Bevor wir diesen Artikel geschrieben haben, mussten wir unbedingt noch einmal den ersten Beitrag zu unserem Gewächshaus anschauen. Uns zurückversetzen, als das Haus noch leer war und wir im schönsten Sonnenuntergang ein Abendessen im Glashaus genießen durften. 

Unglaublich, was seither geschehen ist. Was für ein wundervolles Gefühl zu sehen, wie sich alles verwandelt hat und wir nun die Früchte dieser harten Arbeit ernten dürfen. Wir sind so glücklich, dass wir Bauhaus als Partner für unser Juliana Gewächshaus* gewinnen und dieses besondere Garten-Projekt gemeinsam realisieren konnten. Wie es mit dem Haus und unseren Jungpflanzen weiterging, möchten wir euch nun erzählen.

Erst einmal mussten wir die Basis für ein gutes Wachstum im Glashaus schaffen. Eine ordentliche Portion Mist haben wir aufwendig, Reihe für Reihe, untergehoben, um den Boden mit wertvollen Nährstoffen anzureichern. Dann konnten endlich, leider einige Wochen zu spät, die Jungpflanzen eingepflanzt werden. Die Tomaten wurden links und rechts vom breiten Mittelgang in jeweils vier Reihen mit drei Pflanzen in die Erde gesetzt.

Wie gut es ihnen getan hat aus den Töpfen befreit zu werden, zeigten sie uns, indem sie täglich an Größe und Umfang gewannen. Die Querstreben des Gewächshauses konnten wir dazu nutzen, die Tomaten festzubinden. Dafür haben wir am Haupttrieb der Pflanze, unterhalb des ersten Blattpaares, Kordel geknotet und diese an die oberen Gewächshaus-Streben mit einem Lassoknoten gebunden. Danach wurden die Tomatenpflanzen alle paar Tage vorsichtig um die Seile gewickelt und so geführt. Ebenfalls eine regelmäßige Arbeit beim Anbau von Stabtomaten ist das Ausgeizen. Dabei werden die Seitentriebe in den Blattachseln entfernt. So werden die Nährstoffe gezielt in die Früchte des Haupttriebes gesteckt, die Pflanze kann gerade an der Kordel heraufwachsen und braucht so weniger Platz. Noch dazu kommt die Sonne viel besser an alle Früchte, was sie schneller reifen lässt.

Aber zurück zum Gewächshaus. Schnell wurde klar, dass wir einen perfekten Ort für das Haus gefunden haben. Die Sonne kann unsere Pflanzen den ganzen Tag mit ihren wärmenden Strahlen versorgen. Was bei diesem Rekordsommer schon fast etwas zu viel des Guten war. Es wurde sehr schnell sehr heiß im Haus. Abhilfe schafften zu Beginn Schattiernetze auf der Südseite und später hohe Pflanzen, wie Sonnenblumen, die wir vor das Haus gesät hatten. Um die Temperaturen zu drosseln und eine gute Durchlüftung im Haus zu schaffen, blieben die Türen tagsüber offen und die Fenster passten sich den Temperaturen, durch automatische Fensterheber, an. So haben wir ein wunderbares Klima ins Haus bekommen. 

Durch eine dicke Schicht Mulch mussten wir, trotz des heißen Sommers, nur maximal dreimal, meist aber eher zweimal die Woche gießen. Die wenigen Regenfälle konnten wir dank der großen Dachfläche des Gewächshauses gut ausnutzen. Am Juliana Gewächshaus befinden sich Regenrinnen, mit deren Hilfe wir das Regenwasser in einer Tonne sammeln.

