Für 4 Personen

    • 250 g Einkorn
    • 750 g Möhren
    • natives Sonnenblumenöl
    • 2 Zehen Knoblauch
    • 1 Zwiebel
    • Meersalz
    • 1/2 TL Chilipulver
    • 1200 ml Gemüsebrühe
    • 340 ml Sahne
    • 60 ml Sanddornsaft (Direktsaft)

    Unsere Möhrensuppe ist nicht nur ein ziemlich leckeres Gericht, sie kann noch viel mehr! Da im Spätsommer die Sanddornzeit beginnt, haben wir für die Suppe den Saft der heimischen säuerlichen Früchte verwendet. Er ersetzt den Saft anderer Zitrusfrüchte, wie Orangen, die ebenfalls hervorragend mit Möhren harmonieren. Sanddorn enthält nicht nur sehr viel Vitamin C, sondern auch Vitamin B12, welches sonst fast ausschließlich in tierischer Nahrung vorkommt. Für eine vegane Ernährung ist die Frucht also eine tolle und wichtige Vitaminquelle. Ihr könnt entweder selbst auf die Suche nach Sanddornbüschen gehen oder Direktsaft verwenden.
    Das Rezept entstand für die aktuelle Ausgabe des Demeter Journals* neben zwei weiteren Gerichten in denen ursprüngliche Getreidesorten im Mittelpunkt stehen: unsere heiß geliebten Grünkernbratlinge auf Grünkohl und ein Graupen-Rote-Bete-Risotto.

    Den Backofen auf 200 Grad (Umluft) vorheizen.
    Den Einkorn in einem Topf mit 500 ml Wasser aufkochen, den Herd auf die niedrigste Hitzestufe stellen und das Getreide ca. 30 Minuten bei geschlossenem Deckel gar köcheln.
    In der Zwischenzeit die Möhren in grobe Stücke schneiden, auf einem Backblech verteilen, mit etwas Sonnenblumenöl beträufeln und im Ofen auf oberer Schiene ca. 20 Minuten backen, bis sie gar sind.
    Knoblauch und Zwiebel hacken und in einem großen Topf in etwas Sonnenblumenöl glasig anschwitzen.
    Ein paar Möhren als Einlage aufbewahren, den Rest mit der gemahlenen Chili in den Topf geben, mit Gemüsebrühe aufgießen und zum Kochen bringen. Die Suppe fein pürieren und die Sahne unterrühren. Zum Schluss mit Sanddornsaft und Salz abschmecken. Den Einkorn mit Salz abschmecken, in Schalen verteilen, mit der Suppe aufgießen und mit Möhrenstücken garnieren.

    Im ersten Jahr in unserem Siedlerhaus waren wir im Garten hauptsächlich auf den Gemüseanbau fokussiert. Bei allem, was noch im Haus zu tun war, ließen es weder Zeit noch Nerven zu, über sonstige Gartengestaltung groß nachzudenken. Das war auch ganz gut so, denn so konnten wir erst einmal Woche für Woche gespannt die Verwandlung von kahlen, trostlosen Flächen in sattes Dickicht und blühende Ecken beobachten. Da wir das Grundstück im Winter gekauft haben, konnten wir nicht erahnen, welche Zwiebeln, Stauden und Samen im Frühling und Sommer zum Vorschein kommen und welche der Sträucher üppig und duftend blühen würden. Viele Frühblüher, Akeleien in ganz verschiedenen Farben, die blühenden Obstbäume, Flieder, Pfingstrosen, Holunder, Margeriten, Vergissmeinnicht, Bauernjasmin, Rudbeckien, Iris, Hortensien, Schmetterlingsbäume, Astern.

    Zugegeben, bevor wir unseren eigenen Garten hatten, kannten wir einige der Pflanzen nicht einmal beim Namen. Wieder ließ uns die Entscheidung zum Haus in ein ganz neues Thema eintauchen. Es ist unfassbar, wie viele verschiedene Arten und Züchtungen es gibt! Schnell mussten wir feststellten, dass der Pflanzenbestand auf unserem Grundstück, im Groben, jedem anderen Garten in den Dörfern um uns herum glich. Die gleichen Arten, die gleichen Farben. Gepflanzt wurde mal hier, mal da, ohne erkennbares Konzept, ohne Beachtung der Ansprüche an den Standort und auch ohne die teils nötige Pflege. Wir begannen als erstes damit Bäume und Sträucher, die ihre besten Zeiten schon hinter sich hatten oder so wild gewuchert waren, dass sie anderes verdrängten, zu schneiden und völlig von Brennnesseln überwucherte Ecken zu lichten. Allein das hat zum Teil schon große Veränderungen bewirkt. Plötzlich kamen Pflanzen zum Vorschein, die vorher gar keine Beachtung gefunden haben. Unter anderem eine tolle weiße Johannisbeere oder ein kleiner Apfelbaum inmitten von lang herabhängenden Fichtenzweigen. Beides bekommt nun Licht und Platz um mit neuer Energie weiter zu wachsen. 

