In unserem letzten Artikel haben wir euch bereits einen Einblick darüber gegeben, wie wir uns organisieren, um bei Saatgut, Sorten und Anzucht nicht den Überblick zu verlieren. Im nächsten Schritt geht es darum, das Gemüse so ins Beet zu bekommen, dass wir über einen möglichst langen Zeitraum eine abwechslungsreiche und üppige Ernte einfahren können. Doch bevor wir unsere Beetpläne für die neue Saison mit euch teilen, möchten wir erst einmal über ein spannendes Thema schreiben, auf dem unsere gesamte Pflanzplanung beruht.

Auch wenn unsere Gartenstruktur sehr geometrisch und geordnet ist, mögen wir es im Grunde gerne wild. Mit verschiedenen Pflanzen, die unterschiedliche Farben, Höhen und Strukturen in den Garten bringen, brechen wir die Geradlinigkeit wieder auf und geben dem Nutzgarten, auch wenn er künstlich angelegt ist, die nötige Natürlichkeit. Pflanzen miteinander zu kombinieren finden wir also schon einmal rein optisch wunderbar. Für uns hat es allerdings noch eine andere, viel wichtigere Bedeutung.

Um den Boden möglichst wenig auszulaugen und Krankheiten vorzubeugen, bauen wir unser Gemüse in Mischkultur an. Die Pflanzen werden so miteinander kombiniert, dass sie gegenseitig voneinander profitieren können. So kann eine Pflanze die Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen, die die benachbarte Pflanze nicht oder nur in geringen Mengen braucht. Pflanzen geben aber auch selbst verschiedene Substanzen aus ihrem Stoffwechsel ab, die für den Boden und ihre Nachbarn nützlich sein können. Es entsteht ein Wechselspiel aus Geben und Nehmen. Das kann unterirdisch durch Wurzelausscheiden stattfinden, oder auch überirdisch über Düfte wie ätherische Öle. Auch weitere Pflanzeneigenschaften begünstigen bestimmte Kombinationen. So setzt man tief- mit flachwurzelnden Pflanzen zusammen oder hoch wachsende Pflanzen mit bodenbedeckenden.

Durch dieses Zusammenspiel fördern sich Pflanzen im Wachstum und wehren im optimalen Fall sogar Schädlinge und Pflanzenkrankheiten ab, bzw. wirken ihnen vorbeugend entgegen.

Solch ein Gleichgewicht ermöglicht es, wenig einzugreifen und kann viel Arbeit und Ärger ersparen.

Auf diesem Prinzip basieren alle ökologischen Kreisläufe, die die Natur in vielen Jahrtausenden perfektioniert hat. Nehmen wir einen Wald oder eine Wiese. Die einzelnen dort wachsenden Arten haben sich im Laufe der Zeit aufeinander eingestellt um eine Gemeinschaft zu bilden, in der jeder die Menge an Licht, Wasser, Raum und Nähstoffen bekommt, die er benötigt. Das Ziel bei unserer Beetplanung ist es, uns genau solche guten Nachbarschaften zwischen den Kulturpflanzen zu Nutze zu machen und schlechte zu vermeiden. Hierfür können wir zum Glück auf Wissen und Erfahrungen, die auf jahrzehntelangen, teilweise sogar jahrhundertelangen Beobachtungen beruhen, zurückgreifen. Stück für Stück möchten wir diese Zusammenhänge besser verstehen und nachvollziehen können.

Dafür hat es uns erst einmal sehr geholfen, uns einen Überblick über die verschiedenen Pflanzenfamilien zu verschaffen. Denn Pflanzen gleicher Familie sind in der Regel keine guten Partner. Sie wirken sich nicht positiv aufeinander aus, da sich sowohl der Nährstoffbedarf ähnelt, als auch die selben Schädlinge angezogen werden oder eine Anfälligkeit für die selben Krankheiten besteht. Ob man also eine ganze Reihe Gurken anbaut, oder sie sich mit Kürbissen und Zucchini abwechseln, hätte keinen Einfluss auf die Pflanzengesund da alle drei zur selben Pflanzenfamilie gehören.

 

Am Ende dieses Artikels haben wir euch eine ausführliche Tabelle zusammengestellt, damit ihr bequem ablesen könnt, welche Kulturen sich gut vertragen und welche lieber nicht zusammen gepflanzt werden sollten. Ein paar Mischkulturen, die wir bereits erfolgreich angepflanzt haben, möchten wir euch noch etwas genauer vorstellen.

Kürbis, Mais und Bohnen

Eine der wohl ältesten Mischkulturen ist die so genannte „Milpa“. Schon seit Jahrhunderten kombinieren die Maya und ihre Nachfahren die „drei Schwestern“ Kürbis, Mais und Stangenbohnen miteinander. Der gegenseitige Nutzen findet hier auf ganz unterschiedlichen Ebenen statt. Die Maispflanzen dienen als Rankhilfe für die Bohnen, diese versorgen wiederum Mais und Kürbis über ihre Wurzeln mit Stickstoff. Der Kürbis bedeckt mit seinen ausladenden Blättern den Boden und schützt ihn vor Austrocknung und ungewünschten Beikräutern. 

 

Kohl, Sellerie und Tomaten

In der letzten Saison bestand eines unserer Beete aus Blumenkohl, Sellerie und Tomaten. Die Nährstoffe, die der Sellerie nicht verwerten kann, sind für den Blumenkohl wachstumsfördernd und so leichter zugänglich. Sellerie hält mit seinem Duft außerdem Kohlschädlinge fern. Die Tomaten halten ebenfalls Kohlweißlinge fern und schützen den Sellerie vor Rostkrankheiten.

Auch Rot- und Weißkohl pflanzen wir zusammen mit Tomaten, um den Befall von Kohlweißlinge zu reduzieren.

 

Lauch und Möhren

Die von der wachsenden Möhrenwurzel ausgehenden Gase haben einen Wachstumsfördernder Einfluss auf Lauch. Dieser wiederum hält, wie auch andere Zwiebelgewächse, die Möhrenfliege fern.

 

Kohlrabi und Spinat

Eine schöne Mischkultur im Frühjahr ist Kohlrabi und Spinat. Der Spinat sondert Saponin ab, welches das Wachstum von Kohlrabi fördert. Davon können auch viele andere Gemüsesorten profitieren. Die Saponine verbessern die Nährstoffaufnahme der benachbarten Pflanzen. Der Spinat beschattet außerdem den Boden und hält damit das Wasser im Boden und lästige Beikräuter fern. 

 

Zwiebelgewächse und Erdbeeren

Zwischen unsere Erdbeeren stecken wir Zwiebeln und Knoblauch, da beides durch seine bakteriziden u. fungiziden Wirkstoffe gut gegen Spinnmilben und Bodenpilze wirken. Auch andere Zwiebelgewächse wie Schnittlauch oder Lauch können vor Grauschimmel bei Erdbeeren schützen. 

Kräuter und Blumen in der Mischkultur

Ein Großteil der Küchenkräuter kann bereichernd für Gemüsepflanzen sein. Thymian, Ysop, Rosmarin und Salbei sollen durch Duftabsonderungen Kohlweislinge, Kohl- oder Möhrenfliegen vertreiben. Generell gehören Kräuter, Gewürz- und Heilpflanzen zu unseren liebsten Mischkulturen.

 

Bohnenkraut

Bohnen und Bohnenkraut sind nicht nur im Kochtopf eine gute Kombination. Das Kraut vertreibt die Bohnenfliege und die Schwarze Bohnenlaus. Die Duftstoffe des Bohnenkrauts fördern außerdem das Wachstum und Aroma der Hülsenfrüchte. Auch Rote Bete und Salat profitiert von dem Würzkraut.

Tagetes und Ringelblume

Tagetes und Ringelblumen schützen vor bestimmten Arten von Nematoden. Die Fadenwürmer kommen in mehreren Tausend verschiedenen Arten vor und können zwar auch nützlich, im Großteil aber schädlich sein. Durch das Eindringen in das Wurzelsystem können Nematoden den Stoffwechselkreislauf von Pflanzen stark beeinträchtigen. Erbsen, Bohnen, Möhren, Kohl, Beeten, Rüben, Zwiebeln, Lauch oder Kartoffeln mögen die meist mikroskopisch kleinen Würmchen besonders als Wirtspflanzen. Daher bietet es sich an diese gemeinsam mit Ringel- oder Studentenblumen (Tagetes) anzubauen. Die Tagetes sollen auch bestimmte Viren, die weiße Fliege und Läuse fernhalten. Zwischen die Reihen gesät haben Ringelblumen eine förderliche Wirkung auf z.b. Tomaten. Besonders über ihr Wurzelwerk scheiden sie Pflanzenfördernde Substanzen aus.

 

Kamille

An den Rändern von Bohnen und Erbsen, zwischen Salat und Spinat fördert die Kamille die Widerstandskraft gegen Pilzkrankheiten. Auch auf das Wachstum von Tomaten und deren Aroma soll sie positiven Einfluss haben.

 

Borretsch

Borretsch sieht nicht nur hübsch im Beet aus, er lockt mit seinen vielen Blüten auch unzählige Insekten an. So fungiert er als hervorragende Bestäubungshilfe. Hier profitieren besonders Gurke, Zucchini und Kürbis von ihm. Die Gewürz- und Heilpflanze soll aber auch Schädlingsabweisend bei Kohlrabi und anderen Kohlarten wirken. Außerdem halten die haarigen Blätter Schnecken fern. Man sollte die Pflanze allerdings bevorzugt an die Beetränder setzen, da sie enorm wuchern und so den Kulturpflanzen schnell Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe machen kann.

Kapuziner Kresse 

Sie wehrt durch ihren scharfen Geruch Schadinsekten, besonders Läuse, ab. Hier sollte man sich jedoch für eine kleinbleibende, bodendeckende Sorte entscheiden, da sie sich sonst schnell im Beet ausbreitet und natürlich zum Saisonende, wie auch die Ringelblume, jede Menge Samen hinterlässt. Diese sollte man, wenn die Pflanzen sich nicht wild ausbreiten sollen, vor der Reife abernten.

 

Sonnenblumen

Sonnenblumen können als Bodenverbesserer dienen. Diese Jahr möchten wir eine niedrig wachsende Sorte im Nutzgarten integrieren.

 

Basilikum

Basilikum wächst aufgrund seiner förderlichen Wirkung bei uns ebenfalls an verschiedenen Stellen im Garten. Gegen Mehltau und die Weiße Fliege setzen wir es zum Beispiel an Gurken oder Kohlgewächsen ein.

 

Dill

Dill fördert die Keimfähigkeit von Saaten und hält durch seine Duftstoffe Schädlinge, wie Blattläuse, ab. Möhren, Gurken, Kohlarten, Rote Bete, Zwiebeln und Dicke Bohnen profitieren von ihm. Wir sähen Dill, in vielen unserer Beete, zwischen die Gemüsepflanzen.  

 

Man muss natürlich dazu sagen, dass eine Anpflanzung in Mischkultur keine Garantie bietet, dass ihr keinerlei Schädlinge im Gemüsebeet habt und nur noch prall gefüllte Erntekörbe aus dem Garten schleppt. Der Anbau von Gemüse in Mischkultur kann aber einen guten Beitrag zu einem gesunden Garten leisten. Darüber hinaus finden wir, dass es wunderschön ausschaut, wie die verschiedenen Gemüsesorten, farbenprächtig und auf unterschiedlichen Ebenen, im Beet zusammen wachsen.

Mischkultur Tabelle

Artischocke Aubergine Blumenkohl Brokkoli Buschbohne Chili Chinakohl Erbse Feldsalat Grünkohl Gurke Herbstrübe Kartoffel Knoblauch Knollenfenchel Kohlrabi Kopfsalat Kürbis Lauch Mairübe Mangold Möhre Paprika Pastinake Puffbohne Radieschen Rettich Rosenkohl Rote Bete Rotkohl Rucola Schwarzwurzel Sellerie Spargel Spinat Stangenbohne Tomate Weißkohl Wirsing Zucchini Zuckermais Zwiebel
Artischocke
Aubergine
Blumenkohl
Brokkoli
Buschbohne
Chili
Chinakohl
Erbse
Feldsalat
Grünkohl
Gurke
Herbstrübe
Kartoffel
Knoblauch
Knollenfenchel
Kohlrabi
Kopfsalat
Kürbis
Lauch
Mairübe
Mangold
Möhre
Paprika
Pastinake
Puffbohne
Radieschen
Rettich
Rosenkohl
Rote Bete
Rotkohl
Rucola
Schwarzwurzel
Sellerie
Spargel
Spinat
Stangenbohnen
Tomaten
Weißkohl
Wirsing
Zucchini
Zuckermais
Zwiebeln

Gute Nachbarn   Schlechte Nachbarn

Das neue Jahr ist gerade zwei Wochen alt und schon sind wir wieder im Garten-Fieber und pendeln zwischen Saatguttütchen, Tabellen und Notizen aus der letzten Saison hin und her.

Wer, wie wir, über 100 verschiedene Gemüsesorten anbaut, benötigt, gerade am Anfang, ein wenig Planung, um nicht den Überblick zu verlieren. Dazu haben wir uns eine Tabelle angelegt, mit der wir das Jahr über arbeiten.

Neben den Sorten notieren wir hier die ungefähre Menge an Pflanzen, die wir in dem Jahr anbauen möchten und Hinweise dazu, wie oft wir die Kultur neu ansäen sollten um eine möglichst lange Ernteperiode zu erzielen. Wir finden in der Tabelle Informationen darüber, ob und wann das Gemüse vorgezogen werden muss, wann es ausgepflanzt werden kann. Ob die Kulturen ins Freiland oder Gewächshaus gepflanzt werden sollen und mit welchem Pflanzabstand. Ob es sich um Stark-, Mittel- oder Schwachzehrer handelt und woher wir das Saatgut bezogen haben, um es gegebenenfalls nachzukaufen. Eine kleine Datenbank also, die uns bei der Planung unseres Gartenjahres hilft.

Dank Kalenderspalten können wir die Liste Monat für Monat abarbeiten und die Anzucht koordinieren. Orange zeigt die Voranzucht an und Grün die Saat bzw. Pflanzung ins Freiland. Die erste Spalte in der Tabelle nutzen wir, um eine Sorte als „bereits angesät“ zu markieren oder um uns, mittels Ampelfarben, eine Übersicht zu erstellen, welche Sorten in dem aktuellen Monat mit welcher Priorität in die Erde müssen. 

