Jun 2024
Neben unserem Gemüsegarten, der sich jedes Jahr durch die Pflanzplanung neu gestaltet, sind die Blühwiesen der flexibelste Teil unseres Gartens. Hier entscheiden wir von Saison zu Saison, ob bis auf die Wege alles stehen bleibt oder ob wir bewusst Kontraste zwischen blühenden Inseln und frisch gemähten Flächen setzen. Manchmal erfordert das Pragmatismus: Witterung und die Entwicklung der Pflanzen bestimmen, wann und wo wir zum Schnitt ansetzen – so wie wir es schon einmal bei der Septembermahd beschrieben haben.
Etwa Mitte Juni, wenn sich die auffälligen Blüten der Margeriten wie kleine Sonnenpunkte durch die Gräser ziehen, erfolgt der erste Schnitt. So bleibt genügend Zeit für eine zweite, artenreiche Blüte in der Saison. Der Schnitt öffnet die Wiese neu – plötzlich fällt Licht bis ganz nach unten, wo die leisen, niedrig wachsenden Arten geduldig ihre Chance erwarten. Margeriten sind in der Regel mehrjährig. Deshalb warten wir nicht erst auf ihre Samenbildung, sondern schneiden zum Höhepunkt ihrer Blüte, zugunsten der Artenvielfalt in der zweiten Saisonhälfte. Es kostet ein wenig Überwindung, doch es lohnt sich so sehr, wenn die Wiese nach dem Schnitt wieder in voller Pracht erblüht.