Uns reicht es nicht ein Haus zu renovieren und einen Garten anzulegen. Nein, wir müssen auch noch ein Gewächshaus obendrauf setzen, als wäre alles andere nicht schon arbeitsintensiv genug. Wir wollten direkt aufs Ganze gehen und das Landleben voll und ganz auskosten. Am wichtigsten war uns dabei von Beginn an das eigene Gemüse aus dem Garten zu ernten und dazu gehören für uns natürlich auch Tomaten, Auberginen, Gurken und Co., die in der Wärme und bei der Luftfeuchtigkeit im Glashaus einfach noch besser gedeihen. Lange haben wir überlegt und gesucht. Es sollte nicht nur praktisch sein und ausreichend Platz für die vielen verschiedenen Sorten bieten, die wir gerne anbauen möchten, sondern auch noch optisch eine Einheit mit dem Garten bilden. Fündig wurden wir dann auf der Website von BAUHAUS*, als wir eigentlich etwas ganz anderes suchten. Unser Traumhaus aus Glas sollte das Juliana Gärtner werden, mit stolzen 18,8 Quadratmetern Grundfläche. Als treue Kunden haben wir uns riesig gefreut dieses Projekt mit der Unterstützung von BAUHAUS umsetzen zu können. Gerade jetzt, während der Renovierungsphase, findet man uns häufig in einem der Märkte. Die Auswahl ist riesig und was uns besonders gefällt ist, dass das Unternehmen nicht nur hochwertige, sondern auch möglichst umweltverträgliche Produkte anbietet. Diese erkennt man an entsprechenden Siegeln wie „Pro Planet“. 

Bevor wir vom Gewächshaus selbst schwärmen, wollten wir euch über den Weg dorthin berichten. Los ging die Vorarbeit schon im Februar, als wir die ersten Samen in die Anzuchttöpfchen steckten. Wochenlang hegten und pflegten wir unsere Babies. Täglich trugen wir sie von drinnen nach draußen, damit ihnen Nachts nicht zu kalt wurde. Wir haben gebangt, ob sie auch 3 Tage ohne uns klar kämen. Ja, als Eltern von Jungpflanzen geht einem schon so manches durch den Kopf. Aber die Pflege der Kleinen war noch die einfachste Aufgabe. Der Weg zum eigenen Heim für unsere Jungpflanzen hingegen war lang und steinig.

So schön haben wir es uns ausgemalt und sorgfältig den Standort ausgewählt. Eine ebene Fläche ist auf unserem Grundstück ohnehin nicht zu finden. Wie abschüssig das Plätzchen für das Haus doch war, merkten wir schnell, als wir bei brütender Hitze die Grasnarbe abtrugen. Ein Haus muss auf einem guten Fundament stehen, das gilt natürlich nicht nur für Steinhäuser. Es wurde also fleißig abgetragen, aufgeschüttet und begradigt und das war auch erst der Anfang. Ohne Ahnung, wie man so ein Projekt anpackt, waren wir ziemlich schnell überfordert mit der Aufgabe das Fundament einzulassen. Dafür muss nicht nur alles geebnet sein, sondern das Fundament muss frostfrei in den Boden eingelassen werden. Das heißt, mindestens 80 Zentimeter tiefe Löcher sollten her. Zum Glück rettete uns unser Helfer in der Not Jörg einmal mehr den Arsch und kam mit seinem Erdbohrer um die Ecke. Noch nie haben wir uns über 10 Löcher im Boden so sehr gefreut! Mit Beton gefüllt, tausend Mal mit Wasserwaage und Meterstab nachgemessen, konnte das Fundament dann endlich in den Boden und damit ging der Spaß dann erst richtig los.

Gefühlt tausend Einzelteile warteten darauf zusammengeschraubt zu werden. Die brütende Hitze hielt nach wie vor an und eine Menge Mücken leisteten uns in den schweißtreibenden Abendstunden Gesellschaft. Strebe um Strebe wuchs das Gebilde, das irgendwann schon als Haus zu identifizieren war. Das System des Juliana Gewächshauses ist wirklich simpel und wahnsinnig durchdacht. Der Aufbau des Hauses war aufgrund dessen gut zu zweit zu bewältigen. Bis dann wieder der Moment kam, in dem wir ohne Jörg verloren gewesen wären. Davor, die Glasplatten ins Dach einzusetzen, hatten wir ziemlich viel Respekt. Die Platten sind teilweise über zwei Meter hoch und diese auf der Leiter stehend zu kontrollieren, ohne das Glas zu sehr in Schwingung zu versetzen, war allein schon beim Zuschauen nervenzehrend. Noch dazu schwang immer die leichte Sorge mit, dass wir doch einen Fehler gemacht haben könnten. Dass eine vergessene Schraube oder ein schiefer Winkel am Ende noch alles verderben könnten. 

