Wer hätte gedacht, dass wir einmal in einem richtigen Restaurant kochen würden? Wir jedenfalls nicht! Als Alan Micks, der Chefkoch vom Restaurant des Michelberger Hotels, uns vorschlug ein gemeinsames Event umzusetzen, waren wir ziemlich überrascht, verwirrt, unsicher, vor allem aber geehrt. Wäre da nicht Jonathan gewesen, seit mehreren Jahren unser Freund und seit zwei Jahren Souschef im Restaurant und Zoe, deren Hochzeit wir als Paul liebt Paula letztes Jahr begleitet haben und die Events für das Restaurant plant, dann hätten wir uns sicher nicht so schnell auf das Erlebnis eingelassen und sofort zugesagt. Aber von so tollen Menschen umgeben, konnte es nur schön werden.

Schon lange verfolgen wir, was Alan mit seinem Team in der Michelberger-Küche treibt und dabei haben wir viele Parallelen zu unseren eigenen Vorlieben entdeckt. Ähnliche Gedankengänge, Geschmackskombinationen oder ungewöhnliche Zutaten, die wir selbst für uns entdeckt haben. Es passte also alles zusammen und man kann sich schließlich nur weiterentwickeln, wenn man etwas Neues wagt.

Gemeinsam haben wir uns überlegt, einen entspannten Sonntags-Lunch zu veranstalten, für den wir ein Menü aus mehreren Komponenten kreiert haben. Das Essen sollte in Schüsseln und auf Platten serviert werden, sodass sich jeder nach Lust und Laune bedienen konnte. So gemeinsam zu essen, sei es auch mit völlig Fremden, hat etwas wahnsinnig kommunikatives und heimeliges. Denn genauso sitzt man auch zusammen mit der Familie am Tisch. Passend zu diesem Gefühl haben wir auch unsere Gerichte ausgewählt. Essen zum Wohlfühlen. Auf dem Menü standen: unser Rote Bete Hummus, welches ihr bereits im Blog findet, glasierte Möhren mit Dukkah und dazu Naan aus dem Tandori Ofen. Zu unseren Lieblingskartoffeln mit Polenta-Kruste wurde ein Salat aus Fenchel, Apfel und Radicchio serviert und Schwarzwurzeln mit weißen Bohnen. Das Rezept dafür findet ihr in abgewandelter Form, mit weißem Spargel, in unserer App.

Als Dessert haben wir unseren Streuselkuchen gebacken. Allerdings passend zur Jahreszeit mit Äpfeln. Hierfür braucht ihr weniger Zucker in der Füllung und könnt auf die Speisestärke verzichten.

Schon am Vortag vor unserem Lunch sind wir mit einem kleinen Koffer im Hotel angekommen. Mit den eigenen Messern im Gepäck aber auch unseren Schlafsachen, denn die Nacht durften wir dort verbringen. So haben wir uns abends einmal quer durch die Dinner-Karte gefuttert und morgens ein ausgiebiges Frühstück genossen.

Insgesamt war dieses Event wahnsinnig entspannt für uns. Denn ausnahmsweise mussten wir uns nicht um alles selbst kümmern. Jonathan hat für unsere Rezepte die besten Zutaten besorgt. Im Michelberger wird ohnehin mit sehr hochwertigen, biologischen und saisonalen Produkten gekocht. Er hat auch alles koordiniert und uns einen tollen Blick hinter die Kulissen einer Profiküche gewährt. Zoe hat sich um das ganze Management gekümmert. Die Blumendeko wurde wundervoll vom Blumenmädchen Claudia umgesetzt, ohne, dass wir uns darum Gedanken machen mussten. Selbst die Menükarten waren genauso, wie wir sie selbst gemacht hätten. Es ist ein sehr schönes Gefühl zu wissen, dass man mit Menschen zusammenarbeitet, die ähnlich ticken, wie man selbst. Wenn man sich darauf verlassen kann, dass alles gut wird, auch wenn man es nicht selbst in die Hand nimmt.

