Für 2-3 Personen

Gerne nehmen wir uns viel Zeit zum Kochen. Seitdem wir in unserem Siedlerhaus werkeln, sind ausschweifende Gerichte allerdings etwas zu kurz gekommen. Die Küche war bisher sehr provisorisch eingerichtet und vor allem hat schlichtweg die Zeit gefehlt stundenlang am Herd zu stehen. Was wir hier zubereitet haben, war also sehr simpel, mit wenigen Zutaten, am liebsten natürlich direkt aus dem Garten. Eines dieser Alltagsgerichte möchten wir euch gerne vorstellen.

Für das Dressing alle Zutaten im Blender gut mixen. Einen Topf mit Salzwasser zum kochen bringen. Die Brokkoliröschen je nach Größe 5-6 Minuten, die Erbsen ca. 2 Minuten blanchieren. Das Gemüse mit einer Schöpfkelle abtropfen und in einer Schüssel mit Eiswasser abschrecken. Die Radieschen gegebenenfalls halbieren, die Nektarine in dünne Spalten schneiden und den Dill grob hacken. Alle Zutaten für den Salat vermischen und nach Belieben mit einigen gerösteten Kernen garnieren.

Ein Kurztrip nach Italien zum Eisessen mag etwas verrückt klingen aber als wir von Grom Gelato* eingeladen wurden, haben wir nicht lange überlegt und zugesagt. Nach kurzer Recherche stellte sich heraus, dass den Gründern Guido und Federico nachgesagt wird, das beste Eis Italiens oder vielleicht sogar der ganzen Welt herzustellen. Ob das stimmt, wollten wir unbedingt herausfinden. Nach einem gestrichenen Flug, Warten am Flughafen, einem Umweg durch halb Deutschland und der Suche nach unserem verloren gegangen Koffer, trafen wir in Turin dann endlich auf einen der beiden Gründer von Grom, Guido Martinetti. Und zwar bei einem köstlichen Dinner mit regionalen Spezialitäten aus dem Piemont, die die Strapazen der vergangen Stunden oder eher des vergangen Tages vergessen ließen. Das fabelhafteste Focaccia überhaupt, Agnolotti mit Parmesan, perfektes Risotto, saisonales Gemüse und natürlich nur die besten Weine wurden serviert. Nicht nur Guido während des Essens zuzuhören war faszinierend. Mindestens genauso viel Spaß hat es gemacht, ihn zu beobachten. Beherzt bediente er sich an den Nachbartellern, löffelte den Parmesan direkt aus dem Schälchen heraus und freute sich wie ein Kind über jeden Gang. Jeder andere hätte hier und da vermutlich unhöflich gewirkt, bei ihm war es einfach nur unheimlich charmant und demonstrierte seine Liebe zur italienischen Küche und zu den sorgfältig ausgewählten Zutaten. Das Stichwort für ihr ganzes Unternehmen. Die beiden Gründer von Grom sind Anhänger der Slowfood-Bewegung und damit begann auch die ganze Erfolgsgeschichte. Bis 2002 hatten der Winzer Guido Martinetti und Finanzberater Federico Grom keine Ahnung von der Eisherstellung. Bis ein Artikel des Slowfood Gründers, Carlo Petrini, Guidos Interesse und vor allem Ehrgeiz für dieses Thema weckte. In dem Artikel ließ Petrini sich darüber aus, dass in Italien niemand mehr Gelato auf traditionelle Art herstellen würde. Kaum zu fassen, wo das Eis doch zu den oft gelobten italienischen Spezialitäten gehört. Qualitativ hochwertiges Gelato, mit saisonalen Früchten, ohne künstliche Aromen, Konservierungsstoffe und all die anderen industriellen Zusätzen gäbe es nicht mehr, so Petrini. Diese Einschätzung sollte sich schon ein Jahr später ändern. Denn Guido überzeugte seinen Freund Federico mit der Idee, das beste Gelato herzustellen, das auf dem Markt zu finden wäre. Sie eröffneten, mit wenig Geld und noch weniger Ahnung, ihre erste Gelateria in Turin und innerhalb kürzester Zeit rannten die Eisliebhaber den Beiden den Laden ein. Mit ihren frischen, unkonventionellen Ideen änderten sie die Regeln in der Branche. Ihre Unwissenheit führte sie am Ende mit einer ganz anderen Denkweise rund ums Gelato und die Herstellung zum Erfolg. Bis heute, 15 Jahre später, studieren die Gründer die Gelato-Herstellung, um Grom immer weiter zu perfektionieren. Ihre Methode ist dabei einzigartig. Sie beliefern ihre Läden nicht mit dem vorgefertigtem, bereits gefrorenen Eis, sondern liefern die frische Rohmasse, die in den Eismaschinen vor Ort aufgeschlagen wird und dadurch ihre perfekte Konsistenz erhält. 