Die Tabelle haben wir bereits für die letzte Saison erstellt und so mussten wir dieses Jahr lediglich eine kleine Inventur machen und haben die Liste mit neuen Sorten ergänzt bzw. Kulturen, die wir nicht mehr anbauen möchten, entfernt. Für dieses Jahr haben wir zum Beispiel noch einige Bohnen zum trockenen hinzugefügt und für Tomaten, Paprika und Gurken besonders freilandtaugliche Sorten ausgewählt, da wir weniger ins Gewächshaus pflanzen möchten.

Salate gab es im letzten Jahr fast gar keine in unserem Garten. So haben wir die Liste für diese Saison auch hier noch erweitert.

Wenn man eine solche Tabelle Jahr für Jahr führt, hilft es eine gute Routine zu entwickeln. Wir können nachvollziehen, was wir in welchen Mengen gepflanzt haben und können nach der Saison auswerten, was wir im nächsten Jahr optimieren wollen. Natürlich ist die Liste auf unsere Vorlieben und Gartengröße angelegt. Es ist unser persönlicher Saatplan. Trotzdem möchten wir die Tabelle gerne mit euch teilen, da unsere Herangehensweise, Anbaumengen und bestimmt auch unsere Sortenauswahl für den ein oder anderen spannend sein könnte.

2018 haben wir erst richtig mit dem Gemüseanbau gestartet und testen uns gerade durch verschiedene Sorten, um zu entdecken, welche uns am besten gefallen, aber auch, welche für unseren Standort gut geeignet sind. Das ist einer der Gründe, aus denen wir so viele verschiedene Sorten kultivieren. Wir lieben die Auswahl an Formen, Farben und Geschmacksrichtungen und nutzen unterschiedliche Sorten einer Art in der Küche für ganz unterschiedliche Zubereitungen. Ob zum Beispiel unsere Tomaten frisch gepflückt aufs Brot kommen, zu Tomatensauce eingekocht oder getrocknet werden, entscheidet Größe, Konsistenz und natürlich Aroma der Früchte.

Unser Saatgut ist aus biologischem Anbau und samenfest. Dies ermöglicht es uns, für bestimmte Kulturen das Saatgut selbst zu gewinnen. Das eigene Saatgut passt sich mit der Zeit immer besser an unseren Standort an und gedeiht damit möglichst gut unter den hier herrschenden Bedingungen. Aktuell entnehmen wir das Saatgut nur von wenigen Kulturen, möchten die eigene Saatgutgewinnung in den nächsten Jahren aber gerne ausbauen. Hier gilt es wieder Neues zu lernen! Es wird also nie langweilig beim Gärtnern.

Download

Hier kannst du dir unsere Saatgut-Tabelle als ZIP herunterladen. Das Archiv enthält eine Apple Numbers, Microsoft Excel und PDF Datei.

Die Gartensaison neigt sich so langsam dem Ende zu. Die ersten Tomatenpflanzen im Gewächshaus sind abgeerntet, die Beeren produzieren ihre letzten Früchte, die Kartoffeln sind alle aus dem Boden und die Walnüsse fallen vom Baum. 

Wenn wir auf die letzten Monate zurückschauen, können wir gar nicht richtig fassen, wie viele prall gefüllte Erntekörbe wir in die Küche getragen haben. Seit Juni konnten wir die Früchte der harten Arbeit im Frühjahr, als wir unseren Nutzgarten komplett neu angelegt haben, ernten. Nun wachsen noch Rot- und Weißkohle, Brokkoli, Schwarzkohl, Bohnen, Lauch, Sellerie, Topinambur, Süßkartoffeln, Zucchini, Kürbisse, Tomaten, Auberginen, Paprika, Gurken, Beten, ein paar andere Sorten und jede Menge Kräuter im Garten. Wir werden uns also noch einige Wochen mit der frischen Ernte und unseren eingelagerten und haltbar gemachten Lebensmitteln versorgen können.

Es fühlt sich so gut an mit dem kochen zu können, was wir selbst angebaut haben. Wir wissen ganz genau, was drinsteckt, nämlich nur Natur. Aber auch wie viel Arbeit und welche Ressourcen wir aufgewendet haben, um das Gemüse heranzuziehen. Wenn die Lebensgrundlage, Nahrung, aus dem eigenen Garten kommt, gibt das nicht nur eine enorme Wertschätzung und einen direkten Bezug zu dem, was auf dem Teller landet, sondern auch eine unglaubliche Zufriedenheit. 

 

Komplett Selbstversorger zu sein, das ganze Jahr über, können wir uns aktuell dennoch nicht vorstellen. An dieser Stelle macht es vielleicht Sinn den Begriff, die möglichen Abstufungen und unsere Auffassung dazu kurz zu erläutern. Selbstversorgung bezeichnet ein autonomes Leben und zwar in möglichst allen Bereichen. Man schafft seine Lebensgrundlage durch die eigene Produktion von Lebens- und Nahrungsmitteln aber auch von anderen notwendigen Produkten wie Kleidung, Medizin o.ä.

Wenn wir von einer kompletten Selbstversorgung sprechen, dann geht es uns persönlich um den Anbau von Nahrungsmitteln. Obst und Gemüse, Nüsse und Kerne, aber auch Grundnahrungsmittel wie Getreide und Kartoffeln, eine Eigenproduktion von Öl, Würzmitteln und, bei Bedarf, tierischen Produkten wie Eiern. Dass einer von uns abends am Spinnrad sitzt und der andere Holzteller schnitzt, könnte zur Abwechslung mal ganz lustig sein. Als tägliche Routine liegt uns diese Art zu leben aber fern.

 

Wir werden oft gefragt, ob wir ganz von unserem Eigenanbau an Gemüse leben können. Die Antwort lautet ganz klar: nein. Vielen von uns, und da schließen wir uns selbst mit ein, ist gar nicht bewusst, welche Mengen an Lebensmitteln wir im Jahr verbrauchen.

Allein der pro Kopf Verbrauch an Kartoffeln liegt bei knapp 60 Kilogramm. Das dürfte gerade einmal der Gesamtmenge entsprechen, die wir dieses Jahr von etwa 100 gesteckten Kartoffeln auf 8 x 8 Metern Beetfläche ernten konnten.

Wir mussten schätzungsweise die Hälfte der Ernte mit den Wühlmäusen teilen. Aber das gehört eben mit dazu und muss einkalkuliert werden. Lange über die Runden werden wir mit unseren eigenen Kartoffeln leider nicht kommen. (Wir lieben Kartoffeln und verspeisen auch gerne einmal mehrere Kilo in einer Woche). Das ist aktuell aber auch gar nicht unser Ziel. Dann würden wir vermutlich schon bei der Auswahl des Saatgutes, oder eben der Setzkartoffeln, anders entscheiden. Wir wählen die Sorten, die wir pflanzen möchten, nach Geschmack und, für unsere Arbeit als Foodfotografen, auch nach Optik aus. Sie sollen uns eine Bereicherung zu dem handelsüblichen Sortiment bieten. Uns geht es nicht darum, die ertragreichste Kartoffel oder Möhre auszuwählen, die uns auch über den Winter bringt. Sortenvielfalt geht bei uns über Ertrag. So sind wir dieses Jahr bei unseren 150 verschiedenen Gemüsesorten gelandet. 

 

Die Nutzfläche von 200 Quadratmetern, plus Kartoffelacker, Erdbeerfeld, Obstbäumen und Beerensträuchern, die wir aktuell bewirtschaften, würde auf jeden Fall für eine Selbstversorgung von zwei Personen übers Jahr ausreichen. Wir müssten uns aber viel besser organisieren, um über einen langen Zeitraum regelmäßige Ernten einzufahren. Das erfordert Erfahrung, aber auch eine gewisse Routine, die uns im zweiten Gartenjahr einfach noch fehlt. Auch wenn hier alles prächtig wächst und wir unheimlich zufrieden mit unserer Ernte sind, darf man nicht vergessen, dass wir erst ganz am Anfang stehen. Da macht Ausprobieren und Dazulernen einen nicht zu verachtenden Teil der Gartenarbeit aus. Immer wieder recherchieren wir, lesen nach, setzen Ideen um, die entweder direkt erfolgreich sind, oder eben nicht. Dann heißt es wieder von vorne beginnen. All das macht uns viel Spaß, erfordert aber auch Zeit, die man investieren muss.

Die aktive Arbeit im Garten hingegen war in den letzten Wochen gar nicht so aufwändig. Wir haben keine Stechuhr und können daher nur schätzen. Wir sind im Schnitt zweimal die Woche durch die Beete gelaufen und haben das erledigt, was uns ins Auge gefallen ist: hier mal eine Freilandtomate hochbinden, da den Lauch anhäufeln, nachsäen, überhand nehmende Beikräuter entfernen, Mulch nachlegen, mit Jauche düngen oder ähnliches. Ab Ende Juni, als der Großteil der Jungpflanzen im Boden und schon soweit herangewachsen war, dass sie nicht mehr so viel Pflege und Aufmerksamkeit brauchten, waren wir wöchentlich nicht mehr als eine oder zwei Stunden im Gemüsegarten beschäftigt. Der Aufwand hält sich also absolut in Grenzen.

Wenn man in Mischkultur anbaut, hat man weniger mit Schädlingen zu kämpfen, durch eine dicke Mulchschicht setzen sich nur wenige Beikräuter durch, man ist nicht so viel mit Gießen beschäftigt und muss den Boden zwischen den Pflanzen nicht lockern. Mit einfachen Mitteln ersparen wir uns viel Arbeit, die noch dazu oft nicht förderlich für ein gesundes Bodenleben ist.

Eine ausschließliche Selbstversorgung mit Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten können wir in dieser Saison lediglich, oder immerhin, über etwa 4 Monate abdecken. In diesem Zeitraum ernten wir nicht nur für den täglichen Bedarf, sondern immer wieder auch große Mengen, die erst einmal verarbeitet werden müssen. Der Arbeitsaufwand hierfür ist nicht zu unterschätzen.

Es stapeln sich schon etliche Gläser mit Vorräten für den Winter: Eingemachtes, Fermentiertes, Gedörrtes, Eingekochtes und Eingelegtes.

Von den fast 60 Kilogramm bisher geernteten Tomaten wurde gut die Hälfte zu Tomatensauce eingekocht. Am Ende sind es dann trotzdem nur ein Duzend Flaschen, die zwar ungemein köstlich sind, ganz sicher aber nicht bis zur nächsten Saison, nicht einmal bis ins nächste Jahr hinein, reichen werden.

Die Apfelernte fiel dieses Jahr, wie schon erwartet, schlechter aus. Nach einer Rekordernte im Vorjahr mussten sich die Bäume erst einmal erholen. Trotzdem haben wir mehr als 100 Kilogramm Äpfel zur Bio-Mosterei gebracht und weitere 20 Kilogramm zu Apfelmus und Apfelkompott verarbeitet. Allein die (kleine) Ernte und die Fahrt zur Mosterei hat fast einen ganzen Tag in Anspruch genommen. Äpfel pflücken, sortieren, für den Transport packen, in der Mosterei wieder umpacken. Ein weiterer Tag ging für die Verarbeitung der übrigen Äpfel drauf. Wie viele Tage man wohl damit verbringen würde Äpfel zu waschen, schälen, schneiden, kochen, in sterile Gläser zu füllen und die Schalen zu dörren, um mit den Vorräten übers Jahr zu kommen?

Und damit ist es ja nicht getan, denn wir wünschen uns natürlich eine bunte Speisekammer, in der die Äpfel nur einen kleinen Bruchteil ausmachen. Da wird das romantische Landleben, in dem man verträumt durch den blühenden Garten wandelt, hier und da etwas pflückt und in den Mund steckt, schnell zum Vollzeit-Job.

 

Da wir uns ohnehin schon viele Jahre saisonal ernähren, wussten wir immerhin, was zu welcher Zeit auf unserem Speiseplan stehen wird, wie wir die Lebensmittel verarbeiten und auch haltbarmachen können. Das war für uns keine große Umstellung. An unserem Speiseplan hat sich nichts geändert. Wir bauen so viele verschiedene Sorten an, dass wir auf nichts verzichten müssen. Ganz im Gegenteil! Es wachsen in unserem Garten wundervolle Gemüsesorten, die man selten auf ausgewählten Bio-Wochenmärkten finden kann, niemals aber im Supermarkt. 

Eine Umstellung und ein unterschätzter Zeitfaktor war für uns tatsächlich das Verarbeiten in großen Mengen. Das erfordert neben dem nötigen Know-How auch erst einmal verschiedene Utensilien, die angeschafft werden müssen. Ein großer Einkochtopf, eine Auswahl an Einmachgläsern für die unterschiedlichen Zwecke.

Bügel-, Twist-Off- oder Weckgläser. Da gibt es kein richtig oder falsch, besser oder schlechter, irgendwie erfüllt jede Technik ihren Zweck.

Um die großen Mengen zu verarbeiten, haben wir uns zum Beispiel ein großes Dörrgerät angeschafft aber auch, bereits im letzten Jahr, mehrstöckige Siebe gebaut, auf denen wir Walnüsse u.a. trocknen können. Kisten zum Lagern mussten her, ein externer zweiter Kühlschrank, in den die Fermente nach einigen Wochen kommen, da wir keinen Keller haben. Auf lange Sicht brauchen wir aber noch mehr Lagermöglichkeiten. Sei es nur eine Erdmiete oder vielleicht sogar ein kleiner Erdkeller. All das beschäftigt uns nun in unserer Freizeit.

 

Wir denken, dass eine vegane Selbstversorgung, über das ganze Jahr hinweg, auch mit relativ geringem Aufwand möglich sein kann. Allerdings erst, wenn man 100% eingespielt ist, ein funktionierendes System für sich gefunden hat und vor allem, wenn man viel Erfahrung gesammelt hat und die Abläufe in der Natur versteht. Bis es soweit ist können vermutlich Jahre vergehen.

Dass wir uns bereits jetzt über einen relativ langen Zeitraum selbst versorgen können, liegt nicht unbedingt nur an einem grünen Daumen, unserem Tatendrang und Wissensdurst, sondern auch daran, dass es bereits einige Schätze auf unserem Grundstück gab.