Weil so viele liebe Menschen an diesem Nachmittag mitgewirkt haben, hatten wir auch endlich einmal mehr Zeit, um bei den Gästen zu sitzen, zu quatschen, alles stressfreier zu genießen. Eigentlich ist genau das der schönste Part, der leider oft viel zu kurz kommt. Die Gäste beim Essen zu beobachten, sie danach zu befragen, was ihnen am besten gefallen hat. Zu hören, dass sie Fenchel eigentlich gar nicht mögen aber eben jenen im Salat geliebt haben. Neugierige Fragen zu den Zutaten zu beantworten. Über Gott und die Welt zu reden und dabei das Essen zu genießen…

Für 4 Personen

Den Backofen auf 200°C Umluft vorheizen. Die Möhren halbieren. Honig, Sanddornsaft, Sonnenblumenöl und Salz zu einem Dressing mixen. Die Möhren auf einem Backblech verteilen und mit dem Dressing vermischen. 20-25 Minuten auf mittlerer Schiene backen, zwischendurch wenden.
Für das Dukkah Mandeln und Haselnüsse grob hacken und in einer Pfanne ohne Fett rösten. Kreuzkümmel und Koriandersamen grob im Mörser zerstoßen und mit den übrigen Gewürzen und Samen in die heiße Pfanne geben, vermischen und abkühlen lassen. Die Möhren noch einmal mit etwas Sanddornsaft beträufeln und die Gewürzmischung nach Belieben darüber streuen.

Für 5 Personen

Den Fenchel vom Strunk befreien und in feine Scheiben hobeln. Anschließend in etwas Olivenöl anrösten und salzen. Den Apfel entkernen und in dünne Spalten schneiden. Radicchio in mundgerechte Stücke rupfen. Die Walnüsse in einer Pfanne ohne Öl rösten und grob hacken. Ahornsirup, Rotweinessig, Senf, Walnussöl und Meersalz zu einem Dressing mixen. Alle Zutaten für den Salat vermischen.

Für 4 Personen

Den Backofen auf 220°C Umluft vorheizen. Die Kartoffeln schälen, gegebenenfalls halbieren und 10 Minuten in Salzwasser kochen. Das Wasser abgießen und die Kartoffeln im Topf mit geschlossenem Deckel einmal kräftig schütteln, damit die Polenta besser haften kann. Das Olivenöl und Salz hinzugeben und mit den Kartoffeln vermischen. Anschließend im Polentagrieß wälzen. Die Kartoffeln 15 Minuten backen, wenden, noch einmal mit etwas Öl beträufeln und weitere 10 Minuten backen.
In der Zwischenzeit die Zwiebel in Spalten schneiden. Die Salbeiblätter von den Stielen zupfen und die Blätter grob hacken. Zwiebelspalten und Salbei in dem Olivenöl knusprig braten. Gegen Ende die Pinienkerne hinzugeben und mit Salz würzen. Die Kartoffeln vor dem Servieren mit grobem Meersalz bestreuen.

Während der Suche nach einem Zuhause im Grünen haben wir uns immer vorgestellt, wie wir ein graues Entlein in einen weißen Schwan verwandeln würden. Wie wir die Seele und den Geist des Hauses erst unter Schichten miefiger Tapete und PVC Boden freilegen müssten. Auf der einen Seite war dieser Gedanke einer kleinen Schatzsuche sehr schön. Auf der anderen Seite war es aber auch ein unglaublich schönes Gefühl das erste Mal einen Fuß in unser Siedlerhaus zu setzen und all das Verborgene bereits spüren zu können. Ganz ohne Spekulation.

Wir haben euch das Haus übrigens letzten Herbst schon einmal gezeigt. Nur hätten wir uns zu diesem Zeitpunkt nie erträumt, es bald unser Eigen nennen zu dürfen. Damals haben wir es einfach nur bewundert, genossen und uns darauf gefreut, diesen Schatz von Knut und Christina vom Gutshaus Rensow, bald wieder einmal als Ferienwohnung mieten zu können. Die Begegnung mit den beiden war für uns damit nicht nur eine Bereicherung auf menschlicher Ebene, hat uns nicht nur zu neuen Gerichten und Geschichten inspiriert, sondern am Ende unseren Lebensweg in neue Bahnen gelenkt. Völlig unerwartet kam die Frage von Knut und Christina, ob wir uns vorstellen könnten dort, im Siedlerhaus in Rensow, zu leben. Trotz Begeisterung für das Haus, war da ein Funken Zweifel. Der Traum vom eigenen Heim ist schön und gut, es aber so real vor sich stehen zu haben, ist dann doch etwas anderes. Uns wurde nach dem kurzen Zögern aber ganz schnell klar, dass sich so eine Chance nie wieder bieten würde. Allein diese Lage! In Felder gebettet, nur einige hundert Meter vom Gutshaus Rensow entfernt, in dem wir letztes Jahr so viele tolle Tage verbracht haben. Mit all den Menschen drumherum,

die wir so lieb gewonnen und die unsere Sichtweise auf manche Dinge verändert haben.