Das Wissen und auch die Rezepturen sind aber nicht allein ein Garant für das Geschmackserlebnis von Grom. Am wichtigsten sind tatsächlich die guten Zutaten. Hier stießen die beiden Gründer schnell an die Grenzen des Möglichen. Produkte nach ihrem Anspruch gab es nirgends in Italien zu finden.

Also gingen die beiden noch einen Schritt weiter und bauten 2007 ihre eigene Farm mitten im wunderschönen Piemont auf. Die Mura Mura Farm. Auf dem 20 Hektar großen Bio-Bauernhof, in Costigliole d’Asti, werden die besten, schmackhaftesten Obstsorten angepflanzt. Diese heißt es aber erst einmal ausfindig zu machen. Die ganze Farm ist also ebenfalls als Versuchslabor unter freiem Himmel zu sehen. Bei dem Anbau der Früchte geht es nicht darum, ein vor allem optisch ansprechendes Ergebnis zu erzielen. So ist es bei den meisten Produzenten, denn auf dem Wochen- oder Supermarkt soll der Käufer auf den ersten Blick vom Gemüse begeistert sein. Das Ziel auf der Mura Mura Farm ist es allerdings, Früchte mit dem besten Geschmack zu erhalten. So sind zum Beispiel die Marillen kleiner als diejenigen im Supermarkt und mit Punkten übersät, ein vermeintlicher Schönheitsmakel. Dafür ist der Geschmack ein ganz besonderer und nirgends sonst zu finden. So  auch bei den Erdbeeren, die wir zum Verkosten neugierig und gespannt in der Runde herumgereicht haben. Es wurden 28 verschiedene Sorten auf der Farm angebaut um daraus die besten für das Gelato auszuwählen. Wir probierten eine Züchtung, die einen Teil Walderdbeere enthielt, aber ohne den herben Nachgeschmack. Wir haben tatsächlich noch nie solche aromatischen Erdbeeren gegessen! Auf der Farm werden außerdem Pfirsiche, Birnen, Feigen und Melonen angebaut. Ein Team wählt in Blindverkostungen die besten Sorten für das Gelato aus. Diese werden dann in größeren Mengen gepflanzt. Die Früchte dürfen so lange am Baum reifen, bis sie ihr volles Aroma erreicht haben. Herkömmlich werden Früchte oft vor dem optimalen Reifegrad geerntet, um sie besser transportieren und länger lagern zu können. Das beeinträchtigt natürlich den Geschmack und käme Guido und Federico niemals in den Sinn. Hier geht es auch nicht um die ertragreichsten oder krankheitsresistentesten Sorten, nein, es zählt allein das, was im Gaumen passiert. Guido dabei zuzuhören, wie er über all das spricht und ihn dabei zu beobachten, wie er mit glänzenden Augen über seine Farm läuft um uns all die Sorten zu beschreiben, zu zeigen, schmecken zu lassen, war unfassbar schön. Die beiden leben einfach für ihren Traum und ihr Gelato. Das war überdeutlich zu spüren. Nicht nur das Gelato, sondern auch die Eiswaffeln und andere Leckereien werden von Grom produziert. Kekse, Cremes, Marmeladen. Alles in Perfektion.

Wir haben uns natürlich quer durch die ganze Palette gefuttert. Pistazie, Himbeere, Crema di Grom, Sorbetto al Limone, ach, jede einzelne Sorte war himmlisch cremig, fruchtig, lecker. Ob es wirklich das beste Gelato der Welt ist? Das können wir natürlich nicht wissen. Wir sind aber davon überzeugt, dass es ganz besonders ist und genau so, nirgends sonst zu finden sein wird.

