Weg zum eigenen Heim für unsere Jungpflanzen hingegen war lang und steinig.

    So schön haben wir es uns ausgemalt und sorgfältig den Standort ausgewählt. Eine ebene Fläche ist auf unserem Grundstück ohnehin nicht zu finden. Wie abschüssig das Plätzchen für das Haus doch war, merkten wir schnell, als wir bei brütender Hitze die Grasnarbe abtrugen. Ein Haus muss auf einem guten Fundament stehen, das gilt natürlich nicht nur für Steinhäuser. Es wurde also fleißig abgetragen, aufgeschüttet und begradigt und das war auch erst der Anfang. Ohne Ahnung, wie man so ein Projekt anpackt, waren wir ziemlich schnell überfordert mit der Aufgabe das Fundament einzulassen. Dafür muss nicht nur alles geebnet sein, sondern das Fundament muss frostfrei in den Boden eingelassen werden. Das heißt, mindestens 80 Zentimeter tiefe Löcher sollten her. Zum Glück rettete uns unser Helfer in der Not Jörg einmal mehr den Arsch und kam mit seinem Erdbohrer um die Ecke. Noch nie haben wir uns über 10 Löcher im Boden so sehr gefreut! Mit Beton gefüllt, tausend Mal mit Wasserwaage und Meterstab nachgemessen, konnte das Fundament dann endlich in den Boden und damit ging der Spaß dann erst richtig los.

    Gefühlt tausend Einzelteile warteten darauf zusammengeschraubt zu werden. Die brütende Hitze hielt nach wie vor an und eine Menge Mücken leisteten uns in den schweißtreibenden Abendstunden Gesellschaft. Strebe um Strebe wuchs das Gebilde, das irgendwann schon als Haus zu identifizieren war. Das System des Juliana Gewächshauses ist wirklich simpel und wahnsinnig durchdacht. Der Aufbau des Hauses war aufgrund dessen gut zu zweit zu bewältigen. Bis dann wieder der Moment kam, in dem wir ohne Jörg verloren gewesen wären. Davor, die Glasplatten ins Dach einzusetzen, hatten wir ziemlich viel Respekt. Die Platten sind teilweise über zwei Meter hoch und diese auf der Leiter stehend zu kontrollieren, ohne das Glas zu sehr in Schwingung zu versetzen, war allein schon beim Zuschauen nervenzehrend. Noch dazu schwang immer die leichte Sorge mit, dass wir doch einen Fehler gemacht haben könnten. Dass eine vergessene Schraube oder ein schiefer Winkel am Ende noch alles verderben könnten. 

    Nicht selten kamen wir bei dem ganzen Prozess des Aufbaus an den Punkt, an dem wir uns fragten, warum wir uns das eigentlich alles antuen. Warum wir uns selbst nur so quälen müssen, um am Ende ein paar Tomaten zu ernten. Aber gerade dann, wenn man an diesem Punkt ankommt, glüht man vor Stolz und Glück, sobald das perfekte Ergebnis vor einem steht, oder? So erging es uns zumindest. Und deswegen wollten wir diesen besonderen Moment ein wenig feiern. Zwischen all den Jungpflanzen, die dort einziehen würden, einen gemütlichen Abend zu verbringen, war unbeschreiblich schön. Die Sonnenstrahlen, die sich in den Scheiben spiegelten, die glitzernden Wassertropfen von dem vorausgegangenen ausgiebigen Regen, die Geräusche, die zwar leicht gedämpft durch die Fenster drangen aber trotzdem das Gefühl von Draußen vermittelten. In dem Moment fanden wir es fast schon schade das Gewächshaus ganz den Pflanzen zu überlassen. Auch unser lieber Jörg Schlinke hat zur Feier des Tages noch einen weiteren Teil beigetragen und mit seinem Leucht-Schriftzug eine wundervolle temporäre Installation im Gewächshaus geschaffen. Bei einem erfrischenden Gläschen saßen wir zusammen und haben genau den richtigen Moment abgewartet, den Moment, in dem das Licht perfekt war. Die ersten Sterne ließen sich schon blicken, die Sonne strahlte noch mit letzter Kraft einen Hauch Rot an den Horizont…

    Nach diesem tollen Abend fällt es schon schwer, das Haus den Pflanzen zu überlassen. Aber andererseits freuen wir uns schon, sie endlich in die verdiente Erde zu setzen. Wir halten euch natürlich auf dem Laufenden und berichten euch weiter, wie die Kleinen so heranwachsen. Und spätestens zur Ernte gibt es noch einmal einen ausführlichen Bericht im Blog.