Mit ihrer Liebe zu alten Häusern und ihren Gedanken dazu haben uns Knut und Christina einen neuen Blick auf die Patina des Alters gegeben. Wir schätzen schon immer Gebrauchtes und dessen Spuren, die so viele Geschichten erzählen. Langsam wird uns aber immer bewusster, weshalb. Knut und Christina haben uns zum Beispiel den Begriff Wabi näher gebracht. Er steht im Japanischen für das absolut Einfache und Unverfälschte und für die Schönheit die den unprätentiösen Dingen innewohnt. In diesem Sinne möchten wir im Siedlerhaus das weiterführen, was die beiden dort schon angefangen haben – den Charakter und die wesentlichen Elemente der bereits bestehenden Strukturen hervorheben. Lehm, Mauerwerk, abgenutzte Dielen, abblätternde Farbschichten. All das wird fast schon zu abstrakter Kunst, auf der die Zeit ihre Spuren hinterlassen hat. Dies möchten wir durch organische Materialien, wie pflanzlich gefärbte Naturfasern und Kalkfarben, unterstützen.

Dabei ist es uns wichtig erst ein Gespür für die richtige Auswahl der Materialien und Farben zu entwickeln – das Haus zu bewohnen und zu beobachten. Allein das Spiel von Licht und Schatten trägt einen großen Teil zu unseren Entscheidungen bei. Durch Licht und Schatten bekommen nicht nur Farben oder Räume ihre Wirkung, sondern auch gezielt platzierte Objekte, die ihre Schönheit erst im Muster ihres Schattens voll entfalten. Diese Objekte zu finden, wird sicher seine Zeit brauchen. Uns bereitet es aber große Freude nach diesen Schätzen zu suchen.

Für die passenden Farben, auf denen Licht und Schatten tanzen können, haben wir uns bereits entschieden. Die Kalkfarben von Bauwerk Colour*, die im Einklang mit der Natur hergestellt werden, haben es uns angetan. Besonders die warmen Töne, die den Eindruck vermitteln, man hätte Ton, Lehm und Erde an die Wand gebracht. Sie passen perfekt in dieses Haus und zu dem Gefühl, welches wir damit verbinden. Es ist immer wieder großartig Unternehmen zu entdecken, bei denen uns nicht nur die Produkte überzeugen, sondern auch die Philosophie dahinter. Diese Kalkfarben werden mit Ton, Mineralien und natürlichen Pigmenten hergestellt. Sie enthalten weder Biozide oder andere schädliche Zusätze, noch werden während des gesamten Herstellungsprozesses, der zu 100% aus Ökostrom erfolgt, Chemikalien an die Umwelt abgegeben.

Auch wenn wir unsere Lieblingsfarbtöne schon ausgewählt haben, möchten wir sehr behutsam vorgehen und uns mit allen Entscheidungen genügend Zeit lassen. Denn das Haus hat seinen eigenen Kopf, lässt sich nicht verbiegen. Wir sind diejenigen, die vom Haus gelenkt werden. So wollten wir zum Beispiel farblich mit den Holzpaneelen spielen, die in sanften Grautönen gestrichen waren. Als wir bemerkten, dass sich dahinter noch Tapete befand, die im Laufe der Jahre Feuchtigkeit gespeichert und damit den Putz porös gemacht hat, waren wir kurz ratlos. Solche anfälligen Stellen bewusst zu belassen kam für uns nicht in Frage. Alle Paneelen zu entfernen war aber ganz und gar nicht die Idee gewesen. Unsere Gedanken zur farblichen Gestaltung waren damit vorläufig über den Haufen geworfen und natürlich auch der Zeitplan. Solche unerwarteten Zwischenfälle mögen im ersten Moment ärgerlich sein, wir möchten sie aber eher als besondere Geschenke sehen. Unter der Holzverkleidung, Tapete und abbröckelndem Putz kam das Mauerwerk mit Lehm und Backsteinen zum Vorschein.