    Aber es entstanden auch Plätze für neue Pflanzen. Im vergangenen Jahr haben wir bereits erste mehrjährige und einjährige Blumen gepflanzt und gesät. Fingerhut, Sonnenblumen, Eisenkraut, Löwenmäulchen, Dahlien, Mohn, Lupinen, Rittersporn, Echinacea, Kosmeen, Stockrosen. Auch die essbaren Stauden um unser Gewächshaus herum blühten über Monate hinweg wunderschön, zur Freude von Wild- und Honigbienen.

    Hinter der kleinen Ruine eines ehemaligen Waschhauses, welche uns als Sitzecke dient, steht eine üppige Kiefer. Direkt im ersten Frühjahr hat sie leider schwere Schäden durch eine nasse Schneedecke abbekommen. Sie wurde mitten in der Krone gespalten und einige große Äste sind abgeknickt. Erst dadurch haben wir uns intensiver mit dem Bereich unter und um den Baum beschäftigt. Eine Handvoll Schubkarren voller Brennnesselwurzeln steckten im Boden und haben ihn schön gelockert. Der humose Boden beherbergt nun schattenliebende Pflanzen und ist mit zu einem Lieblingsplatz im Garten geworden. Durch den Rückschnitt der beschädigten Äste kam eine alte Pumpe zum Vorschein, die von Vögeln und Hummeln bewohnt wird. Um den Baum herum führen nun kleine Wege aus Feldsteinen, die wir im Laufe der zwei Jahre aus dem Boden gehievt haben und als Begrenzungen haben wir bemooste, morsche Äste eingesetzt. Baumstämme in verschiedenen Höhen vor einem Zaun aus Haselruten sind zu einem kleinen Sitzplatz inmitten unseres sogenannten Waldes geworden. Von dort aus schaut man auf einen Teppich aus Walderdbeeren, Waldmeister und Gundermann, daraus empor wachsen Fingerhüte, Funkien, Farne, Kaukasus Vergissmeinnicht, Storchschnabel, Purpurglöckchen.

    Die kahle Krone der Kiefer soll irgendwann einmal von einer Kletterrose und Waldrebe bewachsen sein.

    Einiges andere ist bereits in der Entstehung, wird sich aber erst in einigen Monaten oder Jahren zu dem entwickeln, was wir im Kopf haben. Im letzten Herbst pflanzten wir eine Wildfruchthecke, die in Zukunft nicht nur als Unterschlupf und Nahrungsquelle für Kleintiere und Insekten dienen soll, sondern noch dazu wunderschön blüht. Kletterrosen strecken ihre Ranken an Hauswand und Bäumen aus, neue Staudenbeete entstanden und eine mehr als 400 Quadratmeter große Blühwiese ist endlich eingesät. Es wachsen immer mehr Bereiche im Garten, die sowohl schön fürs Auge sind, aber hoffentlich auch zu einer größeren Artenvielfalt in Flora und Fauna beitragen.

    Alles in Hülle und Fülle blühen zu sehen, mit der Gewissheit, dass zwei oder drei abgeschnittene Stiele nicht auffallen oder fehlen würden, hat auch dazu geführt, dass immer neue bunte Sträuße unseren Esstisch oder die Fensterbänke schmücken. Es öffnet sich für uns eine neue, farbenprächtige und wohlig duftende Welt. Plötzlich beschäftigen wir uns damit, wie Blumen richtig geschnitten, in Sträußen kombiniert, kunstvoll gesteckt oder getrocknet werden.

    Gerade wenn Gäste zu Besuch sind, ist es das Schönste sich aus dem eigenen Garten zu bedienen um die Tische mit Blumen zu dekorieren. Daher wanderten in diesem Jahr, neben all den Gemüsesorten, die wir anbauen, auch eine Vielzahl an Schnittblumensamen in die Anzuchtstöpfchen. Wie schon beim Gemüseanbau ist es spannend den ganzen Prozess mitzuerleben und so ein Gefühl dafür zu bekommen, wie viel Aufwand und Pflege in jeder einzelnen Blüte steckt.

