Die ganze Geschichte von unserem letzten Ausflug aufs Mecklenburger Land gibt es diesmal chronologisch rückwärts. Vor dem großen Tomaten pikieren bei Grete sind wir noch auf einen Abstecher ins Gutshaus Rensow gefahren, um eine Nacht bei Christina und Knut zu verbringen und natürlich wieder gemeinsam die Kochtöpfe zu füllen. Aber nicht nur Kochen und Essen wollten wir zusammen, sondern auch einen Termin für unseren nächsten Workshop finden, den wir in ihrer Alten Schule im Juni veranstalten möchten. Angefixt von der schönen Zeit, die wir dort verbracht haben, möchten wir dieses Erlebnis mit euch teilen und haben uns ein ganz besonderes, sehr persönliches und intensives Workshopkonzept überlegt. Natürlich zeigen wir euch auch hier, wie wir arbeiten und wie unsere Fotos entstehen. Aber es soll um mehr gehen. Anregende Gespräche am Lagerfeuer, dabei den Duft von gegrilltem saisonalen Gemüse in der Nase. Ursprüngliches Kochen im Erdloch, fermentieren, gemeinsam schnippeln und dabei über Fotografie und die Welt philosophieren. Neues ausprobieren, gemeinsam kreieren, die Zeit vergessen und den Moment genießen. Da so die schönsten Geschichten entstehen, möchten wir auf unserem Rustic & Raw Workshop auch einen Schwerpunkt auf die dokumentarische Fotografie legen. Nicht nur das Essen, sondern all die Momente davor, dazwischen und drumherum festhalten. Vielleicht habt ihr jetzt auch Lust auf frische Landluft und einen kreativen Austausch bekommen? Dann seid mit dabei. Ein paar freie Plätze gibt es noch.

Aber nun zurück zu unserem Kochabend im Gutshaus.

Neben uns waren noch andere Gäste im Gutshaus und so galt es an diesem Abend 12 hungrige Mäuler zu stopfen. Bei Christina und Knut ist die Vorratskammer immer so gut gefüllt, dass sich auch spontan für eine größere Gruppe kochen lässt. Da die beiden genauso neugierig auf neue Rezepte sind, wie wir, haben wir die Schränke geplündert, mit Ideen jongliert und gemeinsam ein spannendes Abendessen kreiert. Christina hatte das erste Kilo Spargel für dieses Jahr gekauft, was am nächsten Tag eigentlich den Weg zu ihrer Mutter nach Dänemark machen sollte. Doch als Yannic mit der Idee kam, er würde gerne mal Spargel in Heu grillen und räuchern, war Knut sofort Feuer und Flamme. Dann gibt’s halt beim nächsten Dänemarkbesuch die doppelte Portion Spargel. Im Vorratsschrank gab es noch gut gereiften Schafkäse vom Schafhof Vietchow und zusammen mit gerösteten Sonnenblumenkernen sollte ein Pesto für den Spargel entstehen. Fehlte nur noch das passende Grün dazu. Christina meinte, dass im Garten schon ganz viel Giersch wuchert. Giersch, noch nie gegessen. Aber wie unser Patenkind Levi sagt: Probieren muss man immer! Also raus in den Garten und Giersch pflücken! Außerdem wuchs vorm Haus noch Bronzefenchel, der ebenfalls seinen Weg ins Pesto finden sollte. Wo wir schon draußen waren, haben wir direkt noch mehr aus dem Boden gerupft. Schon beim letzten Besuch im Gutshaus haben Christina und Knut von ihren Lindensprossen erzählt, die sie im Frühling rund um die großen Linden vor dem Haus sammeln. Die Zeit dafür war gerade perfekt. Es folgte ein kleines Sprossen-Sammel-Battle zwischen Yannic und Vilhelmine.

Aus Lauch und Blumenkohl haben wir eine leichte Cremesuppe zubereitet, die wir mit den Lindensprossen aus dem Garten garniert haben. Die Sprossen sehen nicht nur wunderschön aus, sondern schmecken auch herrlich frisch. Was den geräucherten Spargel angeht, waren wir alle etwas skeptisch. Wie würde er schmecken? Würde er überhaupt richtig gar werden? Es hat tatsächlich etwas länger gedauert, als erwartet, aber das Ergebnis war ein Traum. Die Grill- und Räucheraromen haben zu einem außergewöhnlichen Geschmackserlebnis beigetragen, das perfekt durch das Giersch-Pesto abgerundet wurde.

Bei den Ooooohh’s und Mmmmhhh’s der Gäste konnten wir das Grinsen irgendwann nicht mehr unterdrücken. Denn die Freude über das gelungene kulinarische Experiment, das auch mächtig hätte in die Hose gehen können, war riesig. Dank Knuts und Christinas Hilfe haben wir etwas völlig Neues ausprobiert und damit nicht nur uns selbst, sondern auch die Gäste mit unbekannten Aromen begeistert.

Wir haben den Abend im Gutshaus Rensow wieder sehr genossen und fiebern einem Wiedersehen entgegen!

5 Kommentare

  • Susann, du hast vor Jahren schon Giersch gegessen, kannst dich nur nicht daran erinnern. Unser Kräutergarten war gut bestückt. Verwendung fanden die Kräuter nicht nur in Likören, sondern auch in Salaten, Suppen, Pizzen, Marmeladen und vielem mehr. Jonny hat auch welche gefuttert, z.B. Indianernessel und Löwenzahn, den ich extra in den “Rasen“ gesät habe. 😀

  • Was für ein wunderbarer Bericht. Da weiß man ja garnicht, was man sich als erstes angucken soll. Das leckere Essen, die schönen Materialien oder die hübschen Schalen mit dem Hauswurz? Jedenfalls schwebt jetzt ein Stückchen Landleben durch mein Berliner Büro. Danke Euch! <3

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