Eine wichtige Grundlage der Selbstversorgung sind mehrjährige Nutzpflanzen wie Bäume oder zum Beispiel auch Beerensträucher. In unserem Garten steht ein riesiger Walnussbaum, vier Kirschbäume, vier Apfelbäume und ein Pflaumenbaum. Auch wenn sie nicht alle in ihren besten Jahren sind und manche von ihnen nur wenig tragen, sind wir sehr dankbar nicht bei Null anzufangen und erst Jahre warten zu müssen, bis wir von neu gepflanzten Bäumen überhaupt etwas ernten können. Es wuchsen schon Weintrauben, schwarze, weiße und rote Johannisbeeren, Holunder und Himbeeren hier. Sogar Wiesenchampignons sprießen aktuell in Mengen aus dem Boden. All diese Pflanzen bieten bei einem Minimum an Aufwand ein Maximum an Ertrag. Aus diesem Grund möchten wir noch mehr mehrjährige Pflanzen im Garten ansiedeln und haben uns unter diesem Gesichtspunkt auch für unsere essbaren Stauden entschieden. Sie bilden eine nachwachsende Basis an Kräutern, auf die wir immer wieder zurückgreifen können. Das gleiche gilt für mehrjährige Nutzpflanzen wie Erdbeeren, Rhabarber, Artischocken oder Spargel. Einmal gepflanzt, hat man im besten Fall viele Jahre Freude daran.

 

Wir arbeiten daran, uns ein möglichst nachhaltiges System aufzubauen, mit Pflanzenbestand, einem Wissensschatz, Erfahrung und Routine, sodass es uns von Jahr zu Jahr leichter fällt den Zeitraum unserer Selbstversorgung zu verlängern. Immer mit der Prämisse, dass es uns Spaß bringen muss und eine Bereicherung für unser Leben darstellt.

Wir leben in einer globalen Konsumgesellschaft. Wir nutzen und verbrauchen täglich die unterschiedlichsten Konsumgüter, oft über unseren Bedarf und unsere Ressourcen hinaus. Wie können wir es schaffen bewusster und nachhaltiger zu konsumieren und trotzdem nicht im absoluten Verzicht zu leben?

Gemeinsam mit Manufactum* haben wir uns diesem Thema genähert und zu einem Event in unser Siedlerhaus eingeladen. Denn hier spiegeln sich viele unserer Gedanken zu einem bewussten, nachhaltigeren Konsum wieder. Sei es bei der Gestaltung der Räume, dem Umgang mit Ressourcen wie Wasser und Feuerholz oder auch unseren Lebensmitteln.

Mit bewusstem Konsum geht für uns als erstes die Frage einher, was wir in unserem Leben und Alltag überhaupt brauchen. Das können lebensnotwendige Dinge sein, wie Nahrung, Töpfe und Pfannen um diese zuzubereiten, ein Bett zum Schlafen, Kleidung am Körper. Das können aber auch einfach Dinge sein, die uns tagtäglich Freude bringen und das Leben bereichern. Eine schöne gusseiserne Teekanne, eine handgeschmiedete Sichel für die Gartenpflege, eine wunderbar duftende Seife. Produkte, die nicht unbedingt für unser leibliches, sehr wohl aber für das seelische Wohl sorgen. 

Wir haben uns bewusst dazu entschieden unser Siedlerhaus minimalistisch einzurichten. Das Ansammeln von unbenutzten Dingen möchten wir vermeiden, weshalb wir uns Kaufentscheidungen lange durch den Kopf gehen lassen.

Der Grund, aus dem wir bei der Entscheidung für bestimmte Produkte dann oft beim „Warenhaus der guten Dinge“ landen ist, dass Manufactum bei der Auswahl für das Sortiment genau die Kriterien am Herzen liegen, die auch uns bei der Anschaffung neuer Dinge wichtig sind. Seit der Gründung vor über 30 Jahren, ist es dem Unternehmen wichtig, als Gegenpol zur Wegwerfgesellschaft, Produkte aufzuspüren, die ressourcenschonend und sozialverträglich hergestellt werden, langlebig und zeitlos sind und dabei in Funktion und Ästhetik überzeugen. Tradition und bewährtes Wissen jener Handwerker, die Produkte meisterhaft zu verarbeiten verstehen, hat dabei einen genauso hohen Stellenwert, wie neue, zukunftsweisende Herstellungsverfahren die unsere knappen Ressourcen schonen. Werte wie Nachhaltigkeit, Innovation und Regionalität stellen für Manufactum wie auch für uns keine ideellen Raritäten dar, sondern sind hochmoderne Qualitätsmerkmale. Es zählt nicht nur, was am Ende beim Verbraucher im Warenkorb landet, sondern der ganze Weg bis dorthin und auch die Menschen dahinter.

Diese Punkte wollten wir in kleiner Runde, an einem entspannten Tag auf dem Land, eingehender betrachten. Einen direkten Bezug zu den Produkten zu bekommen, ist für uns ein wichtiger Schritt zu einem bewussten Konsum. Diesen Bezug haben wir nun unmittelbar im eigenen Garten. Bei einem Rundgang durch den Nutzgarten verdeutlichten wir unsere Ansätze für eine naturnahe Bewirtschaftung anhand von Mischkultur, samenfesten Sorten oder Düngen ohne Chemie. Zu erfahren, wie viele Schritte notwendig sind und wie viel Zeit vom kleinen Samenkorn bis zur Früchte tragenden Pflanze vergeht, hat bei uns ein ganz neues Bewusstsein für Lebensmittel geschaffen. Unsere ohnehin schon vegetarische, regionale und saisonale Küche hat sich durch den eigenen Garten noch einmal gewandelt. Uns lag es am Herzen, diese Wertschätzung mit unseren Gästen zu teilen. Aber auch Vorschläge, wie man den Garten im Herbst für Insekten, Vögel und Kleintiere attraktiver gestalten kann, waren uns  wichtig. 

Zu einem bewussten Konsum gehört für uns auch, nichts zu verschwenden. Wie ihr wisst, konservieren wir unsere überschüssige Ernte durch Einmachen, Fermentieren, Dörren, Einkochen und Einlegen. Statt farblosen Konserven, wie sie sich noch in diversen Kellern stapeln und Staub ansetzen, lagern wir Sauerkraut-Kimchi, Zucchini-Chips, halbgetrocknete Tomaten in Öl, würzige Gurken, leuchtend rote, getrocknete Erdbeeren, Waldfrucht-Marmelade und Co. in unserem Vorratsschrank. Die unterschiedlichen Methoden des Haltbarmachens haben wir unseren Gästen in einem kleinen Workshop näher gebracht. Gemeinsam haben wir unsere Nasen in all die Gläschen mit Fermenten und Getrocknetem gesteckt, natürlich auch verkostet und anschließend ein Gurken-Kimchi und Sauerkraut aus Rotkohl und Äpfeln angesetzt. Alle nötigen Utensilien zum Haltbarmachen wie Dörrgerät, Trockengitter, Einmachgläser, Einkochtopf, Krauthobel etc. haben wir im umfangreichen Sortiment von Manufactum gefunden.

Übrigens war es in den Tagen vor unserem Event richtig ungemütlich hier oben im Norden. Wind peitschte den Regen an die Fenster und man wollte sich am liebsten nur noch im Bett verkriechen. Deswegen sind wir unheimlich dankbar für das großartige Wetter am Event! So konnten wir, wie wir es uns gewünscht hatten, das Abendessen auf dem Feuer zubereiten. In gusseisernen Töpfen brutzelten Kartoffeln neben jungen Möhrchen und gemischten Pilzen. Unsere haltbar gemachten Vorräte waren dabei Teil unserer Rezepte. Wir servierten gebackene Kartoffeln mit Traubenchutney und frittiertem Salbei, Apfel mit Estragonöl und Holunderkapern, gebratene Pilze mit Kräutern, gegrillte Möhren mit fermentiertem Knoblauch und Haselnüssen. Als süßen Abschluss gab es gebratene Birne mit Walnuss-Roggen-Streuseln und einer Sauce aus Eberesche.

Um das Menü garantiert im Trockenen und Warmen genießen zu können, haben wir unseren Schuppen, der über die Jahre viele Schichten Staub und Spinnweben angesetzt hatte, in dem sich Schindeln, Steine und Gerümpel stapelten, in den vorangegangen Tagen in einen gemütlichen Raum für das gemeinsame Abendessen verwandelt. Mit Muskelkraft, Elan, Schaufel und Besen sind wir dem Ganzen entgegengetreten. Die Vorbereitungen auf den Tag liefen aber auch auf vielen anderen Ebenen schon Wochen oder sogar Monate vorher an. Eigens für das Event pflanzten wir bestimmte Blumen in unserem Garten, um die Dekoration dieses Mal auch unter dem Aspekt des bewussten Konsums komplett in eigener Hand zu wissen. Der Energieaufwand für unsere Blumen ging gen Null. Keine Transportwege, keine Kühlung, noch nicht einmal eine regelmäßige Bewässerung der Beete war notwendig. Neben den frischen Blumen wie Dahlien und Sonnenblumen, fingen wir im Sommer an Strohblumen und Gräser zu trocknen. Die Trockensträuße können wir immer wieder verwenden und mit frischen saisonalen Elementen ganz neu zusammenstellen. Es war ein großer Spaß und mit dem Ergebnis, einen neuen Raum dazu gewonnen zu haben, sind wir wahnsinnig glücklich.

Diesen besonderen Tag am Feuer ausklingen zu lassen, war für uns der krönende Abschluss des Events.

Wir möchten uns bei unseren Gästen bedanken, dass sie den Weg hierher auf sich genommen haben, bei Manufactum, dass sie uns erneut ihr Vertrauen geschenkt und diesen Tag damit überhaupt erst ermöglicht haben. Ein ganz großes Dankeschön geht an Ben Donath, der uns wieder in der Küche unterstützt hat und an Lisa Strube für die tatkräftige Hilfe!

Unser Garten steht in voller Blüte oder besser gesagt in voller Frucht. Aufwändig ist aktuell nicht die Pflege der Pflanzen oder das Jäten von Unkraut, sondern die Ernte selbst. Jeden Tag landet etwas im Erntekorb und damit verlagert sich die anfallende Gartenarbeit in die Küche. All das Obst und Gemüse können wir gar nicht frisch aufbrauchen. Ohne Keller oder riesigen Kühlschrank fehlen uns Lagermöglichkeiten sodass wir, je nach Gemüsesorte, die Ausbeute oft schon wenige Tage nach der Ernte verarbeiten müssen. Durch Einmachen, Fermentieren, Einkochen und Einlegen konservieren wir das Obst und Gemüse für die kommenden kalten Monate, in denen es im Garten, bis auf einige wenige Wintergemüse, eher mau aussehen wird. 

 

Eine Methode des Haltbarmachens möchten wir euch näher vorstellen: das Dörren. Vor einigen Jahren sind wir beim Stöbern bei Keimling Naturkost* auf das Dörrgerät Excalibur Mini gestoßen. Für den alltäglichen Gebrauch in unserem Zwei-Personen-Haushalt war es bestens geeignet. Leicht und platzsparend. Darüber sind wir mit unserem Garten und den großen Mengen an Kirschen, Äpfeln, Beeren und allerhand Gemüse nun aber hinausgewachsen. Es musste etwas Größeres her! Das Excalibur EXC10EL Dörrgerät aus Edelstahl stand schon länger auf unserer Wunschliste. Da kam die Anfrage für eine Zusammenarbeit mit Keimling gerade recht. Keimling Naturkost steht für rohköstliche Ernährung, bietet ausschließlich vegane Premium-Qualität an und ist genau die richtige Anlaufstelle für Produkte, die möglichst nachhaltig hergestellt werden und sich perfekt für eine gesunde, vegane Ernährungsweise eignen. An der umfangreichen Produktpalette des Unternehmens schätzen wir besonders die Verarbeitungsgeräte wie zum Beispiel Profimixer, Entsafter und Dörrautomaten. Unser Personal Blender, der Entsafter von Kuvings und der starke Vitamix leisten in unserer Küche schon viele Jahre gute Dienste.

Auch das Profidörrgerät konnten wir nun einige Wochen ausprobieren. Im Gegensatz zum kleinsten Bruder (Keimling bietet unterschiedliche Größen und Modelle von Excalibur und anderen Dörrgeräten an), den wir schnell nach Bedarf ein- und auspacken konnten, hat das neue Gerät nun einen festen Platz in unserer Küche und ist dementsprechend regelmäßig im Einsatz. Noch nie haben wir so viel im Dörrgerät zubereitet wie dieses Jahr!

 

Bevor wir euch noch mehr über das Gerät erzählen, möchten wir auf die Methode an sich eingehen. In einer Zeit, in der Obst und Gemüse das ganze Jahr über im Supermarkt frisch erhältlich ist, denken wohl die wenigsten über die althergebrachte und in den Köpfen etwas verstaubte Methode des Dörrens nach. Dabei ist es auch ohne eigenen Garten eine tolle Möglichkeit saisonale Zutaten für die kälteren Monate haltbar zu machen. Wer saisonal einkauft, kauft nicht nur nachhaltiger und günstiger, sondern wird mit dem bestmöglichen Geschmack und wertvollen Inhaltsstoffen belohnt. Warum also fades Obst und Gemüse aus dem Gewächshaus oder vom anderen Ende der Welt essen, wenn man den Geschmack des Sommers so wunderbar konservieren kann?! 

Dörren ist eine der ältesten und einfachsten Konservierungsmethoden. Durch den Entzug von Wasser in Lebensmitteln, der Dehydration, wird Mikroorganismen die Lebensgrundlage entzogen und die Haltbarkeit der Lebensmittel dadurch verlängert. Die schonende Trocknung sorgt dafür, dass Vitamine und Mineralstoffe enthalten bleiben. Außerdem bekommt das Obst oder Gemüse einen noch intensiveren Geschmack. 

Wer schon einmal gedörrte Erdbeeren gegessen hat, kommt nicht so leicht davon los. Kinder kann man damit ganz besonders begeistern. Yannic kann sich noch gut an das Fruchtleder seiner Mutter erinnern, das er und seine Schwestern als Kinder so sehr geliebt haben. Wir geben gedörrte Früchte, wie Beeren und Kirschen, am liebsten ins selbstgemachte Müsli oder als Pulver über Desserts. Der Geschmack ist unheimlich intensiv und die Optik von Frucht-Pulver einmalig.