Und damit wieder ganz neue, natürliche Strukturen und Farben, die man nur finden, nicht aber künstlich erzeugen kann. Die Wand bis auf das Mauerwerk freizulegen bedeutet auch, eine Geschichte sichtbar zu machen. Nun ist die Geschichte unseres Hauses keine hunderte von Jahren alt aber immerhin wurden Steine und Lehm – rohe, schmucklose, solide Materialien – schon vor 70 Jahren zusammengefügt.

Siedlungshäuser sind einfach gebaute, meist freistehende Häuser mit geringer Wohnfläche, dafür aber einem großen Grundstück. Sie wurden vor allem nach dem ersten Weltkrieg gebaut und teilweise erwerbslosen Menschen oder Flüchtlingen zur Selbstversorgung zur Verfügung gestellt. Zu den Häusern, die aufgrund von Materialmangel meist aus recycelten Baustoffen errichtet wurden, gehörten oft Ställe und Nebengelasse. Größere Gebäude, wie zum Beispiel alte Scheunen, wurden abgerissen, um daraus mehrere kleinere Häuser zu bauen. So befinden sich im vorderen Bereich unseres Hauses, der ursprünglich als Stall genutzt wurde, wohl bis zu 300 Jahre alte Balken, die dort Ende der 1940er Jahre eine neue Verwendung gefunden haben.

Jeden Tag entdecken wir einen weiteren Teil dieser Geschichte. Wenn wir mit den nackten Füßen erst über die kalten, unebenen Backsteine gehen, dann über warmes, angegrautes Holz. Wenn wir aus dem Fenster schauen – der Blick lässt an ein Gemälde denken, das sich über das Jahr hinweg verändern wird. Wenn die Flammen im Ofen ihre Schatten auf die Wände werfen. All diese Kleinigkeiten erzählen uns etwas über diejenigen, die das Haus gebaut und darin gelebt haben. Diese einfachen Dinge überhaupt wahrzunehmen, ist wahnsinnig inspirierend und auf eine Art beruhigend. Sie lassen uns spüren, was da Vinci wohl damit meinte, dass die Einfachheit die höchste Stufe der Vollendung sei.

Die vergangenen Wochen bestanden hauptsächlich aus Warten. Warten darauf, dass Unterlagen geprüft, Termine gemacht und Verträge unterschrieben werden. Um uns von dem nervenaufreibenden bürokratischen Hin und Her die Vorfreude auf unser Siedlerhaus nicht verderben zu lassen, haben wir in dieser Zeit schon fleißig Pläne geschmiedet, Bücher zum Gärtnern gewälzt, nach passenden Möbeln Ausschau gehalten und uns zumindest schon einmal alles in Gedanken erträumt, bis wir vor ein paar Tagen dann endlich die Schlüssel in unseren Händen hielten. Jetzt warten ein paar spannende Wochen und Monate auf uns. All die Ideen aus unseren Köpfen in die Tat umzusetzen wird sicher schwierig oder teilweise gar unmöglich. Denn das Haus hat seinen ganz eigenen Kopf, das haben wir schnell gemerkt. Aber genau darauf möchten wir uns auch gerne einlassen. Den Charakter des Hauses erkunden um damit zu arbeiten. Damit wir so wenig wie möglich verändern, aber doch so viel, wie eben nötig ist, um es zu einem gemütlichen Zuhause zu machen. Aber dazu bald mehr!

Ein großes Projekt wird es dieses Jahr sein, einen Garten auf unserem Grundstück anzulegen. Da das Gartenjahr 2018 schon in den Startlöchern steht, kribbelt es uns so dermaßen in den Fingern. Da ist aber auch eine gewisse Angst, dass unsere Erwartungen viel zu hoch sein könnten. Auch wenn wir in den letzten Jahren einiges über Gemüseanbau lernen konnten, sehen wir uns als absolute Anfänger auf dem Gebiet. Wir dürfen also vielleicht auf ein bisschen Anfängerglück hoffen.

Planlos möchten wir an das Thema aber keinesfalls herangehen. Das Ziel ist es, unser Grundstück in Permakultur (permanent agriculture) zu bewirtschaften und damit bestenfalls eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft zu erreichen, die sich selbst in ihrem eigenen Rhythmus reguliert und ein Miteinander verschiedenster Lebewesen ermöglicht. So kann sich ein Nahrungskreislauf entwickeln, in dem jede Tierart ihre natürlichen Feinde vorfindet und zu einem gesunden Garten beiträgt. Dafür möchten wir Plätze schaffen, an denen sich nützliche Helferlein wohlfühlen. Igel, Bienen, Regenwürmer, Vögel, Schmetterlinge und sogar Spinnen sind in unserem Garten herzlich willkommen.