Nicht selten kamen wir bei dem ganzen Prozess des Aufbaus an den Punkt, an dem wir uns fragten, warum wir uns das eigentlich alles antuen. Warum wir uns selbst nur so quälen müssen, um am Ende ein paar Tomaten zu ernten. Aber gerade dann, wenn man an diesem Punkt ankommt, glüht man vor Stolz und Glück, sobald das perfekte Ergebnis vor einem steht, oder? So erging es uns zumindest. Und deswegen wollten wir diesen besonderen Moment ein wenig feiern. Zwischen all den Jungpflanzen, die dort einziehen würden, einen gemütlichen Abend zu verbringen, war unbeschreiblich schön. Die Sonnenstrahlen, die sich in den Scheiben spiegelten, die glitzernden Wassertropfen von dem vorausgegangenen ausgiebigen Regen, die Geräusche, die zwar leicht gedämpft durch die Fenster drangen aber trotzdem das Gefühl von Draußen vermittelten. In dem Moment fanden wir es fast schon schade das Gewächshaus ganz den Pflanzen zu überlassen. Auch unser lieber Jörg Schlinke hat zur Feier des Tages noch einen weiteren Teil beigetragen und mit seinem Leucht-Schriftzug eine wundervolle temporäre Installation im Gewächshaus geschaffen. Bei einem erfrischenden Gläschen saßen wir zusammen und haben genau den richtigen Moment abgewartet, den Moment, in dem das Licht perfekt war. Die ersten Sterne ließen sich schon blicken, die Sonne strahlte noch mit letzter Kraft einen Hauch Rot an den Horizont…

Nach diesem tollen Abend fällt es schon schwer, das Haus den Pflanzen zu überlassen. Aber andererseits freuen wir uns schon, sie endlich in die verdiente Erde zu setzen. Wir halten euch natürlich auf dem Laufenden und berichten euch weiter, wie die Kleinen so heranwachsen. Und spätestens zur Ernte gibt es noch einmal einen ausführlichen Bericht im Blog.

12 Kommentare

  • Unglaublich schön geworden. Schade, dass wir nicht so einen großen Garten haben – So ein Gewächshaus wäre wirklich eine Überlegung wert.

    Liebe Grüße

  • Ach, das sieht einfach wundervoll aus ! Danke, das ihr uns an eurem Abendteuer teilhaben lasst. Ich selbst Träume in letzter Zeit immer mehr von einem Häuschen auf dem Land, wer hätte das mal von mir gedacht 😉. Ich gespannt wie es aussieht, wenn die Pflanzen das Häuschen übernommmen haben .
    Grüße in eure grüne Idylle
    Stephanie

  • Dieses FOREST GREEN! Dunkelgruen mit Lichtern drin, wunderbarst. Eines Tages moechte ich Euer Gartenhaus und Euch „mieten“, bitten, Aufnahmen mit mir zu produzieren!! Traeum Traeum!

    • Aber gerne doch liebe Gabriele! Im späten Herbst und im Frühling, wenn das Gewächshaus leer ist, kann man bestimmt etwas schönes zusammen machen :) Liebe Grüße, Susann

    • Vielen Dank Friedrich! Wir lieben es, wie abends das Licht durch das Gewächshaus fällt. Hab einen schönen Sonntag, Susann

  • Ihr Lieben, nicht nur das Gewächshaus und euer Bericht sind sehr gut gelungen, auch eure Pflanzen sehen gut versorgt und vielversprechend aus! Hut ab!!! 😘

  • Hallo Ihr Beiden! Das sieht wirklich äußerst gemütlich aus! Besonders die Leuchten sind toll! Habt Ihr die selbstgemacht (finde solche Gläser nicht) oder kann man die etwa kaufen? Sehr sehr schön macht Ihr es Euch!! Claudia

    • Liebe Claudia, die Lampen sind aus alten, holländischen Gurkengläsern gebaut. Wir haben sie auf Etsy gefunden. Such einfach einmal nach „Kesbeke“. Liebe Grüße, Susann

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