Am meisten experimentiert haben wir in dieser Saison jedoch mit herzhaften Dörr-Rezepten. Gekörnte Brühe aus Möhre, Sellerie, Pastinake, Zwiebel, Knoblauch, Petersilie und Liebstöckel als natürliches, selbstgemachtes Würzmittel, sowie verschiedene Salze mit mediterranen Kräutern oder gedörrten Tomaten.

Zwiebeln haben wir in Mehl gewälzt, in der Pfanne gebraten und anschließend getrocknet, sodass wir die Röstzwiebeln nun griffbereit auf Vorrat haben. Zucchini- und Schwarzkohlchips oder würziges Knäckebrot werden zwischendurch schon weggesnackt und schaffen es vermutlich gar nicht erst die nächsten Wochen zu überstehen. Die getrockneten Pilze duften herrlich und auch aus den Gläschen mit getrockneten bunten Blüten mag man die Nase gar nicht mehr herausnehmen. Eine Kräutertee-Mischung haben wir euch bereits im Blog vorgestellt, dazu gesellte sich noch ein Früchtetee mit Hagebutten, Äpfeln und Ringelblumen. Was für ein Aroma!

Die Liste könnte noch ewig weitergehen und die Ideen, was wir im Dörrgerät zubereiten könnten, werden nicht weniger.

 

Das Tolle ist, dass wir ohne Ende ausprobieren können. Trocknen ist sehr platzsparend, da das Volumen des Dörrgutes um ein Vielfaches reduziert wird. Statt Unmengen an Gläsern von einer Sorte Marmelade oder eines Ferments, wird beim Dörren der volle Geschmack auf kleinem Raum konzentriert. Das spart Lagerplatz und gekühlt werden muss es auch nicht. Auch muss man, bis auf das Putzen und Schneiden und gegebenenfalls Würzen von Obst und Gemüse, nichts weiter zum Dörren vorbereiten, was es zu einer sehr zeitsparenden Variante des Haltbachmachens macht. Beachten muss man auch recht wenig, sodass man sich nicht den Kopf darüber zerbrechen muss, ob man alles richtig gemacht hat. Lediglich von schadhaften Stellen sollte man die Lebensmittel befreien und bei niedriger Temperatur trocknen, um möglichst viele Inhaltsstoffe zu erhalten.

 

Nun möchten wir noch ein paar Fakten zum Excalibur EXC10EL Dörrgerät loswerden. Das Gerät hat ein digitales Thermostat von 35°C bis 74° C und einen Timer. Man kann also alles ganz bequem programmieren und ein perfektes Trocknungsergebnis erzielen. Kein Übertrocknen mehr, weil das Gerät über Nacht doch zu lang läuft oder man tagsüber außer Haus ist. Dass das Gerät komplett aus Edelstahl ist, ist trotz des Gewichtes ein großer Pluspunkt für uns. Wir werden aufgrund der robusten Bauweise garantiert die nächsten Jahrzehnte Freude daran haben. Die 10 Einschübe aus Edelstahl bieten eine große Dörrfläche, auf der wir eimerweise Obst und körbeweise Gemüse ohne Probleme verarbeiten können. Durch die transparenten, zweiflügeligen Glastüren hat man jederzeit Einsicht auf das Dörrgut und kann die Einschübe bequem entnehmen und einschieben. Ein Krümelfach erleichtert das Reinigen, spezielle Dörrfolien erlauben das Trocknen von Pürees u.ä. und verhindern ein Ankleben von feuchten Zutaten. 

Zu technisch möchten wir gar nicht werden aber ein paar Besonderheiten an dem Gerät sind definitiv erwähnenswert. Der Excalibur EXC10EL arbeitet mit der Hyperwave Technologie. Die Lufttemperatur bewegt sich dabei um die eingestellte Temperatur. Grund dafür ist, dass die Oberflächenfeuchtigkeit schnell verdunstet, sobald die Lufttemperatur ansteigt, wobei gleichzeitig Verdunstungskälte entsteht. Die fluktuierende Lufttemperatur (Hyperwave Technology) hilft dabei eine konstante Temperatur im Dörrgut zu bewahren. Um das Thema der Verdunstungskälte dreht sich auch der duale Dörrmodus, von dem wir sehr begeistert sind. Er bietet die Möglichkeit zwei verschiedene Temperaturen zu programmieren. Zu Beginn des Dörrens bleibt die Temperatur im Dörrgut selbst durch die Verdunstungskälte niedriger, als die eingestellte Temperatur. Deswegen kann man die ersten zwei Stunden ohne Probleme eine etwa 10 Grad höhere Temperatur wählen und dennoch in Rohkostqualität trocknen um Vitalstoffe im Obst und Gemüse zu erhalten. Anschließend stellt das Gerät automatisch auf die gewählte zweite Temperatur und Zeit um. Der Dörr-Vorgang geht damit natürlich viel schneller.

 

Wir sind wahnsinnig begeistert davon, im Dörrgerät das pure Aroma herauszukitzeln und Obst und Gemüse mit ganz neuen Ideen zu betrachten und zu verarbeiten.

Immer wieder erzählen wir euch davon, wie sehr uns die Menschen in unserer Mecklenburger Nachbarschaft begeistern. All die wunderbaren, inspirierenden Bekanntschaften tragen einen beachtlichen Teil dazu bei, dass wir uns hier so wohl fühlen. Von einem dieser Menschen, Olaf Schnelle*, habt ihr hier vermutlich schon gelesen. Seinen Ideen zur Neugestaltung unseres Gartens haben wir den Gemüsegarten und die vielen schönen Stauden um unser Gewächshaus herum zu verdanken. Er lieferte den entscheidenden Anstoß dazu in dieser Saison noch einmal ganz neu zu starten und alles vom hinteren Bereich unseres Grundstückes nach vorne zu verlegen. Die Mühen haben sich mehr als gelohnt!

Olafs Arbeit verfolgen wir bereits einige Jahre begeistert und deswegen freuen wir uns sehr über den Austausch mit ihm als Fachmann fürs Gärtnern und Fermentieren. Um letzteres ging es neulich bei einem Besuch in seinem Garten. An anderer Stelle haben wir bereits von seinem wild-romantischen Paradies geschwärmt und wie sehr dieses Fleckchen uns inspiriert hat. Dort fällt es unheimlich leicht die Gedanken schweifen zu lassen und kreativ zu werden. Gemeinsam tüftelten wir einige Rezepte aus, bei denen Olafs Fermente die Hauptakteure darstellten, sowie auf dem Feuer gegrilltes Gemüse aus seiner Gärtnerei. Eine perfekte Kombination! Entstanden sind 5 ganz verschiedene Gerichte. Ein spannender, kreativer Prozess, der in einem köstlichen Abendessen gipfelte. 

Unser kleines Sommer-Grill-Menü bestand aus einem erfrischenden Gurkengetränk mit Dill und dem Saft von Olafs Sauerkraut mit Küstentanne. Die Stängel von geschossenem Kopfsalat marinierte Olaf in Öl und seiner fermentierten Chilipaste. Fermentierte Lavendel-Bete mixte er mit Dill und etwas Olivenöl zu einem Dressing.

Besonders inspiriert haben uns die Blütenstängel vom Kopfsalat, da wir nie darüber nachgedacht hätten, dass sie überhaupt essbar sind. Wieder etwas gelernt!

Unser Beitrag zum BBQ waren herzhaft gefüllte Hefeschnecken mit Estragon, fermentiertem Senf und etwas Honig, eine Gemüsepfanne aus jungem Fenchel, Zwiebeln und fermentierter Rote Bete. Dazu im Topf gebackener junger Sellerie, den wir in der Lake von fermentiertem Quitten-Sellerie, etwas Salz und Honig mariniert haben.

Einige Fermente gab es als Antipasti mit etwas Öl und Kräutern angemacht dazu und fertig war ein ziemlich besonderes Abendessen.

Wir sind gerade fast täglich selbst damit beschäftigt zu Fermentieren, Einzukochen und Einzulegen oder zu Dörren um die Ernte aus unserem Garten haltbar zu machen. Das ist ein ziemlicher Zeitaufwand aber wir merken mehr denn je, wie bereichernd eine große Vorratskammer ist! Wenn die Zeit zum Kochen fehlt oder auch mal die Inspiration, hat man ein schnödes Gericht ganz schnell mit leckeren Fermenten in einen Gaumenschmaus verwandelt. 

Wem selbst die Muße zum Experimentieren fehlt, der wird in Olafs Onlineshop ganz sicher fündig: Bete mit Waldmeister, Karotte mit Holunderblüte, Bärlauch-Senf, Sauerkraut mit Küstentanne, Sellerie mit Quitte oder Thymian, Weiße Bete mit Lavendel, Coleslaw, Chili-Paste, Kräutersalz und andere spannende Fermente könnt ihr bei ihm bestellen. Wir haben natürlich fast alle Varianten schon selbst verkostet und daraus zum Beispiel Bohnensalat mit weißer Bete gemacht, einen Hummus mit fermentierter Bete oder Kartoffeltaler mit fermentiertem Rotkohl. Die Rezepte dafür findet ihr ebenfalls bei Olaf. Schaut mal rein!

Unser Garten ist dieses Jahr um viele Pflanzen und damit auch um Insekten reicher geworden. Dank der Unmengen an blühenden Kräutern, Stauden und Blumen, summt und brummt es in jedem Winkel. Was für ein Spektakel! Neben vielen verschiedenen Arten an Wildbienen, Hummeln und Schmetterlingen, laben sich mittlerweile auch Honigbienen am Nektar der Blüten. Sie kommen nicht von ungefähr, denn wir sind unter die Imker gegangen! Zwei Völker leben seit diesem Sommer in unserem Garten. Der Wunsch schlummerte schon eine ganze Weile in uns, denn zu einem naturnahen Garten gehören Bienen für uns einfach mit dazu. Uns geht es dabei nicht vorrangig um die Bestäubungsleistung oder den Honigertrag, sondern um unsere Faszination für diese Lebewesen.

Völlig unbedarft durften wir an das Thema natürlich nicht herangehen. Besonders an alternativen Haltungsmethoden waren wir interessiert und sind darüber ziemlich schnell auf die wesensgemäße Bienenhaltung und Mellifera e. V. gestoßen. Seit Mitte der Achtziger Jahre setzt sich der Verein für eine Haltung ein, die sich an den natürlichen Bedürfnissen des Bienenvolkes orientiert. Nachhaltig, ökologisch und vor allem wesensgemäß.

Das Ziel: „Eine Welt mit Biene, Mensch und Natur im Einklang“. Mellifera leistet Forschungsarbeit in der vereinseigenen Lehr- und Versuchsimkerei Fischermühle, bietet eine Wissensvermittlung über deutschlandweite Kurse an, einen Austausch über Mellifera-Regionalgruppen und hat außerdem verschiedene Initiativen ins Leben gerufen wie etwa das „Netzwerk Blühende Landschaft“, „Bienen machen Schule“ oder das „Bündnis zum Schutz der Bienen“. Mellifera macht sich stark für die Bienen und stark gegen ein bienenfeindliches Umfeld.

Wir waren so begeistert, dass wir ohne lange zu überlegen den Imkerkurs „Mit den Bienen durchs Jahr“ im Berliner Prinzessinnengarten gebucht haben. An fünf Terminen werden die Grundlagen der wesensgemäßen Bienenhaltung vermittelt. Natürlich gibt es nicht nur lehrreiche Theorie, sondern auch viel praktische Arbeit an den Völkern. So stand schon nach dem ersten Kurstermin fest, dass wir bereits im selben Jahr mit eigenen Bienen starten wollen, um bei aufkommenden Fragen direkt im Bienenkurs Antworten und Hilfe zu bekommen.
Doch was genau heißt eigentlich wesensgemäß? 

Wesensgemäße Bienenhaltung orientiert sich an den natürlichen Bedürfnissen des Bienenvolks.

In der wesensgemäßen Imkerei werden nicht die Tiere im einzelnen, sondern alle im Bienenstock lebenden Bienen, auch „der Bien“ genannt, im Ganzen als organisches Lebewesen betrachtet. Einer der wichtigsten Faktoren ist die natürliche Vermehrung über den Schwarmtrieb. Dieser geht mit der Erschaffung einer eigenen Königin und dem eigenständigen Bau des Wabenwerks einher. So kann ein gesundes Beziehungsgeflecht zwischen den Tieren entstehen. Ein Volksorganismus.  Ein weiterer Unterschied der wesensgemäßen Bienenhaltung, im Gegensatz zur konventionellen, ist die Fortpflanzung. Zur konventionellen Imkerei gehört die künstliche Befruchtung der Königin. Dabei wird der Samen von nur ein oder zwei Drohnen eingebracht. Beim natürlichen Hochzeitsflug sammelt die Bienenkönigin jedoch den Samen von zehn bis zwanzig Drohnen, was zu einer viel höheren Diversität und Anpassungsfähigkeit der Bienen führt. In der konventionellen Imkerei geht es jedoch eher um eine Anpassung der Biene an die Bedürfnisse des Imkers und hierbei steht natürlich der größtmögliche Honigertrag an erster Stelle. Dafür wird gezielt gezüchtetes genetisches Material eingebracht, der natürliche Schwarmtrieb unterdrückt und mit vorgefertigten Mittelwänden gearbeitet. Man könnte meinen, dass auch die Biene es einfacher hat, wenn ein Teil ihrer Waben schon vorgebaut ist.

Doch seit etwa einhundert Millionen Jahren bauen sich Honigbienen ihre Waben selbst. Dort lagern sie nicht nur ihren Honig ein und ziehen neue Bienen heran, sondern das Wabenwerkt dient auch als Resonanzkörper, der Schwingungen überträgt. Er ist das wichtigste Kommunikationsmittel der Bienen, die auf den Waben tanzen um andere Arbeiterinnen wissen zu lassen, wo Nahrung zu finden ist. Eine vorgefertigte, dicke Mittelwand erschwert das natürlich. Der Bien schafft es all diesen Eingriffen stand zu halten. Ohne die enorme Anpassungsfähigkeit hätte die Spezies sich nicht so erfolgreich den über die Jahrmillionen wechselnden Umwelt- und Lebensbedingungen in allen Regionen der Welt anpassen können. Jedoch hat der Mensch mit seinen Eingriffen, vermeintlichen züchterischen Optimierungen und der Zerstörung von natürlichen Lebensräumen maßgeblich dazu beigetragen, dass die Honigbienen ohne sein Zutun nicht mehr überlebensfähig sind. Was die Evolution in Jahrmillionen geleistet hat, schafft der Mensch in wenigen Jahrzehnten zunichte zu machen. Aber genug von der Schwarzmalerei! Eigentlich möchten wir euch von den schönen und faszinierenden Erfahrungen berichten, die wir in den vergangen Monaten machen durften.