Von unserer Ernte möchten wir euch natürlich auch berichten. Mit der Gurkenernte ging es im Juli los. Seit dem konnten wir jede Woche etwa 5 Salatgurken ernten. Die ersten aromatischen Früchte der Tomaten konnten wir, aufgrund unseres verspäteten Starts in die Gartensaison, erst Ende August pflücken. In der Zwischenzeit sind immerhin um die 25 Kilogramm zusammengekommen aber unsere Pflanzen hängen noch voll mit unreifen Früchten. Nach dem Temperatureinsturz der letzten Tage ist nach jeder kalten Nacht der erste Gang ins Gewächshaus um das Klima zu kontrollieren. An sonnigen Tagen bekommen wir trotz der niedrigen Temperaturen gute 30 Grad ins Haus und Nachts bleibt es auch bei Außentemperaturen unter 10 Grad immer noch etwa 15 Grad im Gewächshaus. Wir hoffen, dass wir in den nächsten Tagen noch möglichst viele vollreife Früchte ernten können.

Für all diejenigen unter euch, die selbst gärtnern, haben wir alle Sorten zusammengeschrieben, die in unserem Gewächshaus Platz gefunden haben: das waren neun Sorten Tomaten: Salattomate Tigerella, Salattomate Friesje, Cocktailtomate Cerise Gelb, Cocktailtomate Black Cherry, Marktomate San Berao, Fleischtomate Paprikaförmige, Fleischtomate Marmande, Fleischtomate Schwarze Russische, Fleischtomate Riesentomate Ananas.

Vier Sorten Basilikum, die wir jeweils zwischen die Pflanzen gesetzt haben: Genovese Basilikum, Buschbasilikum, Rotblättriges Basilikum und Mammut Basilikum. Drei Sorten Auberginen: Blaukönigin, Melanzana Prosperosa, Baby Aubergine Ophelia. An Paprika und Chiligewächsen haben wir Spitze Paprika ‚Sweet Banana‘, Paprika ‚Runde Ungarische‘, Vietnamesischer Chili und Ecuador Purple Chili gepflanzt. Außerdem die Salatgurke ‚Tanja‘.

Unser Fazit zum ersten Sommer mit Gewächshaus: das Juliana Gärtner hat die perfekte Größe für unseren Bedarf. Zum frisch verarbeiten ist die Menge für zwei Personen schon zu groß aber da wir einiges auch für die kälteren Tage eingemacht haben und auch immer wieder Besuch beim aufbrauchen geholfen hat, kommt es am Ende gut hin. Die Tomaten haben wir zum Beispiel zu Sauce eingekocht, sie getrocknet und in Öl eingelegt. Auch an einer Tomaten-Marmelade haben wir uns versucht. Aus Gurken haben wir am liebsten Kimchi gemacht, die Chilis zu einer fermentierten scharfen Sauce verarbeitet. So kann man die Früchte auch noch in den kalten Tagen genießen oder hat die perfekte Basis, wenn es einmal schneller gehen muss beim Kochen.

Abgesehen von der Größe unseres Gewächshauses, sind wir nach wie vor sehr begeistert von der Qualität. Bisher hat es schon einige stürmische Tage und sogar einen kleinen Hagelschauer mitgemacht. Falls doch einmal etwas zu Bruch gehen sollte wissen wir, dass man die einzelnen Glasplatten ohne Probleme austauschen kann. Durch die robuste und durchdachte Konstruktion lässt sich das Haus außerdem mit allem möglichen Schnickschnack erweitern, wie Fensteröffner, automatische Bewässerung, Regentonne, Schattierungsnetze, Kletterhilfen und so weiter. 

Sobald irgendwann im Oktober die letzten Früchte von den Pflanzen gezupft sind, räumen wir das Gewächshaus leer und bereiten es für die nächste Saison vor. Bis es im Frühjahr dann wieder mit der Anzucht der Jungpflanzen los geht, wird das Haus ganz sicher auch ein Ort zum Aufhalten sein. Dann werden wieder Lampen und Kerzen darin Platz finden, ein kleines Tischchen. Denn nicht nur für die Pflanzen, sondern auch für uns ist es ein wundervoller Platz geworden, den wir in unserem Garten nicht mehr missen möchten.

