Wenn wir unseren Garten ansehen, fühlen wir uns ein wenig wie Großeltern, die dem Enkel über den Kopf wuscheln mit den Worten: Bist du groß geworden! Da schwingt Stolz mit, eine enorme Faszination für die Natur und ihre kleinen und großen Veränderungen und auch Glückseligkeit.

Bevor wir einen Einblick in das geben, was sich in den letzten Wochen hier getan hat, zeigen wir euch eine ganz besondere Bereicherung unseres Gemüsegartens. 

Wie ihr bereits wisst, haben wir im Frühjahr mehrere Hundert essbare Stauden auf über 40 Quadratmetern rund um unser Gewächshaus gepflanzt. Unsere Hoffnung war es, den Garten damit optisch und kulinarisch zu bereichern, aber auch eine Spielwiese für Insekten zu schaffen, die jedes Jahr aufs neue blüht. Dass wir nach nur einigen Wochen bereits auf eine so üppig blühende Pracht blicken würden, hätten wir uns allerdings nicht erträumt. Wie alteingesessene Gartenbewohner wirken die Stauden schon jetzt. Und wenn man das aufgeregte Treiben von Wild- und Honigbienen, Hummeln und anderen Insekten anschaut, war es eine der besten Entscheidungen, die wir für die Neugestaltung unseres Gemüsegartens getroffen haben. Dafür mussten wir nicht einmal lange recherchieren oder planen, sondern haben die schon fertig zusammengestellten essbaren Staudenpakete von durchgeblueht.de* entdeckt. Eine Kooperation von Michael Simonsen und Olaf Schnelle. Entschieden haben wir uns für „Gruß aus der Lausitz“, „Kräutermischung Halbschatten“, „Mediterrane Kräuter“, „Essbare Blüten blau-weiss-rot“ und „Pizza“. Die größte Fläche war für die wunderschöne „Teemischung Blütenelixier“ reserviert. 

Geerntet haben wir die Kräuter immer frisch für den täglichen Bedarf. Besonders die Stauden der Teemischung sind jedoch so gewuchert, dass sie einen ersten Rückschnitt nötig hatten. Diesen haben wir zum Anlass genommen eine große Portion Kräutertee aus Anis-Ysop, Frauenmantel, Rosenpappel, verschiedenen Minzen und Melissen, Salbei, Lavendel und Thymian zu trocknen.

An einem warmen, sonnigen Vormittag haben wir die Kräuter als ganze Triebe geerntet. Vor dem Mittag enthalten die Pflanzen die meisten ätherischen Öle. Da wir diese durch schonende Lufttrocknung konservieren wollten, wurden die Kräuter nicht gewaschen. Ein kurzes Ausschütteln der Kräuter genügt. So bleibt der Trocknungsprozess möglichst kurz und das Aroma am stärksten. Je nach Kraut haben wir maximal zehn Triebe zu zwei Dutzend Sträußen locker mit Garn zusammengebunden und sie Kopfüber mit etwas Abstand zueinander auf unserem Dachboden aufgehängt. Was für ein Duft! Die optimale Trockentemperatur liegt bei etwa 35 Grad. Bei über 45 Grad geht bereits ein Teil der ätherischen Öle verloren. Wer die Kräuter im Dörrgerät oder Backofen trocknen möchte, sollte diese Temperatur nicht überschreiten. Rascheln die Kräuter und lassen sich zwischen den Fingern zerbröseln, sind sie fertig getrocknet. Je nach Temperatur kann das einige Tage bis Wochen dauern. Die Blätter möglichst im Ganzen von den Stielen abstreifen, in trockene, luftdicht verschließbare Gläser füllen und lichtgeschützt aufbewahren. So kann man das Gefühl von Sommer das ganze Jahr über bewahren.

21 Kommentare

    • Liebe Susanne, wir können die essbaren Stauden nur empfehlen! Es ist zwar das erste Jahr aber wir sind uns jetzt schon sicher, dass sie uns im nächsten Frühjahr wieder genauso erfreuen werden.

  • Ein toller Beitrag. Ich bin in meinem zweiten Gewächshaus Jahr und habe bereits einige verschiedene Tee Pflanzen. Kann ich alle Tee Pflanzen einfach so trocknen? Wie lange müssen sie getrocknet werden? Ich mag ja griechischen Bergtee total und Zitronenverbene. LG Janine