Fangen wir bei der Geburt eines neuen Bienenvolkes an und damit, wie wir zu unseren Bienen kamen. In der Schwarmzeit, von Mai bis Juni, nutzen starke Bienenvölker den Überfluss an Nektar und Pollen, um sich zu teilen. Erkennen kann man die Schwarmstimmung im Volk bereits an den sogenannten Weiselzellen. Das sind Zellen, in denen neue Bienenköniginnen herangezogen werden. Die alte Königin zieht noch vor dem Schlüpfen dieser, mit einem Teil der Bienen, aus dem Stock aus.

Sie bilden einen Bienenschwarm, der sich als Traube z.b. an einem Ast ansetzt. Dieses Naturschauspiel mitzuerleben, ist ein einzigartiges Erlebnis. Während unseres Bienenkurses durften wir gleich zweimal miterleben, wie die Bienen, wie Kinder vor der Ferienzeit die Schultür stürmen, aus ihrem Flugloch purzeln. Man kann ihnen die Aufregung förmlich ansehen, die Lust auf Neues.

In der Luft, über unseren Köpfen, schwirrte eine schwarze Wolke aus kleinen tanzenden Bienenkörpern, die sich Stück für Stück zu einer Einheit zusammenfanden.

Obwohl abertausende Bienen aus der Beute gen Himmel flogen, wurde das anfänglich etwas mulmige Gefühl ganz schnell zur puren Begeisterung. In diesem Moment hatten die Bienen keine Augen und Ohren für uns Menschlein. Mit Honig für drei Tage bepackt, vorbereitet auf die Suche nach einer neue Behausung, stand ihnen der Sinn nicht nach Angriff. Was hatten sie auch zu verteidigen? Den Bienenstock zurücklassend, hatten sie schließlich ihr ganzes Hab und Gut, etwas Honig, bei sich. 

Genauso beeindruckend wie das Schauspiel an sich, war das Einfangen der Schwärme. Einer hatte sich viele Meter hoch in einen Baum nahe der Beuten im Prinzessinnengarten gehangen. Mit einer hohen Leiter und einer mehrere Meter langen Stange, an deren Ende sich ein Schwarmfangsack befand, fing unser Kursleiter Heinz Risse den Bienenschwarm und logierte ihn in eine Schwarmfangbox ein, um sie später in eine der Beuten im Garten einziehen zu lassen. Auf genau solch eine Gelegenheit warteten auch wir. Unsere Einraumbeuten von Mellifera standen, fertig aufgestellt und mit rotem und gelbem Leinölfirnes gestrichen, bereit für den Bieneneinzug. Die Entscheidung fiel auf dieses Beutesystem, da es uns für den Anfang am passendsten erschien. Das Wabenformat der Einraumbeute ist für den Naturwabenbau optimiert und erlaubt ein großes, zusammenhängendes Brutnest. Dort werden die Nachkommen herangezogen. Die Honigvorräte werden Fluglochfern im selben Raum eingelagert, wie auch beim natürlichen Aufbau im Bienenstock.

So sind auch andere Beutetypen aufgebaut, wie die Bienenkiste, die allerdings, im Gegensatz zur Einraumbeute, nur bedingt Einblick ins Bienenvolk und dessen Abläufe bietet. Wir wollten gerne beobachten, lernen und verstehen. Dazu fehlten nun nur noch die Bewohner. Wir warteten ungeduldig darauf, dass in unserer Umgebung jemand einen Schwarm einfangen würde. Über die Schwarmbörse von Mellifera kann man sich als schwarmsuchend eintragen und wird über abzugebende Schwärme benachrichtigt. Anfang Mai war es dann so weit: wir durften unseren ersten Schwarm in die rote Beute einlaufen lassen. Ja, ganz genau, sie sind eingelaufen! Wir haben sie nicht etwa, nichts ahnend, in ihre neue Behausung bugsiert, sondern sie auf dem roten Teppich (ok, er war weiß) selbst ihren Weg hinein antreten lassen. Und wieder einmal konnten wir nur mit offenen Mündern staunen. Die ersten Bienen hatten die Beute schnell inspiziert und fingen freudig an zu sterzeln, um ihre Schwestern zusammenzutrommeln. Einige folgten in die Beute und schließlich setzte sich ein ganzer Strom in Bewegung, auf das dunkle Flugloch zu. Wenn man einen Schwarm so erlebt hat, kann man gar nicht anders, als den Bien als ein Ganzes, eine Einheit, einen Superorganismus zu sehen. Diese Masse an Bienen, keinen Millimeter Raum zwischeneinander, Münder, die sich austauschen, Beinchen, die sich aneinander festhalten.

Eine Biene ist wie die Zelle unseres menschlichen Körpers, der Wabenbau unsere Knochen. Die Gesamtheit dessen ergibt das Lebewesen.

Nach dem Einzug ging es auch schon direkt los mit der Einrichtung des neuen Zuhauses. Nach wenigen Tagen waren die Holzrähmchen teilweise mit zarten, milchig weißen, perfekt geformten Waben ausgebaut. Ihr Baumaterial, kleine Wachsschüppchen, schwitzen die Bienen aus Drüsen an ihrem Hinterleib. Wahnsinn! So etwas, von der Natur erdachtes und gemachtes, kann der Mensch einfach nicht übertreffen.

Bei unserem zweiten Schwarm konnten wir, aufgrund einer glücklichen Fügung, sogar selbst beim Einfangen mit dabei sein. Über das Netzwerk von Mellifera lernten wir schon einige Zeit vorher Helmut Lutsch kennen. Uns war es wichtig auch nach dem Kurs jemanden vor Ort in Mecklenburg zu haben, der nach gleichen Grundsätzen imkert und mit dem man sich austauschen kann. Da auch Helmut seinen Bienen freien Lauf lässt und das Schwärmen nicht verhindert, fand sich ein Teil der Bienen aus einem seiner Völker in Augenhöhe am Essigbaum wieder. Die Bienentraube war wunderschön anzusehen. Wir sind wahnsinnig dankbar dafür, dass er uns direkt anrief, dabei sein lassen hat und uns den Schwarm schließlich überließ.

Gemeinsam haben wir ihn dann am nächsten Tag bei uns einlaufen lassen. In den Wochen danach haben uns die neuen Hofbewohner viel zum Nachdenken gebracht. Vor allem über die Tierhaltung an sich und unser Eingreifen in die Natur.

Die Neugier steckt einfach in uns Menschen. So sehr wir die Bienen Bienen sein lassen wollten, so sehr wollten wir auch wissen, ob bei ihnen alles in Ordnung ist. So haben wir einmal die Woche in unsere Beuten geschaut. Haben beobachtet, ob die Jungköniginnen (denn es waren beides Nachschwärme) bereits begattet sind, ob Bienenmaden in den Waben zu sehen sind, wie viel Pollen und Nektar die Bienen bereits eintragen haben.

Wir wollten nachsehen, wie der Wabenbau vorangeht, ob sie neue Rähmchen brauchen und so weiter. Jeden Tag hockten wir auf einer Bank neben der roten Beute und beobachteten das Treiben von außen. Sahen die Bienen mit dicken Pollenhöschen ins Flugloch preschen. Sahen, neben den Arbeiterinnen (weibliche Bienen), Drohnen (männliche Bienen), die mit ihren dicken Körpern etwas plump daherkommen. Aber eine entdeckten wir nicht, die Bienenkönigin. Sie musste da sein, denn es gab neue Brut: Der Hochzeitsflug war also erfolgreich und der Nachwuchs in den Wabenzellen am heranwachsen. Als wir sie dann das allererste Mal nach vier Wochen zu Gesicht bekamen, war die Freude darüber riesig.

Schnell merkten wir, wie unterschiedlich jedes Volk sein kann, so wie jeder Mensch unterschiedlich ist. Das erste Volk, mit einigen Wochen Vorsprung im Jahresverlauf, war schlagartig explodiert. Sie bauten unermüdlich, lagerten Pollen in allen Farben des Regenbogens in ihren Waben ein, verarbeiteten Nektar zu golden glänzendem Honig und wurden immer mehr und mehr Bienen. Das zweite Volk lässt sich nach wie vor Zeit, baut gemächlich, wächst langsam. Was uns die Bienen seit ihrer Ankunft gegeben haben, ist ein noch stärkeres Vertrauen in die Natur. Vieles von dem, was sie machen oder nicht machen, verstehen wir nicht. Es gibt keine Bedienungsanleitung. Denn Bienen sind Individuen und keine Maschinen. Wir wollen sie nicht lenken, ihnen nicht aufzeigen, wie sie es richtig machen sollen. Denn im Grunde sind sie die einzigen, die genau wissen, was sie benötigen. Wie sollen wir als Menschen es verstehen? Wir sind Menschen, keine Bienen. Wir sind diejenigen, die von ihnen lernen können, nicht umgekehrt.

Wenn man sich auf die Faszination des Biens einlässt, kommt man nur schwer wieder davon los.

So geht es uns zumindest. Es ist doch unfassbar, wie zum Höhepunkt der Volksentwicklung 40.000 Individuen eine Einheit bilden können. Kaum zu glauben, was jede einzelne Biene für diese Gemeinschaft leistet, wie sehr sie sich aufopfert! Im Sommer dauert das Bienenleben einer Arbeiterin nicht länger als sechs Wochen. Nach dem Putz-, Ammen- und Wachdienst im Bienenstock, fangen die Arbeiterinnen nach der Hälfte ihres Daseins an, sich vor dem Flugloch einzufliegen. Danach geht es erst raus, in die Welt, in die Blüten. Die zweite Hälfte ihres kurzen Lebens ist die Flugbiene unterwegs und dennoch leistet sie Unglaubliches in dieser Zeit. Sie fliegt mehrmals am Tag aus und besucht dabei gut 1.000 Blüten und das auf einer Gesamtstrecke von etwa 15 km in einem Sammelgebiet von insgesamt 50 Quadratkilometern. Für ein Honigglas von einem halben Kilo legen Arbeitsbienen eine Flugstrecke von 120.000 Kilometern zurück. Das sind ganze drei Erdumrundungen! Wer so viel Arbeit in etwas steckt, sollte auch selbst davon zehren können. Wir finden, dass den fleißigen Sammlerinnen ihre eigens gesammelte Nahrung zusteht. Es ist der Nahrungsvorrat, mit dem der Bien über den Winter kommen muss. Neben Glucose und Fructose besteht der Honig aus verschiedenen Vitaminen, Aminosäuren und Mineralstoffen.

Im Gegensatz zur wesensgemäßen Bienenhaltung tauscht der konventionelle Imker das mühsam gesammelte flüssige Gold einfach durch schnödes Zuckerwasser aus, in dem natürlich keinerlei wichtige Mineralstoffe und Vitamine enthalten sind. Dabei sammeln die Bienen in der Regel so viel, dass sie einen deutlichen Überschuss einlagern. Sie könnten locker ihren Teil zum Überwintern behalten und es würden trotzdem noch einige Honigbrote für den Imker herausspringen. Bis zu 15 Kilogramm Honig im Jahr kann man allein an Überschuss eines Volkes ernten, ohne ihnen die überlebenswichtige Nahrung für die kalten Monate zu nehmen. 

Da unsere Bienenvölker beides Nachschwärme waren, brauchten sie Zeit aber vor allem Energie und damit einen großen Teil des bisher gesammelten Nektars für den Wabenbau. Daher werden wir ihnen vor dem Winter keinen Honig entnehmen, sondern lieber das nächste Frühjahr abwarten. Wir gedulden uns, bis sie in der neuen Saison wieder auf Sammelflug gehen. Dann können wir ganz sicher sein, dass wir nichts von dem wertvollen Gut nehmen, welches sie selbst zum Überleben brauchen. So werden wir, den restlichen Sommer über, noch einige Stunden das Treiben am Flugloch beobachten und hoffen, dass unsere Bienen genügend Vorräte sammeln, um es gut über den Winter zu schaffen.

Wenn auch ihr jetzt vom Bienenfieber infiziert worden seid und ihr selbst mit dem Imkern beginnen möchtet, so können wir euch einen Bienenkurs von Mellifera wärmstens empfehlen. Aber auch ohne eigene Bienen könnt ihr helfen, den Wild- und Honigbienen einen besseren Lebensraum zu gestalten. Jeder kann dabei helfen Nahrungsangebote zu schaffen. Ihr könnt in eurem Garten oder auf dem Balkon Blumenmischungen aussäen. Auch um den Rasen herum, als sogenannten Blühstreifen, kann eine solche Bienenwiese entstehen. Hecken und Obstgehölze bringen zusätzliche Blüten in den Garten. Das freut die Insekten und wir bekommen, dank der Bestäubung durch die Bienen, leckere Früchte. Wer weder über Balkon, noch einen eigenen Garten verfügt, kann das Netzwerk Blühende Landschaften mit einer Blühpatenschaft unterstützen.

 

Aber auch Wissen über und ein Bewusstsein für die Tiere kann helfen. Ende August findet in Berlin eine ganz besondere Konferenz mit super spannenden, internationalen Bienenexperten statt. Auch ein Zeidlerei-Workshop, bei dem man lernen kann, wie aus Baumstämmen Klotzbeuten gebaut werden, kann zu der Konferenz gebucht werden. Wir fiebern dem Event schon entgegen. Vielleicht treffen wir ja den ein oder anderen von euch dort. Alle Infos zur Konferenz findet ihr auf der Website von Learning from the Bees Berlin.

Wenn wir unseren Garten ansehen, fühlen wir uns ein wenig wie Großeltern, die dem Enkel über den Kopf wuscheln mit den Worten: Bist du groß geworden! Da schwingt Stolz mit, eine enorme Faszination für die Natur und ihre kleinen und großen Veränderungen und auch Glückseligkeit.

Bevor wir einen Einblick in das geben, was sich in den letzten Wochen hier getan hat, zeigen wir euch eine ganz besondere Bereicherung unseres Gemüsegartens. 

