Bevor die Tage wieder ungemütlicher werden, wollten wir die letzten Sonnenstrahlen und warmen Temperaturen ausnutzen um einen herbstlichen Grillabend mit Freunden zu verbringen. Das rauchige Aroma von Gegrilltem ist einfach herrlich und wir lieben es, das Essen direkt bei den Gästen zuzubereiten, statt nur in der Küche zu stehen. Irgendwann versammeln sich dann alle um den Grill und können es kaum abwarten, sich über die Leckereien herzumachen. So macht uns Kochen am meisten Spaß.

Da wir keinen Garten o.ä. haben, sind wir mit Sack und Pack raus ins Boitzenburger Land gefahren und haben es uns auf dem Vierseithof Schmetterlingsgarten gemütlich gemacht. Ein wunderschönes, idyllisches Fleckchen im Grünen mit einem großen Garten, einer traumhaften alten Scheune, einer super lieben Besitzerin (danke Conchita!) und den zwei süßen Hofhunden, die nicht müde wurden uns heruntergefallene Äpfel zum Spielen vor die Füße zu werfen.

Ein perfekter Abend, mit tollen Gästen. Nur das geplante Lagerfeuer musste leider ausfallen. Wir haben alle zusammen die Tafel in die Scheune getragen und statt dem knackendem Feuer, dem prasselnden Regen gelauscht.

Für 2-4 Personen

Wir experimentieren gerne mit verschiedenen Garmethoden. Am liebsten mögen wir den rauchigen Geschmack von Gegrilltem. Die Möhren für unsere Suppe haben wir deswegen auf dem Grill gegart. Dabei braucht ihr keine Angst vor schwarzen Stellen zu haben. Die werden danach einfach abgeschält und der besondere Geschmack bleibt in der Möhre. Natürlich könnt ihr die Möhren auch im Ofen mit der Grillfunktion zubereiten, um ein paar Röstaromen zu bekommen.
Unsere Möhrensuppe ist aber nicht nur ein unglaublich leckeres und aromatisches Gericht, sie kann noch viel mehr! Da im Spätsommer die Sanddornzeit beginnt, haben wir für die Suppe den Saft der heimischen säuerlichen Früchte verwendet. Er ersetzt den Saft anderer Zitrusfrüchte, wie Orangen, die ebenfalls hervorragend mit Möhren harmonieren. Sanddorn enthält nicht nur sehr viel Vitamin C, sondern auch Vitamin B12, welches sonst fast ausschließlich in tierischer Nahrung vorkommt. Für eine vegane Ernährung ist die Frucht also eine tolle und wichtige Vitaminquelle. Ihr könnt entweder selbst auf die Suche nach Sanddornbüschen gehen oder Direktsaft verwenden, den man in Reformhäusern und Biomärkten bekommt.

Die Möhren ungeschält im vorgeheizten Ofen bei 200°C mit Grillfunktion 30-35 Minuten backen. Knoblauch, Schalotte und Ingwer hacken, die Gewürze im Mörser mahlen und alles in Kokosöl anschwitzen. Die gegarten Möhren in Stücke schneiden und mit in den Topf geben. Gemüsebrühe aufgießen und zum Kochen bringen. Die Kokosmilch hinzugeben und die Suppe fein pürieren. Zum Schluss mit dem Sanddornsaft und Salz abschmecken.
Wir haben die Suppe mit getrockneten Apfelscheiben und gegrilltem Lauchstroh garniert.

Für 2-4 Personen

Wir haben immer ein Gläschen von unserer roten Currypaste im Kühlschrank, sodass wir mit wenig Aufwand leckere und schnelle Gerichte zubereiten können. Zum Beispiel ein Linsencurry, welches wir in gegrillte Kürbisspalten gefüllt und mit frischem Blattspinat und Gewürznüssen garniert haben. Fertig ist ein wunderbares Herbstgericht, in das man sich reinsetzen kann. Die Gewürznüsse sind auch super vorzubereiten (auch wenn es schwer fällt sie nicht alle schon zu vernaschen) und man kann viele Leute, ohne Stress in der Küche, glücklich machen.