    • Liebe Janine, du kannst die Teepflanzen genauso aufhängen oder auf Trockengitter verteilen. Was eben deine Lagermöglichkeiten hergeben. Wir haben uns zum Beispiel stapelbare Gitter mit Holzrahmen für unsere Walnüsse gebaut. So etwas würde sich auch wunderbar zum Kräutertrocknen eigenen.
      Wie lange die Kräuter bzw. der Tee getrocknet werden muss, hängt, wie im Text erklärt, ganz von den Trockentemperaturen ab und natürlich auch von der Beschaffenheit der Kräuter. Je feiner die Blätter, desto schneller trocknen sie. Probier es einfach einmal aus! Es kann nicht so viel schief gehen :) Achte nur unbedingt darauf, dass die Kräuter genügend Abstand zueinander haben, damit sie nicht braun werden und anfangen zu schimmeln. Liebe Grüße, Susann

    • Wie schön, dass es dir so gut gefällt liebe Swetlana! Wir freuen uns sehr darüber etwas von der Inspiration, die du uns gibst, zurückgeben zu können. Liebe Grüße, Susann

  • Das ist einer meiner Träume, mir wieder einen Kräutergarten anlegen zu können. Dürfte ich dann auf eure Erfahrungen zurückgreifen? 😉😘

  • Diese tollen Fotos, der traumhafte Garten ermöglicht mir hier aus der Ferne eine Traumreise nach Deutschland zu machen. Ich lebe seit 15 Jahren in Darwin Australien, wenn ich Eure Fotos sehe, bekomme ich Heimweh. Ihr seid eine fantastische Inspiration, positive Energie… Vieles habe ich gelernt durch Eure Beiträge. Vielen Dank, ich freue mich schon auf Eure nächste Blogpost.

    • Sebastian, vielen Dank für deinen wahnsinnig lieben Kommentar! Wir freuen uns sehr dich inspirieren zu können! Liebe Grüße, Susann

  • Wow, die Stauden sehen aus, als wären sie schon immer da gewesen. Und ihr habt sie erst im Frühjahr gepflanzt? Toll! Habt ihr die Mischung genau wie beschrieben eingepflanzt? Ich habe Lust das auch in unserem Garten zu machen, frage mich aber, ob es nicht sinnvoller ist eine näher gelegene gute Gärtnerei aufzusuchen. Die Qualität der Pflanzen sieht aber schon bestechend aus bei euch! Bei dem tollen Standort und der Liebe, die eure Pflanzen bekommen – kein Wunder! Ganz toll!!

    • Liebe Tina, genau, wir haben sie erst im April gepflanzt! Wir sind unglaublich zufrieden mit der Qualität. Bis auf zwei Ausnahmen (die bei hunderten Stauden zu vernachlässigen sind) sind alle Pflanzen wunderbar angewachsen. Die Stauden kommen so oder so mit einer Spedition aus Dresden. Klar würden sie bis nach Süddeutschland schon eine ganz schöne Strecke zurücklegen, aber sie sind perfekt verpackt und würden sicher keinen Schaden nehmen.
      Vielleicht findest du auch eine Gärtnerei aus deiner Region. Ich weiß allerdings nicht, wie viele auch auf essbare Stauden spezialisiert sind und diese dann sogar schon für dich zusammenstellen. Aber vielleicht wirst du ja trotzdem fündig. Melde dich ansonsten einfach einmal bei Michael, er wird dich sicher gerne beraten. So oder so wünsche ich dir schon einmal ganz viel Spaß dabei das Vorhaben umzusetzen! Liebe Grüße, Susann

  • So toll, was ihr alles auf die Beine stellt. Wir träumen jetzt auch von so einem großen tollen Garten und ich übe so lange fleißig mit euren schönen Presets! Ihr inspiriert auf jeden Fall sehr. Macht weiter so!

  • Welche Vielfalt und wie mag es rings um das Siedlerhaus duften.
    Tolle Fotos und ein nachahmenswerter Beitrag für die Artenvielfalt der Insekten. Der Tee ist natürlich auch im Winter ein Genuss!
    LG WuO

    • Ihr beiden, wir sind sehr gespannt darauf, wie die Stauden sich im Jahresverlauf noch entwickeln werden. Und nach dem erfolgreichen Experiment haben wir natürlich Blut geleckt und wünschen uns noch mehr davon. Aber Stück für Stück! Wir sind sehr glücklich mit dem, was wir haben. Aber für alles, was hier umher summt, kann es in unseren Augen gar nicht genug blühende Vielfalt geben. Habt ein schönes Wochenende! Vielleicht mit einem kalten Fußbad in Kräuterwasser ;) Liebe Grüße!

  • Wie herrlich es bei euch aussieht!!
    Ich möchte auf jeden Fall dieses Jahr noch mehr Kräuter für Tee trocknen. Im Winter bereut man es immer, wenn man im Sommer nicht daran denkt, dass die Üppe irgendwann vorbei sein wird…
    Ganz lieben für eure immer wieder inspirierenden Garten-Geschichten!
    Liebe Grüße
    Eva

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