Wie ihr bereits wisst, haben wir im Frühjahr mehrere Hundert essbare Stauden auf über 40 Quadratmetern rund um unser Gewächshaus gepflanzt. Unsere Hoffnung war es, den Garten damit optisch und kulinarisch zu bereichern, aber auch eine Spielwiese für Insekten zu schaffen, die jedes Jahr aufs neue blüht. Dass wir nach nur einigen Wochen bereits auf eine so üppig blühende Pracht blicken würden, hätten wir uns allerdings nicht erträumt. Wie alteingesessene Gartenbewohner wirken die Stauden schon jetzt. Und wenn man das aufgeregte Treiben von Wild- und Honigbienen, Hummeln und anderen Insekten anschaut, war es eine der besten Entscheidungen, die wir für die Neugestaltung unseres Gemüsegartens getroffen haben. Dafür mussten wir nicht einmal lange recherchieren oder planen, sondern haben die schon fertig zusammengestellten essbaren Staudenpakete von durchgeblueht.de* entdeckt. Eine Kooperation von Michael Simonsen und Olaf Schnelle. Entschieden haben wir uns für „Gruß aus der Lausitz“, „Kräutermischung Halbschatten“, „Mediterrane Kräuter“, „Essbare Blüten blau-weiss-rot“ und „Pizza“. Die größte Fläche war für die wunderschöne „Teemischung Blütenelixier“ reserviert. 

Geerntet haben wir die Kräuter immer frisch für den täglichen Bedarf. Besonders die Stauden der Teemischung sind jedoch so gewuchert, dass sie einen ersten Rückschnitt nötig hatten. Diesen haben wir zum Anlass genommen eine große Portion Kräutertee aus Anis-Ysop, Frauenmantel, Rosenpappel, verschiedenen Minzen und Melissen, Salbei, Lavendel und Thymian zu trocknen.

An einem warmen, sonnigen Vormittag haben wir die Kräuter als ganze Triebe geerntet. Vor dem Mittag enthalten die Pflanzen die meisten ätherischen Öle. Da wir diese durch schonende Lufttrocknung konservieren wollten, wurden die Kräuter nicht gewaschen. Ein kurzes Ausschütteln der Kräuter genügt. So bleibt der Trocknungsprozess möglichst kurz und das Aroma am stärksten. Je nach Kraut haben wir maximal zehn Triebe zu zwei Dutzend Sträußen locker mit Garn zusammengebunden und sie Kopfüber mit etwas Abstand zueinander auf unserem Dachboden aufgehängt. Was für ein Duft! Die optimale Trockentemperatur liegt bei etwa 35 Grad. Bei über 45 Grad geht bereits ein Teil der ätherischen Öle verloren. Wer die Kräuter im Dörrgerät oder Backofen trocknen möchte, sollte diese Temperatur nicht überschreiten. Rascheln die Kräuter und lassen sich zwischen den Fingern zerbröseln, sind sie fertig getrocknet. Je nach Temperatur kann das einige Tage bis Wochen dauern. Die Blätter möglichst im Ganzen von den Stielen abstreifen, in trockene, luftdicht verschließbare Gläser füllen und lichtgeschützt aufbewahren. So kann man das Gefühl von Sommer das ganze Jahr über bewahren.

Nun ist es schon Ende Mai und endlich kommt in unserem neu angelegten Gemüsegarten alles zusammen. In den Wochen nach unserem letzten Bericht hat sich einiges getan. Die Beetflächen wurden fertig umrandet und für die Bepflanzung vorbereitet. Dabei sind wir noch auf einige Überraschungen gestoßen, die uns viele Stunden, ach Tage, an Arbeit gekostet haben. Von den Nerven ganz zu schweigen. Aber wir ersparen euch die leidigen Geschichten und uns die Erinnerung daran. Viel schöner ist es doch zu berichten, dass ein Großteil der Pflanzen nun im Boden ist und sich prächtig entwickelt. Diverse Kräuter, Fenchel, Radieschen und Spinat werden schon in Mengen geerntet. Die Erbsen ranken sich an ihrer neuen Kletterhilfe empor und Stück für Stück wandern auch die späteren Gemüsesorten in die Beete. Über 150 verschiedene Sorten sind es dieses Jahr geworden. Darunter allein 12 Tomatenvariationen und 8 Kartoffelsorten. Besonderen Wert bei der Auswahl unserer Sorten legen wir auf alte, selten gewordene, samenfeste Kulturpflanzen. Optimal ist es, wenn das Saatgut in der Region gewonnen wird. So sind die Pflanzen am besten an das Klima hier in Mecklenburg angepasst. 

Neben den vielen verschiedenen Gemüsesorten, haben wir auf über 40 Quadratmetern, rund um unser Gewächshaus, eine Vielzahl an essbaren Stauden angepflanzt. 360 Pflanzen sind es an der Zahl, darunter Sorten wie Wiesenknöterich, Taglilie, Echinacea, Lavendel, Anis-Ysop, Malven, Glockenblumen, Frauenmantel, Süßdolde, Duft- und Horn-Veilchen, um nur einige zu nennen. Die Stauden sind so aufeinander abgestimmt, dass wir das ganze Jahr über essbare Blüten, Blätter oder Samen ernten können. Die unterschiedlichen Pflanzen ergeben in ihrer Mischung aus Blattformen und Wuchshöhen nicht nur optisch ein schönes Bild, sondern vertragen sich auch wunderbar als Nachbarn. Sie werden eine tolle Bereicherung unserer Küche sein, aber auch die Wirkung unseres Gartens prägen. Schließlich werden die Staudenbeete nicht, wie unsere Gemüsebeete, jedes Jahr aufs neue geplant und bepflanzt, sondern sind im besten Fall auf viele Jahre angelegt und entfalten immer wieder aufs neue ihre Pracht. Die versetzte und dadurch lang anhaltende Blühdauer wird nicht nur uns Freude bringen, sondern auch den vielen Wildbienenarten, die wir hier beobachten können. In Deutschland gibt es über 500 verschiedene Arten von ihnen. Wahnsinn oder? Jedoch ist, wie ihr sicher wisst, ein Großteil der Arten gefährdet oder sogar schon vom Aussterben bedroht. Das liegt vorrangig daran, dass ihre Futterquellen ganz spezifische Pflanzen sind, auf die die Insekten sich im Laufe der Evolution eingestellt haben. Die meisten Wildbienen sind auch bei der Wahl des Nistplatzes und des Bau­materials spezialisiert auf bestimmte Begebenheiten, die leider immer mehr verschwinden.

Statt Artenvielfalt finden die Bienen eine Intensivlandwirtschaft in Monokultur vor. Wir können den gerade satt blühenden, gelben Rapsfeldern auch eine gewisse Schönheit abgewinnen. Mit Natur haben sie jedoch wenig zu tun, sondern tragen sogar zur Zerstörung eben dieser bei. Von Gentechnik, chemischen Düngern und Pestiziden fangen wir lieber gar nicht erst an. Wir möchten es, in unserem eigenen kleinen Kosmos, anders machen. Wir möchten selbst erfahren, was es bedeutet, die Natur im Rahmen unserer Möglichkeiten zu bereichern, anstatt sie nur auszubeuten. Manchmal ist das nicht leicht. Besonders, da wir uns für ein möglichst nachhaltiges Handeln erst einmal ganz viel Wissen und auch Erfahrungswerte aneignen müssen.

Vielleicht erinnert ihr euch noch an unsere ersten Gedanken, vor über einem Jahr, zur Gestaltung des Nutzgartens. Damals war unsere Vorstellung, inspiriert von den Büchern die wir über Permakultur gelesen hatten, jeder Pflanze den passenden Ort auf dem 3.000 Quadatmeter großen Grundstück zuzuweisen und kleine Biotope zu schaffen, in denen Flora und Fauna im Einklang gedeihen und sich gegenseitig bereichern. Bereits im letzten Jahr haben wir uns dann jedoch für den klassischeren Bauerngarten entschieden. Klare, geometrische Formen vereinfachen für uns sowohl den Anbau, als auch die Pflege und Ernte des Gemüses. Abgehakt haben wir die Permakultur natürlich nicht. Im Grunde sehen wir sie eher als eine Philosophie, als eine konkrete Art zu Gärtnern, nach deren Grundsatz wir uns richten möchten: Mit der Natur, statt gegen die Natur. In einem naturnahen Bauerngarten spielen ohnehin viele Aspekte der Permakultur mit. Natürliche Kreisläufe können selbstverständlich auch in geordneten Formen ablaufen. Dazu zählt für uns eine bewusste Fruchtfolge und Mischkultur, sowie eine dicke Schicht Mulch aus Rasenschnitt auf den Beeten, das Ansetzen von natürlichen Mitteln zur Stärkung der Pflanzen wie Jauchen, Brühen und Tees. Das nur kurz, da wir es bereits an anderer Stelle im Blog beschrieben haben. 

Mit der Natur zu arbeiten bedeutet aber auch, Plätze für Nützlinge zu schaffen. Bevor wir es endlich einmal schaffen eine Hängematte im Garten aufzuspannen, wird vermutlich noch das nächste Wildbienenhaus gebaut, Stein- und Holzhaufen aufgeschüttet um Platz für Igel, Insekten, kleine Reptilien und Amphibien zu schaffen. Vielleicht ist all das nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die drastischen Veränderungen unserer Welt können wir damit nicht aufhalten. Aber vielleicht können wir den ein oder anderen dazu inspirieren, es uns gleich zu tun und die Faszination für die Abläufe in der Natur für sich zu entdecken.

Gut eineinhalb Jahre war unser letzter Rustic & Raw Workshop schon her, bis sich Mitte April erneut sechs Teilnehmer auf den Weg nach Mecklenburg gemacht haben. Für uns ist es immer wieder ein unbeschreibliches Gefühl, dass Menschen aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz anreisen, um Teil dieses Abenteuers zu sein. Denn das sind unsere Rustic & Raw Workshops jedes Mal wieder: ein kleines Abenteuer. Es ist viel mehr als nur ein Fotografie und Foodstyling Workshop. Die vier gemeinsamen Tage sind intensiv, inspirierend, persönlich und leben davon, dass sich jeder ein Stück aus seiner Komfortzone bewegt.

Für uns war dieser Workshop nach der längeren Pause aber noch aus einem anderen Grund ganz besonders. Denn es war der erste in unserem eigenen Haus. Die Teilnehmer waren wieder in der wunderschönen „Alten Schule“, von Christina und Knut vom Gutshaus Rensow, untergebracht aber die meiste Zeit haben wir in unserem Siedlerhaus verbracht. Wie schön ist es doch, den Zauber, den wir hier spüren, mit anderen Menschen zu teilen! In unseren eigenen vier Wänden, die wir gerne unser lebendes Studio nennen, konnten die Teilnehmer ein gutes Gefühl dafür bekommen, wie wir arbeiten. Unter welchen Bedingungen, mit welcher Technik, wie unser Fundus an Untergründen und Utensilien aussieht. So konnten wir unter reellen Bedingungen zeigen, dass es mit Tageslicht und wenigen Mitteln in jedem Raum des Hauses möglich ist, schöne Food Fotos zu kreieren. 

Neben einigen Theorie-Parts zum Thema dokumentarische Fotografie, Fototechnik, Arbeiten mit Tageslicht und Foodstyling,  lassen wir während unserer Rustic & Raw Workshops gerne viel Raum für Kreativität: gemeinsam kochen, fotografisch austoben oder einfach nur, in Gespräche vertieft, zusammensitzen. Es entwickelt sich eine eigene Dynamik und so ist jeder Workshop einzigartig.

Die Workshop-Woche zum Frühlingsbeginn war wettertechnisch etwas ungemütlich, was dazu einlud viel an den Holzöfen zu sitzen. Yannic liess es sich natürlich trotzdem nicht nehmen draußen auf offenem Feuer zu kochen. Und zwar Schwarze-Bohnen-Burger mit Coleslaw, einem scharfen Ketchup und geräucherten Zwiebeln. Damit wir uns bei dem kalten mecklenburgischen Wind nicht die Hintern abfrieren mussten, räumten wir kurzerhand das Gewächshaus leer, dekorierten mit Kerzen und blühenden Zweigen und bestaunten den Sonnenuntergang. Was für ein besonderer Abend!

Es ist immer wieder wundervoll Menschen über unsere beiden Lieblingsthemen, Fotografie und Kochen, zusammenzubringen. Auch wenn es nur vier Tage sind, die wir gemeinsam verbringen, fällt der Abschied doch jedes Mal schwer. Es mag kitschig klingen aber wir verabschieden nicht nur Teilnehmer unseres Workshops, sondern Menschen, die wir ins Herz geschlossen haben. Danke Lisa, Caro, Deniz, Juliane, Angela und Barbara, dass ihr euch darauf eingelassen habt. Und ein riesiges Dankeschön an dich Lisa, dass du uns in den Tagen nicht nur mit deiner Hilfe unterstützt, sondern auch die Gruppe bereichert hast!

Die Übergangszeit vom Winter in den Frühling ist traumhaft schön und beeindruckend. Die Natur verändert sich von Tag zu Tag, wenn sie aus ihrem Winterschlaf erwacht. Hier auf dem Land bekommen wir so viel mehr davon mit. Jedes neue Pflänzchen, das aus dem Boden sprießt, wird bestaunt. Selbst eine simple Taubnessel, mit ihren zarten lilafarbenen Blüten, wird zur Attraktion. Neben diesen kleinen Freuden, kommen aber auch große Gefühle auf. Wenn zum Beispiel die Morgensonne den Reif von den Gräsern kitzelt, die Szene innerhalb kürzester Zeit von einem milchigen Nebel überzogen wird, aus welchem Kraniche, sich lauthals ankündigend, herausgeflogen kommen. Und zwar mehrere hundert von ihnen. Es ist unheimlich faszinierend diese eleganten Tiere, die sich seit ein paar Tagen auf dem Feld vor unserem Haus tummeln, zu beobachten. Morgens so aufzuwachen lässt vieles, über das man sich den lieben langen Tag den Kopf zerbricht, unheimlich unwichtig erscheinen.

Diese Aufbruchstimmung in der Natur weckt natürlich auch unseren Tatendrang endlich wieder im Garten loszulegen. Letztes Frühjahr haben wir wochenlang Beete abgesteckt, umgegraben und umrandet. Die neue Gartensaison sollte mit weniger Vorarbeit von der Hand gehen. Der Plan war es, auf die angelegte Struktur zurückzugreifen, lediglich die Erde etwas zu lockern und ein paar Beikräuter zu zupfen, die sich den Winter über angesiedelt hatten. 