15 Kommentare

  • Das Glück steht dir gut und die neue Frisur 💜
    Ich kämpfe auch noch mit dem Reifen der Tomaten. Muss auf dem Balkon improvisieren damit da noch was kommt. Plane funktioniert auch 😂, muss ja.
    Ich hoffe ja noch darauf einen Garten zu bekommen. Dann genießt mal eure Ernte.
    Ich freue mich immer wenn ich von eurem Traum ein bisschen miterleben darf.
    Liebe Grüße Danny

    • Danke für die Komplimente liebe Danny! Ich fühle mich auch wahnsinnig wohl :) Ja, ein Garten ist schon ziemlich toll. Neben all dem Platz im Haus, der wundervollen Küche, der Landschaft drumherum, ist der Garten der größte Luxus für uns. Einfach hinauszugehen und das zu ernten, worauf wie gerade Lust haben, ist unbezahlbar! Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass du dir diesen Traum auch einmal erfüllen kannst. Alles Liebe, Susann

  • Ein tolles Gewächshaus und gute Ernte. Früher hat man die unreifen Tomaten in Zeitungspapier gewickelt und unter das Bett gelegt, so meine Oma!
    LG

    • Wir werden es ausprobieren liebe Oma! Dann hat man direkt einen Mitternachtssnack zur Hand, falls Nachts einmal der Magen knurren sollte hihi. Alles Viele Grüße nach Hettstedt, Susann

    • Wie schön, dass er dir so gut gefällt Anne-Sophie! Wir haben riesigen Spaß mit unserem Gewächshaus und werden ganz sicher nicht das letzte Mal davon erzählen :)

  • Der pure Traum!! So wunderschön und lecker! Ich habe heute bei Bella von full-filled ein Rezept für einen Grüne Tomaten Pie gelesen, das wird vielleicht interessant für euch…

    • Oh das klingt ja spannend Tina! Das muss ich mir unbedingt ansehen! Ich bin vor kurzem über grüne Tomaten-Marmelade gestolpert. Das werden wir ganz sicher auch ausprobieren. Wir werden berichten! Liebe Grüße, Susann

  • Wunderschönes Gewächshaus und so kostbare Gemüse !! Ich freue mich richtig für euch! Schöne Bilder!
    Liebe Grüße
    Anna

    • Danke liebe Anna! Wie schön, dass du dich mit uns freust! Wie es nächstes Jahr wohl erst einmal sein wird, darin unseren ganzen Jungpflanzen aufzuziehen :)

  • Mega Tomatenvielfalt, ich sehe da sogar einige sehr seltene Sorten! Glückwunsch zu so einem Reichtum der Natur! Wie immer tolle Impressionen in euer neuen Liebschaft dem Gewächshaus

  • Bitte nicht über den Winter leer stehen lassen! Baut Wintergemüse an. Ungeheizt natürlich. Inspiration findet ihr bspw im Buch von Wolfang Palme „Frisches Gemüse im Winter ernten: Die besten Sorten und einfachsten Methoden für Garten und Balkon. Poster mit praktischem Anbau- und Erntekalender. 77 verschiedene Gemüse“. Mein Gemüsegarten geht immer vollgepflanzt mit verschiedensten Salatsorten durch den Winter. Unter Flies, im Folientunnel und Frühbeet.

    • Liebe Barbara, danke für den tollen Tipp! Ganz leer stehen lassen werden wir es auf gar keinen Fall aber für freuen uns auch darauf das Haus wieder ein bisschen für uns nutzen zu können :)

  • Ich freue mich für euch! Nicht nur nützlich, auch wunderschön euer Gewächshaus ❤️ Wir haben auch eins, leider noch nicht aus Glas, sondern eher hässlich- aber die Ernte war auch super hihihi – u Dank eurer Rezeptideen, gibt es keine Langeweile auf dem Teller 😊

    • Liebe Sandra, wie schön, dass ihr auch so eine erfolgreiche Ernte hattet! Dieses Gartenjahr war einfach ein Traum und wir sind wahnsinnig dankbar, dass wir so starten konnten. Mal sehen, was die nächste Saison bringt :)

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