Die Wal- und Haselnüsse grob hacken, die Gewürze fein mahlen. Beides zusammen mit den Kernen und Samen ohne Fett anrösten, bis die Kürbiskerne beginnen aufzuplatzen. Den Honig dazugeben, gut verrühren und gleichmäßig mit Salz bestreuen. Die Gewürznüsse auf einem Backpapier verteilen und abkühlen lassen.
Den Backofen auf 200°C vorheizen. Die Linsen mit der doppelten Menge Wasser aufkochen, dann ca. 20 Minuten köcheln lassen. In der Zwischenzeit den Kürbis je nach Größe halbieren oder vierteln und entkernen. Die Spalten mit Salz und Pfeffer würzen und mit etwas Olivenöl einreiben. Je nach Größe der Spalten wird der Kürbis ca. 20 Minuten im Ofen gegart. Für ein leckeres Röstaroma haben wir ihn anschließend noch kurz auf den Grill gelegt. Alternativ könnt ihr auch die Grillfunktion im Ofen nutzen oder eine Grillpfanne.
Für das Linsencurry werden Zwiebel und Knoblauch in feine Würfel geschnitten und zusammen mit der Currypaste im Kokosöl angeschwitzt. Die fertig gegarten Linsen abgießen, abtropfen und dazugeben. Mit der Kokosmilch aufgießen, mit Salz abschmecken und so lange köcheln lassen, bis die Kokosmilch etwas eindickt. Den Koriander hacken und untermischen.
Das Linsencurry in die Kürbisspalten füllen, den Spinat etwas zerrupfen und mit der Nussmischung darüber verteilen.

Für Ø 30 cm

Warme Kuchen mit Früchten sind pures Seelenfutter. Dieses einfache, süße Maisbrot hat alles, was ein Wohlfühlgericht mitbringen muss: frische Früchte und einen lockeren Teig, der mit köstlichem Sud getränkt und somit super saftig wird. Die Nachspeise ist schnell mit wenigen Zutaten gemacht und lässt sich super für eine große Runde zubereiten. Damit war sie auch perfekt für unser herbstliches Dinner im Grünen geeignet. Draußen sitzen, eingepackt in Wolldecken, mit diesem warmen, süßen Maisbrot auf dem Schoß. Einfach toll!

Die Backform in den Ofen stellen und auf 180°C vorheizen. Die beiden Mehle mit dem Backpulver vermischen. Die Eier mit einer Prise Salz aufschlagen. Milch, Olivenöl und Honig verquirlen. Die trockenen Zutaten mit den feuchten zu einem glatten Teig verrühren und anschließend die aufgeschlagenen Eier unterheben. Die heiße Backform aus dem Ofen heben und gründlich mit Olivenöl einpinseln. Den Teig hineinfüllen und 25-30 Minuten goldgelb backen.
In der Zwischenzeit den Pflaumensaft in einem größeren Topf aufkochen. Die Vanilleschote auskratzen, das Mark zusammen mit der Schote, dem Zucker, Zimt und einer Prise Salz zum Saft geben und 5-10 Minuten einkochen. Die Pflaumen halbieren, entkernen und kurz in dem Saft erhitzen. Das Maisbrot aus dem Ofen nehmen und noch in der Form in Rechtecke teilen. Mit dem Saft übergießen, die Pflaumen darauf verteilen und lauwarm servieren.

Und dann war es endlich soweit… Über ein Jahr haben wir an unserem ersten eigenen Kochbuch gearbeitet und in den letzten Wochen sehnsüchtig dem Veröffentlichungstermin entgegengefiebert. Um das Erscheinen unseres Kochbuches gebührend zu feiern, haben wir zu einer Book Release Party bei Gebrüder Fritz in Berlin-Charlottenburg eingeladen. Passend zum Anlass wurden unsere Gäste mit vier sommerlichen Gerichten aus dem Buch bekocht. Es war so schön endlich einmal wieder ein Dinner zu organisieren. An dieser Stelle möchten wir ein ganz herzliches Dankeschön an das Team der Berlin Food Week, das uns bei der kompletten Planung kräftig unter die Arme gegriffen hat, schicken. Danke auch an Kathrin und Verena von Gebrüder Fritz, dass ihr eine so wundervolle Location geschaffen habt!