Kurzerhand entschieden wir dann allerdings den kompletten Gemüsegarten zu verlegen und unser Grundstück neu zu strukturieren. Uns gefiel die Idee, Gemüsegarten und Gewächshaus zu verbinden. Das verkürzt die Wege und erleichtert damit die Pflege der Pflanzen. Also standen wir wieder bei Null und mussten verunkrautete Grasfläche in Beetflächen umwandeln. Dieses Mal aber nicht von Hand, sondern mit schwerem Geschütz. Wie schön ist es doch, hilfsbereite Gärtner mit den nötigen Maschinen unsere Freunde nennen zu dürfen. 

Olaf Schnelle* baut alte Gemüsesorten, Kräuter und Wildpflanzen an. Besonders lieben wir die Fermente, die er aus seiner Ernte zubereitet. Karotte mit Holunderblüte, Ringelbete mit Waldmeister, Sauerkraut mit Küstentanne, Sellerie mit Quitte oder Rote Bete mit Johannisbeerholz sind nur einige davon. Allesamt sind sie köstlich und noch dazu sehr gesund.

Neben seinen Gemüsefeldern hat Olaf einen wunderschönen Garten um sein Bauernhaus mit Reetdach angelegt. Bei unserem ersten Besuch konnten wir gar nicht glauben, dass die Fläche in etwa so groß sein sollte, wie unsere eigene. Alles wirkt viel weitläufiger. Als gelernter Landschaftsgärtner kennt Olaf die kleinen und großen Tricks und hat mit viel Feingefühl tolle Räume in seinem Garten geschafften. Wir waren so inspiriert, dass wir ihn gefragt haben, ob er uns helfen könnte, etwas Struktur in unsere 3000 Quadratmeter Land zu bringen. Es ist gar nicht so einfach hier schon jahrelang im Voraus zu planen und vor Augen zu haben, wie die Pflanzen sich entwickeln werden. Wir sind daher sehr dankbar für die Ideen, die tatkräftige Unterstützung und natürlich auch die kulinarische Inspiration von Olaf. Menschen wie er leisten einen großen Beitrag dazu, dass wir uns hier in Mecklenburg so wohl fühlen.

Trotz Profimaschine war aber dennoch wieder Muskelkraft unsererseits gefragt. Um unser Gewächshaus herum ist in den letzten Wochen in mühevoller Arbeit eine Nutzfläche von rund 150 Quadratmetern entstanden, auf der wir allerhand Gemüse aber auch Stauden pflanzen möchten. Die alte Fläche, auf der im letzten Jahr unser Gemüse stand, wird zusätzlich als Kartoffelfeld genutzt. Stück für Stück soll dieser Bereich um unsere Scheune herum aber in einen Naschgarten verwandelt werden.

Eine Wildfruchthecke aus Schlehe, Felsenbirne, Holunder, Sanddorn, Kornelkirche und anderen spannenden Sträuchern soll das Grundstück in Zukunft einmal umranden. Aber auch die Klassiker wie Himbeeren, Brombeeren und Stachelbeeren dürfen bald zwischen Kirsch- und Apfelbäumen wachsen. Dafür warten wir allerdings den Herbst ab, da die Beeren dann besser anwachsen können und wir uns ohnehin erst einmal ganz auf unseren Gemüsegarten konzentrieren möchten.

Um dem Gemüsegarten Struktur zu geben, entschieden wir uns einige Hochbeete zu bauen. Das Lärchenholz wurde im Sägewerk zugeschnitten, sodass wir im Handumdrehen, mit Bohrer und Schrauber, alle 7 Kästen fertig hatten. Neben ihrer Funktion als Strukturgeber im Garten, sollen sie vor Schädlingen, besonders vor Wühlmäusen, schützen. Dafür haben wir unter allen Kästen ein engmaschiges Drahtgitter befestigt. Mal sehen ob es klappt und uns dieses Jahr etwas mehr vom Fenchel, Sellerie und worauf es die Mäuschen noch abgesehen haben, bleibt. Ausprobieren und lernen, das ist unser Garten-Motto. So haben wir in unserer ersten Saison im eigenen Garten, neben den ganzen Erfolgen, auch ein paar Misserfolge erlebt, von denen wir nun profitieren, indem wir unser System optimieren und verbessern (hoffentlich!).

Dazu gehört zum Beispiel auch die Bewässerung. Für Strom und Wasser im und ums Gewächshaus hat Yannic einen 60 Zentimeter tiefen und 50 Meter langen Graben ausgehoben. Was für eine Arbeit! Aber nun können wir bequem über Wassersteckdosen unser Wasser zapfen und müssen nicht mehr mit kilometerlangen Schläuchen hantieren. Außerdem gibt uns das neue System die Möglichkeit einer automatischen Bewässerung, wie zum Beispiel Tropfschläuche im Gewächshaus. 

Nicht nur die Vorbereitung für die Beete läuft auf Hochtouren, auch mit der Anzucht der Jungpflanzen ging es schon vor ein paar Wochen los. Nachdem wir im letzten Jahr mit allem sehr spät dran waren, wollten wir in dieser Gartensaison besser vorbereitet sein. Einige der Pflanzen, wie Paprika, sind schon so weit pikiert zu werden.

Da wir all die Jungpflanzen dieses Jahr nicht mehr im Haus beherbergen können, haben wir ein kleines Gewächshaus im Gewächshaus gebaut. Mit Hilfe einer Heizmatte können wir die Temperatur einigermaßen konstant halten, sodass die Pflänzchen in kalten Nächten nicht erfrieren. Der Energieaufwand ist sehr gering, da wir, statt dem ganzen großen Gewächshaus, nur eine kleine Fläche beheizen müssen. Außerdem entsteht in dem Mini-Gewächshaus ein wunderbares Klima, sodass nicht ständig gegossen werden muss. Es ist unfassbar schön die ganze Anzucht jetzt in unserem Gewächshaus vornehmen zu können. Trocken und windgeschützt haben wir viel Platz zum Arbeiten und die Jungpflanzen bekommen die bestmögliche Versorgung mit Licht. Auch wenn die Pflege der Pflanzenkinder für uns viel mit Beobachtung und Gespür zu tun hat, fühlt es sich toll an das Ganze nun etwas professioneller anzugehen um von vornherein die besten Bedingungen für eine reiche Ernte schaffen zu können.

Der Grund für unsere Mühen, alles selbst vom Saatkorn aufzuziehen, sind die ungewöhnlichen und alten Sorten, die wir so anbauen können. Uns ist es dabei wichtig möglichst Saatgut aus der Region zu beziehen, da die Pflanzen, von denen es gewonnen wurde, an das Klima und die Bedingungen gewöhnt sind. Sie sollten sich an ihrem Platz in unserem Garten also direkt wohlfühlen und nicht vom raueren Klima in Mecklenburg überrascht werden. Aber jede Saison hält ihre Überraschungen bereit, egal wie gut man vorbereitet ist. Wir lassen uns überraschen wie es diese Saison weitergeht und halten euch natürlich auf dem Laufenden.

Vor ziemlich genau einem Jahr setzten wir die ersten Spatenstiche in unserem Garten. Nie hätten wir uns zu träumen gewagt, wie reich er uns schon in der ersten Saison beschenken würde. 

Unser letzter Bericht ist nun 4 Monate her. Seitdem durften wir noch eine zeitlang weiter ernten, bevor wir begonnen haben, alles aufzuräumen und winterfest zu machen. Die zusammengerechten Blätter dienen nun als wärmende Schicht auf den Beeten, bieten unseren jungen Bäumen Frostschutz und Unterschlupf für Igel, Insekten und Co. Die Blätterschicht wird Stück für Stück von Mikroorganismen und Kleintieren in nährstoffreichen Humus umgesetzt und wertet den Boden damit ganz natürlich auf.

Nun ist es ruhig im Garten, der seitdem mehr oder weniger sich selbst überlassen ist. Und doch dürfen wir uns nach wie vor über kleine Ernteerträge freuen. Rot-, Grün- und Rosenkohl, Wirsing und einige kleine Weißkohle warten auf den Beeten noch darauf geerntet zu werden und auch Ende Januar durften wir noch diverse Kräuter und sogar Brokkoli aus eigenem Anbau verarbeiten. Abgesehen davon erfreuen wir uns noch immer an dem eingemachten Sommergemüse.

Die letzten gegrillten und eingelegten Zucchini mussten vor einigen Tagen dran glauben.

Aber halb getrocknete Tomaten in Öl, Tomatensauce, saure Gurken, Marmeladen, getrocknete Kirschen, unser heiß geliebter Apfelsaft, Sauerkraut und andere Fermente lassen uns an den ertragreichen Sommer zurückdenken. Wir drücken fest die Daumen, dass es nicht nur Anfängerglück war, sondern wir uns in der neuen Gartensaison vielleicht sogar noch steigern können.

Neue Pläne sind bereits geschmiedet. Nach einer sorgsamen Bestandsaufnahme des Saatguts kamen auch schon die ersten Samen in die Erde. Wir freuen uns darauf in den nächsten Wochen und Monaten wieder mehr von unserem Garten, den heranwachsenden Pflänzchen und der Ernte zu berichten. Dabei hoffen wir den ein oder anderen zu inspirieren selbst die Schaufel in die Hand zu nehmen.

Auch auf kleinster Fläche kann Gärtnern schon Spaß bringen, selbst wenn es nur die Kräuter auf der Fensterbank sind. So lange ist es noch nicht her, dass auch wir jeden Zentimeter unseres Balkons in Berlin ausgenutzt haben, um ihn mit Kräutern und Gemüse wie Tomaten, Gurken und Erbsen zu füllen. Jede gepflückte Frucht bringt ein Glücksgefühl hervor.

Gärtnert ihr selbst, oder habt ihr es in diesem Jahr vor? Erzählt uns von euren Plänen und Gedanken zu dem Thema!

Was kommt euch bei dem Gedanken an eine gesunde Speisekammer in den Sinn? Nüsse, Hülsenfrüchte, fermentiertes oder eingemachtes Gemüse, selbstgemachte Marmeladen, Chutneys, Brühen, Pasten und Dinge dieser Art, in Gläser gefüllt, zum Verbrauchen verstaut? So sieht zumindest unser Vorratsschrank aus. Doch eine viel größere, facettenreiche, überraschende und überaus gesunde Speisekammer öffnet sich direkt vor unseren Augen: die Natur! Genau auf diese natürliche Speisekammer möchte Visit Sweden* mit einer ganz besonderen Initiative aufmerksam machen.

 

„Ein Land wird Restaurant“

 

Mit Zutaten direkt aus der Natur haben die vier schwedischen Spitzenköche Titti Qvarnström, Niklas Ekstedt, Jacob Holmström und Anton Bjuhr gemeinsam ein Menü entwickelt. Die Rezepte und eine ausführliche Kochanleitung machen es jedem möglich, das Menü in der Natur nachzukochen. Die Initiative ist eine offene Einladung in die Landschaft Schwedens einzutauchen und ihre Vielfalt zu genießen.

Was einmal selbstverständlich war, wird darüber wieder nahegebracht: das Wissen über wild wachsende, essbare Pflanzen. Das Projekt soll aufzeigen, wie einfach und zugänglich gesundes Essen sein kann. Beeren, Pilze, Kräuter und vieles mehr wächst in der traumhaft schönen und abwechslungsreichen Natur Schwedens. Man muss nur zugreifen.

Für uns ist der Gedanke hinter „Ein Land wird Restaurant“ eine Grundlage dafür, wieder mehr Vertrauen in die Früchte der Natur zu setzen. Habt ihr auch noch die Warnungen eurer Eltern in den Ohren: „Iss keine wilden Beeren! Der Fuchsbandwurm ist lebensgefährlich!“ So bekommt man schon von Kindesbeinen die Angst vor der Natur eingetrichtert. Klar, man sollte wissen, was man da tut und nicht völlig ahnungslos sammeln gehen, aber ist nicht genau das der Schlüssel? Wissen zu vermitteln, statt Warnungen und Verbote auszusprechen? Ist es nicht absurd, dass wir uns mehr auf das verlassen, was uns die Industrie im Supermarktregal vorsetzt, als auf den Ursprung unserer Lebensmittel und die natürlichste Art und Weise diese zu sammeln und selbst zu verarbeiten? Alleine der Prozess ist schon eine Wohltat für die Seele.

In einer kleinen internationalen Gruppe waren wir die ersten, die das Erlebnis in der Natur unmittelbar erfahren durften. Unter der Anleitung unseres erfahrenen Guides Pontus streiften wir durch die verwunschenen Wälder von Småland um Pilze für das Menü zu sammeln. Das war schon ein Highlight und die Reise wert. Mit unseren vollen Körben zogen wir anschließend weiter durch den Wald um mit zwei der Sterneköche das Menü zuzubereiten. Auf das Kochen auf dem Feuer mitten im Wald hatten wir uns besonders gefreut. Ihr wisst, wie sehr wir es lieben so unser Essen zu kochen. Wie wundervoll diese Erfahrung wirklich werden würde, wurde aber erst mit einem Blick von dem Hügel in die kleine Senke im Wald klar. Zwischen all den bemoosten Steinen wartete ein unfassbar schön eingedeckter Tisch auf uns. Daneben züngelten schon die Flammen in den Feuerschalen und all die gesammelten Zutaten, Beeren, Kräuter und Pilze standen zum Kochen bereit. Uns sind fast die Augen ausgefallen! 

Einerseits konnten wir die Kameras gar nicht aus den Händen legen, andererseits wollten wir natürlich auch mittendrin im Geschehen sein und die Vor- und Zubereitung miterleben, selbst schnippeln und tausende Fragen stellen. Nun sind wir ja zum Glück zu zweit und konnten uns aufteilen und immer wieder abwechseln.

Dennoch hätten wir dieses Erlebnis um Stunden oder sogar Tage ausdehnen können. Wann bekommt man schon einmal die Möglichkeit gemeinsam mit gleich zwei Sterneköchen zu kochen?

Die drei Gerichte, die wir gemeinsam zubereitet haben, waren überraschend und außergewöhnlich, trotz oder gerade wegen der wenigen Zutaten und der einfachen Zubereitung auf dem Feuer. Für uns Vegetarier gab es Waldbrühe aus Quellwasser, diversen Waldpilzen und Kräutern mit gebräunter Butter als Vorspeise. Pfifferlinge, Wacholderbeeren und Sauerklee als Hauptgericht.  Eichel & Haselnuss-Crumble mit Wildobst & Beerenkompott bildeten den süßen Abschluss. Gewürzt wurde neben den Aromen aus dem Wald nur mit Butter, Salz und Honig. Mehr brauchte es auch gar nicht um anschließend völlig beseelt am Tisch zu sitzen.