    Hunderte Tulpen-, Narzissen- und Alliumzwiebeln haben wir bereits im vergangenen Herbst gesteckt und sehnsüchtig die ersten Blütenköpfe erwartet. Während in den Blumenläden schon ab Februar die Tulpen im Schaufenster standen, mussten wir noch wochenlang geduldig auf unsere Blumenpracht warten. Los ging es mit den Narzissen Mitte April und sogar erst Anfang Mai mit den Tulpen. Klar, hier in Mecklenburg ist das Klima etwas rauer und die Natur damit ein wenig hinterher. Während nur 200 Kilometer entfernt in Berlin schon die Obstblüte vorbei ist, öffnen sich bei uns die ersten Knospen. Aber kann es sein, dass sich eine Saison über mehrere Monate verschiebt?

    Da wir uns nie wirklich mit Schnittblumen beschäftigt haben, nur wenige Male im Jahr als Geburtstagsgruß oder Mitbringsel zu einer Einladung, kam uns auch nicht die Frage in den Sinn, woher genau die Blumen im Laden eigentlich kommen. Unter teils schlechten Arbeitsbedingungen im Ausland produzierte Massenware, mit Pestiziden behandelt, in Monokulturen angebaut, mit hohem Energieaufwand unter Glas herangezogen, ist leider genau das, was man in vielen Blumenläden findet. Es gibt immer mehr Menschen, die ein Bewusstsein für dieses Thema schaffen (Slowflower-Bewegung) und auf Saisonalität, Regionalität und Nachhaltigkeit im Blumenanbau setzen. Mit einem schönen Strauß möchte man sich schließlich ein Stück duftender Natur in die Wohnung holen und kein schlechtes Gewissen. Wer also nicht das Glück eines eigenen Gartens hat und trotzdem nicht auf Schnittblumen verzichten möchte, der sollte beim nächsten Besuch des Floristen mal genauer nachfragen und sich gezielt für regionale und saisonale Blumen entscheiden.

    Für 3 Personen

    • 1 kg Schwarzwurzel
    • 1/2 Stange Lauch
    • 1 L Gemüsebrühe
    • 150 ml Sahne
    • Pflanzenöl zum Frittieren
    • 1 Handvoll Walnüsse
    • natives Walnussöl

    Letzte Saison haben wir zum ersten Mal Schwarzwurzeln angebaut. Ab November sind sie erntereif, aber da wir noch eingelagertes und haltbar gemachtes Gemüse aus dem Garten vorrätig haben, blieben sie bisher etwas unbeachtet im Beet. Dabei finden wir das Wurzelgemüse, mit seinem leicht nussigen Geschmack, ziemlich lecker, noch dazu enthält es Vitamin E, A und C sowie verschiedene B-Vitamine. Vor allem Kalium aber auch Magnesium, Kalzium und Eisen finden sich darin. Es lohnt sich zuzugreifen!
    Schwarzwurzeln sondern einen milchigen Saft ab, der klebt und braune Flecken hinterlässt. Wirklich umständlich ist die Zubereitung deswegen aber keinesfalls. Zum Schälen solltet ihr einfach Gummihandschuhe anziehen. Es empfiehlt sich außerdem eine große Schüssel mit Wasser und etwas Essig bereitzustellen, damit die Schwarzwurzeln nach dem Schälen nicht braun anlaufen.

    Die Schwarzwurzeln mit einem Sparschäler schälen und in eine Schüssel mit Wasser und etwas Essig legen. Bis auf eine Stange das Wurzelgemüse und den Lauch in Stücke schneiden. In einem Topf Pflanzenöl erhitzen und das Gemüse darin anschwitzen. Mit der Gemüsebrühe aufgießen und abgedeckt etwa 20 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen, bis die Schwarzwurzeln weich sind.
    In der Zwischenzeit in einem Topf etwa zwei fingerbreit Pflanzenöl auf etwa 160 Grad erhitzen. Die zurückgelegte Schwarzwurzel mit einem Sparschäler längs in Streifen schneiden und in dem heißen Fett knusprig ausbacken. Auf einem Küchentuch abtropfen lassen. Die Walnüsse in einer Pfanne ohne Fett anrösten und mit den Fingern zerdrücken.
    Gegen Ende der Kochzeit die Sahne zur Suppe geben und die Suppe mit einem Pürierstab cremig pürieren. Die Schwarzwurzelsuppe mit der frittierten Schwarzwurzel, den gerösteten Walnüssen und etwas Walnussöl garnieren.

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