Die zwei Tage in und um Turin drehten sich aber nicht allein um Eis. Wir lieben die Italiener dafür, dass sie ihren Gästen mit voller Inbrunst ihre Esskultur präsentieren und näher bringen möchten. So zogen wir auch an den folgenden Tagen durch die Lieblingsrestaurants der Gastgeber um lokale Spezialitäten kennenzulernen, verkosteten Weine, genossen den Trubel Turins auf dem größten Freiluftmarkt Europas, dem Mercato di Porta Palazzo, von der Mole Antonelliana aus überblickten wir die ganze Stadt. Wir werden zurückkommen, das ist keine Frage! Bis dahin können wir das wunderbare Gelato von Grom zum Glück auch in Deutschland genießen. Hier kommt es nämlich in ausgewählten Supermärkten ins Eisfach.

Für 2 Personen

In unserem letzten Bericht über das Siedlerhaus sind die Kirschen noch in voller Blüte zu sehen, innerhalb eines Wimpernschlages hingen sie dann auch schon rot leuchtend an den Bäumen. Damit gerechnet, überhaupt welche abzubekommen, haben wir nicht. Denn von allen Seiten kam die Warnung vor den Staren. Sie würden in einem Schwarm den Baum bevölkern und sich an den süßen Früchten laben, bis nichts mehr übrig bliebe. Auch wenn die Ernte, ob Früchte oder Gemüse, zu einem der Gründe zählt, aus denen wir uns für ein Haus auf dem Land entschieden haben, fanden wir diese Vorstellung fast schon ein wenig erleichternd. Denn um Kiloweise Kirschen zu ernten und zu verarbeiten, ist eigentlich nach wie vor keine Zeit. Es gibt noch zu viele Baustellen. Abgesehen davon sind die Spitzen der Kronen für uns in unerreichbarer Höhe. Dort werden wir definitiv nicht herankommen.
Die Stare blieben dieses Jahr aus, nur einige wenige pickten an den Kirschen herum. Eine erste Ladung von 9 Kilo konnten wir nun doch schon pflücken. Für uns ist das bereits eine große Menge, an den 4 Bäumen hängt aber vermutlich noch das zehnfache. Die ersten Kilos haben wir eingekocht und unsere Schoko-Kirsch-Clafoutis gebacken. Ein Clafoutis ist eine Mischung aus Auflauf und Kuchen und wird klassisch aus einem Pfannkuchen ähnlichen Teig zubereitet. Am besten schmeckt sie laufwarm, wenn die Schokolade noch geschmolzen ist. Dann lässt sich das Clafoutis zwar nicht in Kuchenstücke schneiden, sondern muss gelöffelt werden, der Teig ist dann aber besonders saftig.
Ein paar Tage werden wir nun nicht noch einmal zum Ernten kommen. Vielleicht lockt der süße Geruch nun doch noch die Stare an, oder die Wespen. Falls nicht, möchten wir unbedingt wieder mit dem Eimer auf die Leiter steigen und ein wenig mit den Kirschen experimentieren. Einige sollen in Salz eingelegt, ein anderes Glas mit Essig konserviert werden. Getrocknete Kirschen, Marmelade, Streuselkuchen, Kirschsaft. Da fällt uns noch so einiges ein!

Den Backofen auf 180°C (Ober- / Unterhitze) vorheizen. Die Kirschen entsteinen. Die Mandeln mahlen und mit dem Kakao, Zucker und Salz in einer Rührschüssel vermischen.
Die Eier mit einem Schneebesen unter die Sahne rühren. Die Masse zur Mandelmischung geben und zu einem glatten Teig verrühren.
Die Schokolade hacken und unterheben. Die Butter in einer ofenfesten Pfanne oder Backform (ca. 24 cm Durchmesser) schmelzen, darin verteilen und den Teig hineinfüllen.
Die Kirschen gleichmäßig auf dem Teig verteilen und 35 - 40 Minuten auf mittlerer Schiene backen.
Wir dekorieren das Clafoutis gerne noch mit frischen Kirschen und gehackter Schokolade.

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