Kochen zu können ist das eine, aber um 50 hungrige Mäuler zu verköstigen benötigt es doch eine gute Portion gastronomische Erfahrung und Kenntnis. So haben wir uns auch dieses Mal wieder Hilfe von einem Profi geholt. Unsere lieben Freunde Sarah und Jonathan haben uns schon oft zu leckerem Essen eingeladen, so dass wir Jonathan, als gelernten Koch, direkt fragen mussten, ob er uns an diesem Tag zur Seite stehen würde. Ohne seine Hilfe hätte es wohl nur belegte Brote gegeben und wir hätten uns vor allem nicht um unsere vielen Gäste kümmern können.

Aufgetischt haben wir Wildkräutersalat mit Dicke Bohnen Falafel, Blumenkohlrisotto, frische Polenta mit Grillgemüse und zum Dessert gegrillte Pfirsiche mit Pistazienstreuseln und Cashewcreme.

Eigentlich dachten wir, dass unser Menü ziemlich einfach vorzubereiten wäre. Und genau aufgrund dieses fatalen Denkfehlers, wären wir ohne Jonathan so ziemlich aufgeschmissen gewesen. Wie lange es allein dauert fast 1 kg Pistazien, 50 Maiskolben und 2,5 kg Saubohnen zu schälen ist uns erst am Tag selbst so richtig aufgefallen. Susann war die ersten Stunden mit nichts anderem außer schälen beschäftigt. Man könnte sagen, dass sie nun eine richtige Schälmeisterin ist.

Naja, es steckt halt immer etwas Fleißarbeit dahinter. Es hat auf jeden Fall riesigen Spaß gemacht mit Jonathan zu kochen und ein Gefühl für das Zubereiten solch großer Mengen zu bekommen.

Dann kamen die Gäste und brachten Leben in die wunderschöne Berliner Altbauwohnung. An Abenden wie diesen merken wir immer wieder, wie glücklich es uns macht Menschen zu bekochen. Seien es unsere Freunde oder völlig fremde. Gutes Essen zaubert einfach jedem ein Lächeln ins Gesicht und es ist wunderbar direkt dabei zu sein und die Reaktionen zu beobachten. Auch wenn der Abend viel zu kurz war und die Zeit im Fluge vergangen, so haben wir es doch sehr genossen und uns riesig über all die lieben Glückwünsche und Gespräche zu unserem Kochbuch gefreut.