    Nachdem wir einige Wochen nichts von uns und unserem Siedlerhaus haben hören lassen, wollten wir euch endlich einmal auf den neuesten Stand bringen. Dafür einen Anfang zu finden fällt unheimlich schwer. Denn nachdem wir zu Beginn des Jahres sehr geduldig auf die langsamen Mühlen der Bürokratie warten mussten, ging danach plötzlich alles Schlag auf Schlag. Nach dem letzten Schnee an Ostern und einer bitterkalten Woche mit bis zu minus 18 Grad, explodierte die Natur förmlich bei den darauffolgenden Sonnenstrahlen und der Frühlingswärme. Für uns ging es also raus aus dem Haus, ab in den Garten. Denn unsere Pläne waren groß. In allen Möglichen Gartenbüchern liest man direkt zu beginn, dass man klein anfangen sollte. Nun ist das natürlich Auslegungssache, aber dass ein 75 Quadratmeter großer Nutzgarten und noch dazu ein fast 19 Quadratmeter großes Gewächshaus kein bescheidener Anfang sind, lässt sich wohl kaum leugnen. Spätestens dann, wenn man den Spaten ansetzt, merkt man, dass man es damit etwas übertrieben hat. Eine verwilderte Fläche, bewachsen mit den liebsten Unkräuter der Gärtner, nutzbar zu machen, ist eine kleine Herausforderung und wird uns natürlich auch in den nächsten Jahren noch ordentlich beschäftigen. Wir haben mit wirklich viel Arbeit im Garten gerechnet aber die Realität hat unsere, meist eher pessimistische, Einschätzung sogar noch übertroffen. Ganz schnell wuchs uns alles über den Kopf. Im wahrsten Sinne, denn dass wir für die mehr als 3.000 Quadratmeter große Fläche selbstverständlich einen ordentlichen Rasenmäher brauchen würden, kam uns vorher gar nicht in den Kopf. Wir dachten, dass es doch schön wäre alles wild wachsen zu lassen und nur die Wege freizuschneiden. Wer selbst einen großen Garten hat, wird sich über diese Naivität vermutlich kaputtlachen. Nun gut, das ist eine andere Baustelle. Während wir also tagelang vor uns hingegraben haben, veränderte sich die Natur drumherum im Handumdrehen. Kaum öffneten sich die wundervollen Kirsch- und Apfelblüten, die sehnlichst von uns erwartet wurden, fielen sie auch schon wieder von den Bäumen und mittlerweile hängen zahlreiche kleine Früchte daran. Es sprießen Blumen aus dem Boden oder öffnen ihre duftenden Blüten an den Büschen.

    Nach dem Flieder kamen wundervolle Pfingstrosten und wir sind gespannt, womit wir noch überrascht werden. Das Kartoffelbeet, mit sieben verschiedenen Sorten, ist inzwischen schon voll bewachsen und auch der Rest füllt sich immer mehr mit unseren Jungpflanzen. Aber auch ohne unser Zutun konnten wir schon einiges aus dem Garten in der Küche verarbeiten. Die jungen Spitzen der Fichten haben wir in Honig fermentiert, Löwenzahnblüten zu einem Sirup gekocht. Ein riesiger Salbeibusch lädt zu mediterranen Gerichten ein. Seine Blüten sehen aber auch bezaubernd in einer kalten Limonade aus. Es macht jetzt schon so viel Spaß sich nach Lust und Laune zu bedienen!

    Auch wenn wir mehr Zeit im Garten verbringen, als drinnen, hat sich im Siedlerhaus einiges getan. Seit drei Wochen herrscht Campingstimmung, denn unser Bad wurde entkernt und wird damit als einziger Raum im Haus komplett verändert. Die Handwerker haben hier schon ganze Arbeit geleistet und nun dauert es nicht mehr lange, bis alles an seinem Platz sein wird. Wir können es nicht erwarten die handgeformten Fliesen, für die wir uns entschieden haben, im Bad zu sehen. Oder unsere selbst gebauten Armaturen aus Kupfer. Ein alter Trog, den wir im Schuppen gefunden haben, soll als Waschbecken dienen. Wir sind so gespannt, ob alle unsere Ideen am Ende ein harmonisches Bild ergeben werden.

    Eigentlich wäre jetzt schon der Moment, an dem wir euch gerne alles in fertigem Zustand gezeigt hätten. Nun sind aber noch nicht einmal die Wände gestrichen, wir suchen immer noch bestimmte Möbelstücke und müssen so viel Koordinieren, dass vieles auf der Strecke bleibt. Denn nicht nur für unser Bad haben wir die perfekten Fachkräfte gefunden. Auch für das Herzstück unseres Hauses, die Küche, konnten wir ein tolles Team zusammenstellen, das schon eine ganze Weile daran arbeitet uns ein kleines Kochparadies zu bauen. Mehr dazu möchten wir euch bald erzählen und natürlich zeigen!

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