Permakultur bedeutet für uns vor allem das Beobachten und sich Hineinfühlen in die Natur. Sie gänzlich zu verstehen liegt wohl außerhalb des menschlichen Intellektes aber das sollte uns nicht daran hindern im Einklang mit ihr zu leben. Die Menschen wollen so gerne die Abläufe in der Natur verändern, um sie zu optimieren, um noch bessere Erträge zu erwirtschaften. Dabei ist die Natur bereits perfekt. Graham Bell schrieb in seinem Buch Der Permakultur-Garten: „Ökologische Schäden sind normalerweise das Resultat menschlichen Eingriffs.

So wenig wie möglich in die Natur einzugreifen, ist daher die beste Methode, wenn man etwas für die Umwelt tun will.“

Natürlich greifen wir grundsätzlich in die Natur ein, sobald wir gezielt Obst und Gemüse anbauen möchten – schließlich heißt es auch Permakultur und nicht Permanatur. Dies kann aber dennoch so geschehen, dass wir, zum Beispiel durch Mischkulturen, dafür sorgen den Boden zu bereichern, anstatt ihn auszulaugen.

Soweit so gut. Die große Aufgabe ist es nun, unser Grundstück zu analysieren, zu beobachten, zu entscheiden, wo für welche Pflanzen der optimale Standort ist und welche Gewächse voneinander profitieren um uns im Sommer aus einem üppig gewachsenen Garten bedienen zu können. Aus Neugier haben wir ein paar Bodenproben genommen, um an verschiedenen Stellen des Grundstücks den pH-Wert zu messen. Allerdings konnten wir auch schon einige Pflanzen bzw. Wildkräuter entdecken, die uns die Werte haben erahnen lassen. All das möchten wir in unsere Planung einfließen lassen. Vor allem das Licht- und Schattenverhältnis über den Tag nimmt Einfluss darauf. Aber auch die Strukturen, die bereits auf dem Grundstück vorhanden sind und zu unserem Vorteil ausgenutzt werden können. So zum Beispiel die nach Süden ausgerichtete Hausfassade, die Sonnenlicht reflektiert und damit Wärme schafft. Hier sollen sonnenliebende Pflanzen Platz finden. Genauso können wir die Reihe an Feldsteinen, die noch an den schon längst abgerissen Stall erinnern, zur Wärmespeicherung an anderen Stellen gebrauchen. Eine bereits gepflanzte Hecke kann als Windschutz und Schattenspender dienen. All das fügt sich langsam zu einem Bild und gibt uns ein Gefühl für das Grundstück.

Nun überlegen wir, welche Obst- und Gemüsesorten wir unbedingt anbauen möchten. Da wir noch nicht viel Saatgut von unseren Balkon-Pflanzen sammeln konnten, nutzen wir dafür einige alte Sorten von Manufactum aber vor allem auch das Saatgut von Dreschflegel. Grete ist eine der Produzentinnen. Ihr Hof, auf dem wir sie letztes Jahr mehrmals besuchen konnten, liegt übrigens nur gute 5 km von unserem Siedlerhaus entfernt. Ihr Saatgut ist damit natürlich optimal an die örtlichen Bedingungen angepasst. Nachdem alles gesichtet, sortiert und zugeordnet ist, können wir damit starten die ersten Pflanzen anzuziehen.

Und falls alles in die Hose geht, die Maulwürfe und Schnecken unsere ganze Ernte auffressen oder sonst etwas schief läuft, das wir jetzt noch nicht einmal erahnen können, wissen wir ja schon, dass um die Ecke bei Grete das leckerste Gemüse wächst. Verhungern werden wir also nicht…

Newsletter

Keine neuen Rezepte, kulinarischen Geschichten und Events mehr verpassen! Trage dich in unseren Newsletter ein und erhalte eine Nachricht über alle Krautkopf Neuigkeiten und neuen Beiträge. 

Danke fürs Registrieren.

 

Um Missbrauch durch Dritte vorzubeugen, haben wir dir einen Bestätigungslink an deine E-Mail Adresse gesendet. Bitte öffne diesen um die Newsletter Anmeldung zu bestätigen.

Scroll to top