Foto: www.ataleoftwohearts.com

Foto: www.ataleoftwohearts.com

Foto: www.ataleoftwohearts.com

Foto: www.ataleoftwohearts.com

Foto: www.ataleoftwohearts.com

Foto: www.ataleoftwohearts.com

Foto: www.ataleoftwohearts.com

Foto: www.ataleoftwohearts.com

Foto: www.ataleoftwohearts.com

Foto: www.ataleoftwohearts.com

Foto: www.ataleoftwohearts.com

Foto: www.ataleoftwohearts.com

Foto: www.ataleoftwohearts.com

Foto: www.ataleoftwohearts.com

Foto: www.ataleoftwohearts.com

Foto: www.ataleoftwohearts.com

Foto: www.ataleoftwohearts.com

Am 25. und 26. April 2015 haben wir unseren ersten Food Workshop gegeben. Schon lange haben wir darüber nachgedacht, da uns immer wieder Fragen nach unserer Technik, dem Licht, Styling und unserer Vorgehensweise erreichen. Per E-Mail lassen sich all diese Fragen nur schwer beantworten. Vieles ist Gefühlssache, es spielen die unterschiedlichsten Dinge zusammen, die unsere Bildsprache ausmachen. Da wir seit über 10 Jahren fotografieren und noch dazu gelernte Fotografen sind, ist das Ablichten für uns der kleinste Part, der ganz automatisch und intuitiv abläuft. Deswegen haben wir uns dazu entschieden auch einen großen Schwerpunkt auf das Thema Food Styling und Setbau zu legen. Schnell war klar, dass wir das nicht an einem einzigen Tag schaffen würden und ein ganzes Workshop Wochenende her musste.
Begonnen haben wir unseren CLASSROOM mit dem Food Styling. Es fängt bei uns mit der Auswahl von Requisiten, Unter- und Hintergründen und dem Geschirr an. Wir haben darüber gesprochen, wie wir all diese besonderen Stücke sammeln, was uns dabei wichtig ist, wie wir sie miteinander kombinieren und wie man kleine Dinge einfach und günstig selbst herstellen kann, um mit wenig Aufwand tolle Foto-Sets zu bauen. Wir erklärten, wie gute und natürliche Lebensmittel die Grundlage unserer Rezepte ausmachen, haben gemeinsam gekocht und Tips und Tricks zum Stylen der Gerichte gegeben. Im wundervollen Ambiente der Fabrik23 konnten wir uns richtig austoben und all die tollen Details der inspirierenden Umgebung in die Fotos mit einbeziehen. Am zweiten Tag, dem Sonntag, ging es dann um die Fototechnik, das richtige Licht und wie man es modellieren kann. Neben viel theoretischem Input war uns auch wieder die Praxis ganz wichtig. So konnten die Teilnehmer das Gelernte sofort praktisch umsetzen. Am Ende gab es dann eine Einführung in die Bildbearbeitung.

Kommen wir von den Fakten zum emotionalen Teil des Wochenendes. Wir haben ja bereits geschrieben, dass es unser erster Workshop war und, wie sollte es anders sein, wir waren ziemlich nervös. Wir wussten überhaupt nicht, was die Teilnehmer von uns erwarten würden und wie gut wir unsere Gedanken in Worte fassen könnten. Die ersten herzlichen Umarmungen ließen allerdings schnell viele der Bedenken und Ängste verfliegen. Es war so schön bekannte Gesichter zu sehen, Menschen zu treffen, mit denen man sich bisher nur virtuell ausgetauscht hat oder ganz neue kennenzulernen. Ein unbeschreibliches Gefühl, den neugierigen Gesichtern gegenüber zu stehen. Menschen, die aus ganz Deutschland, Österreich, der Schweiz und sogar dem tiefsten Norwegen angereist sind, um etwas von uns zu lernen. Die Gruppe war so harmonisch, dass wir uns statt eines Wochenendes auch eine ganze Woche gemeinsames Kochen und Fotografieren hätten vorstellen können. Das wunderbare an diesem Austausch war, dass jeder von jedem gelernt hat, sodass auch wir voller Elan und neuer Ideen im Kopf nach Hause gegangen sind. Noch immer arbeitet viel in uns um die ganzen Eindrücke einzuordnen, zu verinnerlichen und daraus etwas neues entstehen zu lassen. Wir möchten uns ganz herzlich bei allen bedanken, die den Weg zu uns auf sich genommen, unseren Worten gelauscht und uns mit Fragen gelöchert haben. Es war toll euch alle zu treffen und zu sehen, wie sehr das Gefühl, das wir in unseren Fotos vermitteln möchten, auch ankommt und verbindet. Danke Birgit, Mia, Lilli, Susanne, Lena, Madhavi, Sandra, Sabine und Walter, Andrea, Torsten und Lars, Yvonne, Maria, Simone, Jennifer, Marc, Tom und Daniel. Wir haben euch alle ins Herz geschlossen und haben die zwei Tage mit euch sehr genossen. Danke für eure Offenheit, die aufmunternden Zwinkerer, eure Ideen und Gedanken und die berührenden Worte, die uns nach dem Workshop erreicht haben. Danke Sabine & Walter und Torsten für die tollen Berichte über das gemeinsame Wochenende!

Scroll to top