Es ist unfassbar, wie viel Inspiration wir in nur wenigen Stunden sammeln konnten. Sei es die Erkenntnis, dass das Acker-Hellerkraut, welches direkt vor unserer Haustür wächst, ziemlich schmackhaft ist oder, dass man Wildkräuter wie Schafgarbe auch gerne einmal zum Dessert servieren kann. Dass es für eine kräftige Brühe nur ein paar Pilze und Kräuter braucht oder Eicheln nach mehrmaligem Aufkochen essbar sind und fantastisch schmecken…

 

Für uns wird dieses Erlebnis unvergesslich bleiben. Wir sind unheimlich dankbar, dass wir dabei sein und die Besonderheiten Schwedens erleben durften. Auch wenn die Köche speziell für dieses exklusive Event zusammengekommen sind und ansonsten in ihren eigenen Restaurants, statt im Wald, kochen, ist es für jeden möglich ein Dinner in dieser besonderen Umgebung zu genießen. In Schweden herrscht das Jedermannsrecht. Einen respektvollen Umgang mit der Natur vorausgesetzt, erlaubt es jedem sich frei in der Landschaft zu bewegen. So kann man nach den Rezepten und Anleitungen der Köche die Zutaten selbst sammeln und das Menü dort zubereiten, wo es einem gefällt. 

Alternativ sind zwischen Mai und September sieben handgefertigte Holztische mit gebrauchsfertigen Koch- und Essutensilien buchenbar. Diese Tische befinden sich an besonderen Plätzen in ganz Schweden verteilt: Skåne, Westschweden, Lappland, Jämtland, Småland, dem Stockholmer Schärengarten und Värmland.

Wer sich nicht zutraut die Zutaten auf eigene Faust zu sammeln, kann sich einen erfahren Guide an die Seite holen, der die entsprechenden Sammelplätze zeigt und auf alle Fragen rund um die Natur eine Antwort findet.

Mehr Informationen zu dem wunderbaren Projekt „Ein Land wird Restaurant“, sowie die Rezepte, findet ihr auf der Website von Visit Sweden.

Wenn besondere Menschen zu Besuch kommen, muss natürlich auch besonderes Essen auf den Tisch. Für uns ist eine Torte, in dem Fall ein Naked Cake, schon ziemlich außergewöhnlich, wo wir es sonst doch eher einfach halten. „Omakuchen“, wie Streuselkuchen aller Art, Blechkuchen etc. sind eher das, was wir in den Ofen schieben. Deswegen haben wir uns bei dem Rezept auf einen unserer Klassiker verlassen. Einen sehr saftigen Möhrenkuchen, mit vielen Nüssen, getrockneten Aprikosen und anderen Leckereien. Was wir daran so lieben ist, dass man ihn so toll variieren kann. Mal in der Springform gebacken, mal als ganzes Blech für größere Gruppen, oder als Cupcakes, mal vegan mit Aquafaba und einer Cashewcreme aber auch mal, wie in diesem Fall, mit einem Frischkäsefrosting als Torte. Der Kuchen ist so lecker, dass man damit gar nicht genug experimentieren kann. Das Grundrezept dafür findet ihr in unserem Kochbuch.

Neben der Torte wollten wir auch ein ganz besonderes Setting für den Kaffeeklatsch mit unseren Freunden Jules, Maria und Justus von Herz & Blut schaffen.

Nachdem schon vor einigen Wochen die letzten Pflanzen aus dem Gewächshaus verschwunden sind, war es an der Zeit es endlich einmal wieder als Wohnraum zu nutzen. Klar, im Winter wird es, bei Außentemperaturen um den Gefrierpunkt, selbst an sonnigen Tagen nicht viel wärmer als 10-15 Grad im Glashaus. Dafür sind die Tage einfach zu kurz. Aber immerhin bleibt der kalte Wind und die Nässe draußen. Mit Wollpullover, Schal und vielen Kerzen wird die Atmosphäre trotzdem enorm gemütlich. Besonders, wenn sich die Sonne so spektakulär verabschiedet, wie es an diesem Abend der Fall war.

Auch wenn wir im Winter Salate ins Gewächshaus pflanzen könnten, oder eine Gründüngung aussähen sollten, finden wir es einfach zu schön das Haus außerhalb der Gartensaison für uns zu nutzen. Bis das Aussähen der Jungpflanzen wieder losgeht und es warm genug wird, sie im Gewächshaus unterzubringen, nutzen wir die Chance noch aus.

Wir sind zwar keine ausgemachten Weihnachts-Enthusiasten, aber wenn die Tage kürzer werden, wissen wir eine besinnliche Atmosphäre definitiv zu schätzen. Sehr gern dekorieren wir unser Zuhause der Jahreszeit und dem Anlass entsprechend winterlich und festlich. Dafür stellen wir aber nicht ‘die ganze Hütte’ auf den Kopf, sondern dekorieren vor allem den Ort, an dem wir mit unseren Liebsten zusammenkommen – den Esstisch. Das Herzstück unserer Dekoration bildet ein Ast, den wir bei einem Spaziergang am Wegesrand aufgelesen haben. An die Decke gehängt und mit Kerzen bestückt, besticht er durch eine unfassbare Eleganz. Wir sind ganz begeistert von dem Ergebnis, zeigt es doch: Es muss nicht immer der Tannenbaum oder Adventskranz sein. Die natürlichen Materialien unserer diesjährigen Festtagsdeko haben wir um kleine, stimmungsvolle Stillleben ergänzt, die wir mit unserem Sofortbildrucker FUJIFILM instax SHARE SP-3* angefertigt haben. Die Sofortbilder unterstreichen das wunderbar ruhige Ambiente und spielen mit den Aspekten von Natur, Kunst und Inszenierung.

Oft werden wir nach der Inspiration für unsere Dekorationen gefragt und die Antwort ist simpel: Den größten Schatz bietet uns die Natur. Minimalistisch und zurückgenommen, trotzdem behaglich und stimmungsvoll – das gelingt tatsächlich auch ganz besonders gut mit natürlichen, wiederverwertbaren Materialien. Ganz abgesehen davon, dass es ressourcen- und platzsparend ist.

Ein weiterer Vorteil: Wir kommen raus an die frische Luft, um unser trautes Heim zur festlichen Jahreszeit noch trauter zu machen. So beginnt der Spaß an der Tischdeko schon beim Sammeln der Äste, Gräser und Zapfen.

Statt eines Adventskranzes auf dem Tisch, haben wir besagten großen Birkenast über dem Tisch aufgehangen. Die obligatorischen vier Kerzen haben wir mit Kupferringen daran befestigt. So bleibt auch mehr Platz für unser handgetöpfertes Geschirr, das für eine weitere natürliche Note auf dem Tisch sorgt, während das goldene Besteck den festlichen Anlass unterstreicht.

Bei Tischdecken und -servietten arbeiten wir am liebsten mit natürlich gefärbtem Leinenstoff oder Naturleinen. Die Falten, die sich nach und nach bei der Benutzung entwickeln, verleihen dem Ganzen einen besonderen Charakter. Praktischerweise – denn damit wird das Bügeln obsolet. Ganz besonders schön machen sich auf Leinen unsere draußen gesammelten Schätze. Tannenzapfen, Kastanien, Gräser, Blätter und Co. harmonieren mit den sanften und natürlichen Farben sowie der Materialität. Auch mögen wir sehr, wenn die einzelnen Komponenten miteinander korrespondieren: Die Baumkerzen aus Bienenwachs finden sich wieder in den honigfarbenen Leinenservietten und der schmackhaften Festtags-Pie; und das Braun der Tischdecke korreliert mit den Zapfen darauf.

Wer unseren Blog schon länger verfolgt, weiß, dass wir Fans von instax Sofortbildern sind. Nicht umsonst sind wir gemeinsam mit Nic von Luzia Pimpinella, Igor vom Happy Interior Blog, Jules von Herz & Blut und Vreni Frost von Never Ever begeisterte Ambassadors von FUJIFILM instax*. Was Sofortbilder für Susann in ihrer Jugend bedeutet haben, darüber hat sie bereits geschrieben. Die Vergänglichkeit des Augenblicks einzufangen, trägt eine ganz besondere Poesie in sich, und sich diese Erinnerungen, die unwiderrufbar verloren wären, wieder zu vergegenwärtigen, indem man die einst entstandenen Momentaufnahmen hervorholt, vergrößert ihren Zauber noch.

Genau so wertvoll wie Erinnerungen zu sammeln und zu bewahren, ist uns das Teilen von Erinnerungen. Dabei begeistert uns, dass wir mit dem instax Smartphone-Printer ein reproduzierbares Ergebnis erzielen können – wenn wir möchten. Ganz nach dem Prinzip, ein Bild weitergeben, eines behalten, das nächste mehrfach ausdrucken und nach dem Festessen unter unseren Freunden zirkulieren lassen.

Statt spontane, flüchtige Momentaufnahmen anzufertigen haben wir uns bei den Aufnahmen für die Festtagsdeko bewusst für eine künstlerische Umsetzung entschieden. Unsere winterlichen Bildmotive wie Tannenzapfen, Walnüsse, Disteln und Gras haben wir auf rostigem Stahluntergrund als Stilleben abgelichtet. Die instax Sofortbilder ergänzen unsere natürliche Deko auf diese Art mit inszenierten Motiven. Wir mögen diese harmonische Verbindung von Natur und inszenierter Natur bzw. Kunst. Wir haben uns bei den Sofortbildern deshalb auch für den instax SQUARE Black Film mit schwarzem Rahmen entschieden, da dieser ganz besonders elegant wirkt. 

Ob als Namensschild, Menükarte oder Geschenkanhänger, die Sofortbilder lassen sich wirklich vielseitig verwenden. Entweder wir legen sie schlicht auf den Platz oder stecken sie in einen Zapfen und schreiben den Namen des Gastes mit einer hellen Farbe auf den dunklen Rahmen. Oder wir verwenden die Vorderseite als Bildmotiv und kleben auf die Rückseite Kraftpapier, auf das wir die einzelnen Gänge unseres Menüs notieren. Als schöne Geschenkanhänger unterm Weihnachtsbaum lassen sich die Sofortbilder ebenfalls prima einsetzen. 

Alle Sofortbilder haben wir mit der Kamera von unserem Smartphone aufgenommen, wir hätten sie aber genauso mit unserer FUJIFILM X-T3 Systemkamera schießen können, die ebenfalls mit dem instax Sofortbilddrucker kompatibel ist. Der Drucker ist super einfach einzurichten, man verbindet das Smartphone oder die Kamera per WLAN mit dem Drucker. Filmkassette einlegen und los geht’s. Der andere Riesenvorteil: Der Drucker ist nicht an Strom gebunden, so hat man einen kabellosen Drucker-to-go zur Hand.

Ein weiterer Pluspunkt, den das Format und der Drucker mit sich bringen: Wir konnten unsere Motive gezielt mit dem Handy in Szene setzen, aufnehmen und dann in Ruhe auswählen und bearbeiten. So haben wir einerseits unseren artifiziellen Anspruch erfüllt – und andererseits bleibt die Nostalgie erhalten, die einen unmittelbar beim Betrachten von Sofortbildern erfasst. Am besten, ihr probiert es gleich selbst aus, dann werdet ihr feststellen, die besten Ideen kommen einem… richtig, beim Machen!

Es gibt jene Art von Traditionen, die liebgewonnenen, an die man mit einem wohligen Seufzen denkt. Genauso verhält es sich mit dem Event, das wir gemeinsam mit Manufactum* hosten, und das dieses Jahr bereits in die dritte Runde geht. Zu diesem Anlass haben wir an einem neblig-frischen Samstag unsere Gäste von nah und fern in eine besonders schöne Fabriketage in Berlin-Kreuzberg, den Friends Space, geladen, um bei einem festlichen Lunch die Vorweihnachtszeit einzuläuten.

Zur Begrüßung überreichten wir unseren Gästen (die allesamt aus der Kälte kamen) eine goldene Mandelmilch mit frischer Kurkuma- und Ingwerwurzel, Zimt und einem Bio-Chai Masala-Sirup. Angesichts der Temperaturen war das zur Stärkung des Immunsystems genau das Richtige!

Anders als bei den beiden Events in den letzten Jahren, als wir mit allen Gästen gemeinsam das komplette Menü kochten, lag die Zubereitung des Essens dieses Mal ganz in unseren Händen. Mit Blick auf den Advent wollten wir gern die Zeit mit unseren Gästen nutzen, um zwei kulinarische Köstlichkeiten zu kreieren, die diesen einen Tag überdauern würden: ein herrlich aromatisches Apfelchutney sowie eine wunderbare Dukkah-Mischung als Geschenke für Zuhause. Beides fand sich später übrigens auch in unserem Menü wieder.

Das Apfelchutney aus Äpfeln, Zwiebeln, Weißwein, feinem Apfelessig und Vollrohrzucker füllten wir, als es noch heiß war, in sterilisierte Weckgläser. So ist es einige Monate lang haltbar und darf auch unterm Christbaum Freude machen. Die Dukkah-Mischung eignet sich, luftdicht verpackt, ebenfalls perfekt für den Gabentisch. Hier ist der wichtigste Part das behutsame Anrösten aller Zutaten, die schnell ihren herrlichen Duft in der ganzen Küche verbreiten.

Was wir an diesen Tagen besonders lieben: zu beobachten, welche Gäste welchen Part beim Kochen übernehmen, und wie unterschiedlich die Herangehensweisen sind. Das ist wirklich spannend! Da gibt es diejenigen, die kurzerhand das Kommando übernehmen und darüber wachen, dass die Rezepte eingehalten werden und alles im vorgegeben Zeitrahmen fertig wird. Dann gibt es jene, die aus den Aufgaben kleine Wettbewerbe machen: Wer hackt am schnellsten die Nüsse? Wer schafft es die längste Apfelschalen-Schlange vom Apfel zu schälen? Wieder andere sind so in ihre Gespräche vertieft, dass auch mal der Topf überkocht oder die Pfanne auf dem Herd zu rauchen beginnt… Jeder bringt so seine Eigenheiten mit – und doch, oder gerade deshalb, entsteht  dabei eine inspirierende Gruppendynamik, die am Ende zu einem tollen Ergebnis führt.